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Zu wenige Impfdosen für Klinik-Mitarbeiter in Radeberg

In der Asklepios-Klinik Radeberg würden sich gern mehr Ärzte und Pfleger gegen das Coronavirus impfen lassen. Der Klinikchef rechnet mit steigenden Patientenzahlen.

Auf der Infektionsstation der Radeberg Asklepios ASB-Klinik arbeiten Pfleger und Ärzte in Schutzkleidung. Viele wollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen.
Auf der Infektionsstation der Radeberg Asklepios ASB-Klinik arbeiten Pfleger und Ärzte in Schutzkleidung. Viele wollen sich gegen das Coronavirus impfen lassen. © Asklepios Klinik Radeberg

Radeberg. Viele Corona-Patienten, enger Kontakt von Mitarbeitern und Erkrankten: In Kliniken müssen Pfleger und Ärzte besonders vor Covid-19 geschützt werden. Während im Alten- und Pflegeheim Radeberg zu Jahresbeginn ein Impfteam unterwegs war, kümmert sich die Asklepios ASB-Klinik Radeberg selbst um die Impfung.

Offenbar reichen die Dosen aber nicht aus. „Wir haben bisher zwei Chargen erhalten. Einmal 35 Stück und einmal 55 Stück. Das ist natürlich viel zu wenig, um unsere Mitarbeiter zu impfen“, sagt Patrik Hilbrenner, Asklepios-Regionalgeschäftsführer.

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Nach seinen Angaben ist die Impfbereitschaft unter dem Personal sehr hoch. „Es haben immer mehr ihre Bereitschaft erklärt, sich impfen zu lassen. Ich schätze, jetzt sind es 80 Prozent der Mitarbeiter, die sich die Spritze geben lassen wollen.“

Die hohe Bereitschaft führt Patrik Hilbrenner auf die akute Lage in den Krankenhäusern zurück. „Jeder, der hier arbeitet, sieht, wie heftig eine Corona-Erkrankung verlaufen kann.“ Mit den 90 erhaltenen Dosen sind in der Radeberger Klinik zunächst alle Pfleger und Ärzte behandelt worden, die auf der Corona-Station arbeiten.

Insgesamt arbeiten rund 200 Pfleger, Ärzte und andere Mitarbeiter in dem Krankenhaus. Der Krankenstand unter den Mitarbeitern in der Radeberger Klinik ist glücklicherweise etwas zurückgegangen, er liegt aber immer noch über dem Niveau von normalen Jahren. „Es sind Mitarbeiter an Corona erkrankt oder in Quarantäne“, sagt Hilbrenner.

Ende November musste für ein Wochenende eine Station geschlossen werden, da sich mehrere Pfleger und Ärzte mit dem Coronavirus infiziert hatten. Das verbliebene Personal konnte nicht mehr alle Betten betreuen, Patienten wurden auf andere Stationen verlegt. „Umso wichtiger ist es, dass Pfleger und Ärzte geschützt sind, dass sie gerade in dieser wichtigen Situation ihrer Arbeit nachgehen können“, sagt der Geschäftsführer.

Wann in Radeberg weitere Dosen zur Verfügung stehen, ist unklar. „Sie werden immer montags und freitags zugeteilt. „Zu Beginn dieser Woche gab es nichts. Vermutlich, weil an dem Tag sachsenweit die Impfzentren ihre Arbeit aufgenommen haben. Eventuell bekommen wir am Freitag wieder etwas“, sagt Hilbrenner.

14 Corona-Patienten in Radeberger Klinik in Behandlung

Trotz des Engpasses lobt er die Landesregierung. „Anders als andere Bundesländer erhalten wir wenigstens eine gewisse Anzahl von Impfdosen. Durch die vielen Krankenhausstandorte des Asklepios-Konzerns wissen wir, dass Krankenhäuser in anderen Bundesländern, beispielsweise in Niedersachsen, bisher noch nichts bekommen haben.“ Im Radeberger Krankenhaus sind derzeit 14 Corona-Patienten in Behandlung, davon zwei in Intensivbetten.

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Glücklicherweise konnten am Wochenende einige Erkrankte entlassen werden, sagt der Geschäftsführer. „Ich rechne aber damit, dass wir spätestens Mitte Januar wieder mehr Einlieferungen haben werden. Dann kommen die Menschen zu uns, die sich über Weihnachten oder Silvester angesteckt haben können. Solange braucht die Krankheit meist, um schwere Symptome zu entwickeln.“

Im Landkreis Bautzen sind am Dienstag insgesamt 164 Coronavirus-Neuinfektionen registriert worden. Damit sind 2.330 Personen infiziert. Vier Patienten im Alter zwischen 78 und 83 Jahren sind verstorben. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion seit Pandemiebeginn erhöht sich damit auf 381. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt bei 480,33 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

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