merken
PLUS Pirna

Corona: Festung plant Weihnachten "light"

Erst wollte die Festung Königstein keinen Weihnachtsmarkt organisieren, jetzt darf sie bis 30. November nicht. Doch es gibt einen Plan B.

Abgeblasen: Dieses Jahr wird es keinen historisch-romantischen Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein geben. Weihnachtlich soll es dennoch werden.
Abgeblasen: Dieses Jahr wird es keinen historisch-romantischen Weihnachtsmarkt auf der Festung Königstein geben. Weihnachtlich soll es dennoch werden. © Archivfoto: Marko Förster

Er ist der Besuchermagnet der Festung Königstein: Der historisch-romantische Weihnachtsmarkt hat im vergangenen Jahr rund 54.000 Gäste angelockt. So viele, wie seit Jahren nicht. Bei etwa 500.000 Besuchern im Jahr 2019 wurde damit rein rechnerisch jeder zehnte Gast nur wegen des weihnachtlichen Markttreibens auf den Königstein gelockt.

Auf das Lockmittel muss die Festung dieses Jahr jedoch verzichten. Einen Weihnachtsmarkt wird es wegen der aktuellen Corona-Infektionszahlen nicht geben. Bereits Ende August hatte Geschäftsführerin Angelika Taube die Großveranstaltung abgeblasen. Die Absage kam damals jedoch mehr als überraschend. Vor allem für den Freistaat, dem die Festung gehört. Denn Sachsen, allen voran Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), war im Spätsommer noch überzeugt, dass Weihnachtsmärkte im Freistaat möglich sein werden. Auch wegen der zu der Zeit noch überschaubaren Anzahl an Corona-Fällen.

Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

Kritik nach erster Absage im August

Der Alleingang von der staatseigenen Festung sorgte deshalb für Missstimmung. Laut SZ-Informationen soll es sogar mehrere Krisengipfel mit Festungschefin Angelika Taube  gegeben haben: unter anderem mit dem Tourismusverband Sächsische Schweiz und dem sächsischen Finanzministerium. Ergebnis: Die Geschäftsführung ruderte zurück. Es folgte die Absage der Absage. In den vergangenen Wochen sei noch einmal eingehend geprüft worden, ob der historisch-romantische Weihnachtsmarkt trotz der anhaltenden Corona-Pandemie stattfinden kann, teilt die Festung mit. Beim zuständigen Gesundheitsamt in Pirna sei sogar ein Hygienekonzept eingereicht worden, welches die Durchführung der Veranstaltung ermöglichen sollte, heißt es aktuell.

Die Festung hätte durchaus Voraussetzungen, um ein Hygienekonzept genehmigt zu bekommen. Es gibt nur zwei Eingänge. Darüber ließe sich die Zahl der Besucher steuern. Auch zeitlich begrenzte Tickets hätten verkauft werden können. Der Weihnachtsmarkt hätte zudem über das gesamte, mehr als neun Hektar große Areal, verteilt werden können. 

Die Ideen sind inzwischen jedoch nichtig. Denn die Situation hat sich verändert. Nicht nur im Landkreis, sondern sachsenweit ist die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Am Montag gab es beispielsweise rund 1.000 Infizierte im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Der Freistaat hatte deshalb bereits ab 30. Oktober die Corona-Maßnahmen verschärft und einen befristeten Lockdown verordnet. Bis 30. November sind keine Weihnachtsmärkte erlaubt. Auch alle Betriebe, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, müssen aktuell geschlossen bleiben. 

Zweite Absage wegen Infektionszahlen

Welche Regeln ab 1. Dezember gelten, steht noch nicht fest. Die Festung hat sich jedoch bereits entschieden, den Weihnachtsmarkt erneut abzusagen - final. Denn es gäbe keine Garantie dafür, dass sich die Zahl der Neuinfektionen in den nächsten Wochen nicht noch weiter erhöht, teilt die Geschäftsführung mit. 

Angelika Taube hofft nun, dass die Festung ab 1. Dezember zumindest wieder öffnen darf. Die Schließzeit will das Team nutzen, um dennoch für weihnachtliches Flair auf dem Königstein zu sorgen. Denn es soll eine Light-Variante geben: „Weihnachtsstimmung auf der Festung Königstein“ heißt das Motto, das vom 1. Dezember bis zum 6. Januar gelten soll. Der Anfang ist gemacht. Vor wenigen Tagen schwebte der Riesenfestungsschwibbogen ein. Er thront  auf der Wiese vor der Pulverkasematte. Zudem sollen erneut Hunderte Herrnhuter Sterne leuchten. Dieses Jahr allerdings nicht in den Bärenlochkasematten, sondern in der dunklen Appareille, dem gewölbeartigen Aufgang hinauf zum Plateau. 

Auf dem Paradeplatz soll sich wieder die Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge drehen. Fehlen wird auch nicht der 112 Meter lange Adventskalender an der Alten Kaserne. Besucher locken soll zudem die Friedrichsburg, in der - wie in den Jahren zuvor - die Porzellan-Manufaktur Meissen ausgewählte Stücke zeigt. Geplant sind an den Wochenenden auch Familienführungen mit Schließkapitän Clemens - allerdings nur, wenn die Corona-Beschränkungen ab Dezember tatsächlich gelockert werden. 

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier. 

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen. 

Mehr zum Thema Pirna