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Weniger Geld für Tagesmütter im Lockdown

Die Gemeinde Klingenberg kürzt die laufenden Leistungen ab Januar erheblich. Betroffene Tagesmuttis wehren sich bereits dagegen.

Spielplatz ohne Kinder: Für Tagesmuttis in Klingenberg wird die finanzielle Situation schwierig, weil sie derzeit nur wenige Kinder zu betreuen haben.
Spielplatz ohne Kinder: Für Tagesmuttis in Klingenberg wird die finanzielle Situation schwierig, weil sie derzeit nur wenige Kinder zu betreuen haben. © Symbolfoto: Katja Frohberg

Elf Tagesmuttis listet die Gemeinde Klingenberg auf ihrer Internetseite auf. Zwölf sind es in der Stadt Dippoldiswalde. Das zeigt, wie wichtig dieses Angebot der Kinderbetreuung in der Region ist. Die Tagesmütter sind derzeit aber ebenso vom Corona-Lockdown betroffen wie die anderen Kindereinrichtungen - mit einem wesentlichen Unterschied. Sie arbeiten selbstständig. Wenn sie wie derzeit keine Kinder in Betreuung haben oder nur wenige, weil diese unter die Notbetreuung fallen, spüren sie die finanziellen Folgen direkt. Angestellte Erzieher hingegen bekommen entweder Kurzarbeitergeld, wenn sie bei einem freien Träger beschäftigt sind, oder werden voll weiterbeschäftigt, wenn sie bei der Stadt oder Gemeinde arbeiten. Denn im öffentlichen Dienst gibt es keine Kurzarbeit.

Unangenehme Überraschung

Für die Tagesmuttis in der Gemeinde Klingenberg hat diese Situation eine unangenehme Weihnachtsüberraschung gebracht. Sie erhielten die Mitteilung, dass die laufenden Leistungen der Tagesmütter der Gemeinde ab Januar erheblich gekürzt werden. Sie erhalten jetzt nur noch eine Sachkostenpauschale von 161 Euro plus anteilig die Kosten für Versicherung. Nur für die Kinder, die sie tatsächlich in der Notbetreuung haben, gibt es anteilig den normalen Betrag. Das sind aber oft nur ein oder zwei Kinder. „Es gibt Kolleginnen, die haben eigens eine Wohnung gemietet für die Kindertagespflege und haben jetzt kaum Einnahmen“, sagt Sandra Uhlemann. Sie arbeitet in Höckendorf als Tagesmutti und hat derzeit ein Kind in der Betreuung. Besonders unangenehm fand sie, dass sie diese Information von der Gemeinde genau einen Tag vor den Weihnachtsfeiertagen erhalten hat. Sie hat nun zusammen mit anderen Kolleginnen einen Widerspruch geschrieben.

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Dipps zahlt weiterhin die monatlichen Leistungen

Bürgermeister Torsten Schreckenbach (Bürger für Klingenberg) begründete die Kürzung damit, dass die Tagesmuttis generell nach der Zahl der betreuten Kinder bezahlt werden. Wenn die Zahlungen einfach weitergelaufen wären wie vor dem Lockdown, wäre irgendwann die Abrechnung gekommen und die Tagesmuttis hätten das zu viel erhaltene Geld zurückzahlen müssen. Das hätte er vermeiden wollen. „Am Ende wird immer scharf abgerechnet und danach wird die zustehende Summe ausgezahlt“, versichert er. Klingenberg ist mit diesem Vorgehen vorgeprescht. „Unseres Wissens nach sind wir die einzige Gemeinde, wo jetzt schon nichts mehr bezahlt wird“, sagt Sandra Uhlemann.

In der Stadt Dippoldiswalde beispielsweise sind die Tagesmütter ebenfalls in die Notbetreuung mit eingebunden und nur teilweise ausgelastet. „Ein Großteil unserer Tagesmütter betreut im Durchschnitt ein bis zwei Kinder. In manchen Tagespflegeeinrichtungen kann es dazu kommen, dass sich keine Kinder in der Notbetreuung befinden“, informiert Linda Knetsch, die Büroleiterin von Oberbürgermeisterin Kerstin Körner (CDU). Den Tagesmüttern würden aber weiterhin die laufenden monatlichen Geldleistungen gezahlt.

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