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Weiterer Corona-Impfstoff für Dresden

Am Dienstag starten die Impfungen in den Kliniken. Auch hochbetagte Heimbewohner erhalten ihre Impfung in den nächsten Tagen. Wer dagegen warten muss.

In Dresden beginnen die Corona-Impfungen in dieser Woche. Wer zuerst dran ist.
In Dresden beginnen die Corona-Impfungen in dieser Woche. Wer zuerst dran ist. © Markus Schreiber/AP POOL/dpa (Symbolbild)

Dresden. In den ersten Alten- und Pflegeheimen Sachsens haben die Corona-Impfungen begonnen. Bewohner und Mitarbeiter haben oberste Priorität, geschützt zu werden. In der Region Dresden ist der Impfstoff am Sonntag zuerst den Menschen im Radeberger Alten- und Pflegeheim verabreicht worden. In Dresden selbst laufen aktuell noch die Vorbereitungen, teilte Kai Kranich am Montag auf SZ-Anfrage mit. Er ist Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), welches die Corona-Impfaktion in Sachsen koordiniert.

Informationsschreiben und Datenschutzformulare seien bereits an die Heime verschickt worden. Die Impfungen sollen dann in den kommenden Tagen erfolgen. Bewohner und ihre Angehörigen seien bereits informiert worden, so Kranich weiter.

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Dienstag ist Impfbeginn im Diakonissenkrankenhaus

Wie schnell die Impfaktion in Dresden starten und voranschreiten kann, hängt nicht nur an den mobilen Impfteams, die mit dem auf minus 70 Grad heruntergekühlten Impfstoff in die Heime fahren. Es müssen auch ausreichend Impfdosen vorhanden sein. Nach einer ersten Lieferung von 10.000 Dosen für ganz Sachsen sind am Montag weitere 24.375 im Freistaat eingetroffen. Wie viele davon auf Dresden verteilt werden, entscheide das sächsische Sozialministerium, sagte der Sprecher.

Das Ministerium verteilt den Impfstoff nacheinem Kriterium: Regionen, in denen die Inzidenz am höchsten ist, stünden derzeit im Vordergrund, so das Sozialministerium am Montag zur SZ. Hier muss man sagen, dass sich Menschen über 80 Jahre zwar überall in Sachsen besonders häufig infizieren, in Dresden aber weniger als beispielsweise im Landkreis Meißen, Bautzen oder Görlitz.

Der weitere Ablaufplan für die Impfteams werden gerade zusammengestellt. Je besser die Vorbereitungen in den Heimen sind, umso reibungsloser laufe die Impfaktion. "Einverständniserklärungen müssen möglichst zahlreich von den Impfwilligen vorliegen." Dies sei bisher aber nicht überall der Fall. Die Heime benötigten Vorlaufzeit und seien sehr belastet.

Zumindest in den Heimen, in denen am Sonntag mit den Impfungen begonnen wurde, war die Bereitschaft hoch. In Radeberg lag sie zum Beispiel bei rund 90 Prozent. Die Bewohner hätten ihre Entscheidung relativ schnell getroffen, so die Leiterin des städtischen Alten- und Pflegeheimes, Carolin Proske. Die Einrichtung war im Frühjahr von Corona-Ausbrüchen betroffen. Mehrere Bewohner verloren ihr Leben.

Parallel zu den Alten- und Pflegeheimen sollen die Ärzte und Pfleger geimpft werden, die täglich mit Corona-Patienten zu tun haben. Im Dresdner Uniklinikum soll es ebenso in dieser Woche losgehen, wie im Diakonissenkrankenhaus. „Am Dienstag werden die ersten Mitarbeiter geimpft“, sagte Diako-Sprecher Victor Franke am Montag. Er rechnet mit etwa 35 Mitarbeitern, die die Spritze zuerst erhalten werden.

Impfdosen werden schrittweise bereitgestellt

„Da uns die Impfdosen schrittweise zur Verfügung gestellt werden, priorisieren wir in Anlehnung an die Empfehlung der Ständigen Impfkommission.“ Zuerst seien die Ärzte und Pfleger dran, die auf den Corona-Stationen arbeiten, anschließend Mitarbeiter, die verstärkt Aerosolen ausgesetzt sind, zum Beispiel Anästhesisten oder Gastroenterologen, wenn sie etwa Magenspiegelungen durchführen. Im Anschluss kommen Mitarbeiter an die Reihe, die generell Patientenkontakt haben, aber keine Corona-Patienten versorgen. Zuletzt erhalten die Verwaltungsmitarbeiter ihre Impfung. Innerhalb der Gruppen würden stets zuerst die Mitarbeiter geimpft, die Vorerkrankungen haben, älter sind und lange Arbeitszeiten haben. Einen Impfzwang gebe es nicht.

Am Städtischen Klinikum war am Montag noch nicht ganz klar, wann die Impfung der Mitarbeiter beginnt. Die Vorbereitungen liefen zwar auf Hochtouren, so Sprecherin Viviane Piffczyk. Wann und wie viele Impfdosen den Krankenhäusern Neustadt und Friedrichstadt sowie der Geriatrischen Klinik an der Löbtauer Straße und der Psychiatrischen Klinik am Weißen Hirsch zur Verfügung gestellt werden, erfahre man wahrscheinlich erst im Laufe der Woche. Alle Dresdner Krankenhäuser zusammen zählen mehr als 10.000 Mitarbeiter.

Ältere Nicht-Heimbewohner werden ab Januar geimpft

Noch unklar ist, ob die Nicht-Heimbewohner per Brief informiert werden.“Ob und welche Personengruppen wir zusätzlich neben der breiten öffentlichen Kommunikation anschreiben, befindet sich noch in Abstimmung“, so Juliane Morgenroth, Sprecherin des Sozialministeriums.

Es müsse auf jeden Fall niemand Angst haben, nicht mitzubekommen, ab wann er sich um einen Impftermin bemühen kann.

Für alle Dresdner gilt : Noch seien aber keine Anmeldungen möglich, sagt Kai Kranich. Weitere Informationen sollen in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Laut Sozialministerin Petra Köpping (SPD) wird wahrscheinlich im Laufe des Januars damit begonnen, über 80-Jährige in den Impfzentren zu impfen.

Aufgebaut ist das Dresdner Impfzentrum in der Messehalle 4 schon. Dort sind Dutzende Kabinen aufgestellt worden, in denen Ärzte einschätzen, ob man gesundheitlich für die Impfung geeignet ist, und schließlich impfen. Im Anschluss muss man noch etwa 15 Minuten warten, falls Impfreaktionen ein ärztliches Eingreifen erfordern. Nach zwei bis drei Wochen ist eine zweite Impfung im Zentrum nötig.

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