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Dann gibt es neuen Impfstoff in Dresden

Wegen des knappen Impfstoffes geht es in der Messe Dresden nur langsam weiter, der Frust steigt. Wann neuer Impfstoff eintrifft und wann es wieder mehr Termine gibt.

Zumindest in den Dresdner Alten- und Pflegeheimen wurde schon mehr verimpft.
Zumindest in den Dresdner Alten- und Pflegeheimen wurde schon mehr verimpft. © Sven Hoppe/dpa

Dresden. Der Impfstart verlief holprig, doch nun soll die Aktion wieder an Fahrt gewinnen. Für Februar plant das Sächsische Gesundheitsministerium mit knapp 241.000 weiteren Impfdosen, teilte Ministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag mit.

Zum Vergleich: Im Januar waren lediglich 102.000 Dosen in den Freistaat geliefert worden. Wie es nun konkret weitergeht - das sind die wichtigsten Fragen und Antworten zum weiteren Verlauf der Impfaktion in Dresden.

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Ich habe bisher keinen Termin bekommen. Wie sehen die Chancen jetzt aus?

Das Frustationslevel bei den über 80-Jährigen und deren Angehörigen ist hoch. Viele hatten sich im Impfportal angemeldet, bis sie erfahren mussten, dass es mangels Impfstoff doch keine Termine mehr gibt. Immerhin gibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) seit Montag wieder vereinzelt Impftermine für das Impfzentrum in der Dresdner Messe frei.

Die Betonung liegt auf vereinzelt. Denn mit dem Impfstoff der jetzt geliefert wird, sollen zunächst einmal die Impfungen in den Alten- und Pflegeheimen zum Schluss gebracht werden. Dort liege aktuell der Schwerpunkt, so das DRK.

Das heißt: Einen Termin zu bekommen, gleicht vorerst weiterhin einem Glücksspiel. Petra Köpping sprach am Dienstag von 50 bis 80 Impfungen, die täglich pro Impfzentrum möglich seien. Dabei handle es sich um Impfdosen, die in den Pflegeheimen nicht verbraucht wurden und übrig sind.

Wie lange wird dieser Zustand noch anhalten?

Nicht mehr lange, hofft die Ministerin. Bis Mitte Februar, sagt sie, sollen alle impfwilligen und impffähigen Pflegeheimbewohner und Mitarbeiter in Dresden eine Schutzimpfung erhalten haben.

Bis dahin könne man die Schlagkraft im Impfzentrum nicht erhöhen. Dafür fehle es an Impfstoff. Eine Prognose für alle über 80-Jährigen, die zu Hause leben und geimpft werden möchten, will Köpping zwar nicht wagen. Allerdings teilt das DRK nun mit, dass ab Anfang März wieder Termine in höheren Größenordnungen angeboten werden.

Wer seine erste Impfung bereits erhalten hat, müsse aber nicht fürchten, seine zweite Spritze zu spät zu bekommen. Für die Zweitimpfungen ist genügend Impfstoff zurückgelegt worden. Alle vereinbarten Termine finden statt, so das DRK.

Wie viele Dresdner sind inzwischen geimpft worden?

Bis zum Montag haben in Dresden 9.883 Menschen in Pflegeheimen sowie im Impfzentrum ihre Erstimpfung erhalten, teilt DRK-Sprecher Kai Kranich mit. Darüber hinaus sind 1.445 Zweitimpfungen in Heimen und 317 im Impfzentrum verabreicht worden.

Im Impfzentrum im Ostragehege waren bisher Sanitäter, Feuerwehrleute und ambulante Pflegekräfte an der Reihe, vereinzelt auch Polizisten. Diese gehören zwar erst der nächsten Gruppe an. Doch unerwartet übriggebliebener Impfstoff musste schnell verbraucht werden, um ihn nicht verfallen zu lassen, so Kranich.

Deshalb war auf schnell verfügbare Polizisten zurückgegriffen worden. Mittels Terminvergabe hätte es zu lang gedauert. Das Vakzin wird bei minus 70 Grad angeliefert. Zwölf Stunden braucht es dann, um aufzutauen, weitere 30 Minuten, um auf Impftemperatur zu kommen.

Ist eine Ampulle des Biontech-/Pfizer-Impfstoffes einmal angebrochen, hält sie sich lediglich drei Stunden. Unangebrochen, aber bereits aufgetaut, darf der Impfstoff höchstens fünf Tage bei Kühlschranktemperatur gelagert werden. Bei den Impfungen für Polizisten war der Impfstoff bereits angebrochen.

Wie weit sind die Impfungen in den Heimen fortgeschritten?

In den drei Dresdner Pflegewohnheimen der Arbeiterwohlfahrt (AWO) laufen die Impfungen auf Hochtouren. Im Senioren- und Pflegeheim "Albert Schweitzer" in Prohlis fand am Montag der zweite Impftermin statt.

"Es wurden 324 Impfungen verabreicht, darunter 240 Zweitimpfungen und 104 Erstimpfungen", sagt Sprecher Andreas Szabo auf SZ-Anfrage. Im Seniorenzentrum "Prof. Rainer Fetscher" in Großzschachwitz stand am Mittwoch die zweite Dosis für die Bewohner an. Dort waren bereits 132 Menschen erstgeimpft worden.

Im dritten Heim in Cossebaude soll die zweite Runde ebenfalls noch im Februar stattfinden. "Unter der Mitarbeiterschaft hat die Bereitschaft zur Impfung merklich zugenommen, Ängste oder Vorbehalte konnten abgebaut werden", so Szabo.

"Je nach Einrichtung sind nun zwischen zwei Drittel und 100 Prozent der Mitarbeiter und Bewohner geimpft oder haben die Erkrankung durchgemacht." Bewohner und Mitarbeiter, die in den vergangenen drei Monaten erkrankt waren oder es aktuell sind, wurden nicht geimpft.

In zwei von drei Pflegeheimen der Dresdner Diakonie sind in Summe bislang 118 Bewohner und 75 Mitarbeiter immunisiert worden, teilt Sprecherin Nathalie Fechner mit. Mitte Februar würden die Zweitimpfungen verabreicht. Im dritten Heim in Klotzsche hätten dagegen noch keine Impfungen stattgefunden.

Und wie sieht es in den Krankenhäusern aus?

Ärzte und Pfleger, die aufgrund ihrer Arbeit engen Kontakt zu Corona-Patienten haben, gehören ebenfalls der obersten Impfkategorie an. "Wir rechnen damit, dass bis Mitte Februar 2.500 Mitarbeiter die erste und zweite Impfung erhalten haben", teilt das Dresdner Uniklinikum mit.

Gern wäre man auch hier schon weiter. "Wir sind durch fehlenden Nachschub an Impfstoffen ausgebremst, sind aber bereit, zeitnah unseren Zeitplan fortzusetzen, sobald neuer Impfstoff geliefert wird."

Das Diakonissenkrankenhaus in der Dresdner Neustadt nennt keine absoluten Zahlen. Der Großteil der impfwilligen Mitarbeiter, die besonders gefährdet sind, sich anzustecken, seien geimpft worden, so Sprecher Victor Franke. Fast alle hätten inzwischen auch die zweite Impfung erhalten.

„Mit Stand 2. Februar haben 1174 Mitarbeiter eine Impfung erhalten. 518 Mitarbeiter haben davon bereits die 2. Impfdosis erhalten", sagt Viviane Piffczyk, Sprecherin des Städtischen Klinikums. Außerdem hätten weitere 858 Mitarbeiter ihre Impfbereitschaft angezeigt. "Mit Beginn dieser Woche haben wir die zweite Woche in Folge nur wenige Erstimpfungen durchführen können. Dies verzögert unsere zügige Impfstrategie zum Schutz unserer Mitarbeiter und Patienten deutlich.“

Wo erhalten Senioren Hilfe, die keine Angehörigen haben?

Gibt es wieder genügend Termine für über 80-Jährige, die zu Hause leben, so hilft im Notfall auch die Landeshauptstadt Dresden bei der Terminbuchung. Melden können sich ältere Menschen beim Seniorentelefon unter 0351/4884800.

Dort vermitteln die Mitarbeiter den Kontakt zu den Seniorenberatungsstellen in den Stadtteilen. Wer Hilfe bei der Fahrt ins Impfzentrum benötigt, ist ebenfalls am Seniorentelefon richtig. Außerdem gibt es ehrenamtliche Helfer, die beim Weg zum Impftermin unterstützen.

"Aktuell können Fahrten ins Impfzentrum mit dem Fahrdienst abgerechnet werden,
wenn der Hausarzt eine Verordnung für eine Krankenbeförderung ausstellt", so die Beauftragte für Menschen mit Behinderungen und Senioren, Manuela Scharf. Die Fahrt ins Impfzentrum werde dann als ambulanter Behandlungstermin gewertet.

Auf Sächsische.de möchten wir ganz unterschiedliche Erfahrungsberichte von Corona-Infizierten aus Dresden teilen. Wenn Sie die Erkrankung bereits überstanden haben und uns davon erzählen möchten, schreiben Sie uns an [email protected]ächsische.de.

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