merken
PLUS Radeberg

Zu lascher Umgang mit Corona-Regeln in Radeberg?

Kunden klagen über fehlende Desinfektionsmittel an Markteingängen in Radeberg. Auch die Maskenpflicht werde nicht immer eingehalten.

Mund-Nasen-Schutz gehört für die meisten im Einkaufsmarkt einfach dazu. Manche Kunden vermissen aber Desinfektionsmittel an den Eingängen.
Mund-Nasen-Schutz gehört für die meisten im Einkaufsmarkt einfach dazu. Manche Kunden vermissen aber Desinfektionsmittel an den Eingängen. ©  Symbolfoto: Christian Juppe

Radeberg. Deutschlandweit haben Infektionen mit dem Coronavirus einen Spitzenwert erreicht. Auch der Landkreis Bautzen nähert sich mit 103 Infektionen der kritischen Marke von 105 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen. Doch Regeln zum Schutz vor dem Virus werden an einigen Stellen offenbar nur nachlässig befolgt, wie SZ-Leser berichten.

So hat Peter Straßberger bei seinen Einkäufen in Radeberg beobachtet, dass an den Eingängen der Supermärkte kein Desinfektionsmittel mehr zu finden ist. „Beispielsweise am Eingang des Edeka-Marktes und Lidl-Marktes stehen keine Desinfektionsmittel mehr bereit, mit denen man sich die Hände beziehungsweise auch die Wagengriffe desinfizieren kann“, schreibt er. „In Zeiten wie diesen, wo die Coronafallzahlen überall sprunghaft steigen, finde ich das absolut nicht lustig.“ Der Wachauer fragt sich, ob das generell so gehandhabt wird, oder ob nur einzelne sparen wollen.

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Weihnachten rückt immer näher - dafür hat NORMA günstige Angebote für Jeden. Klicken Sie hier und lassen Sie sich von den vielfältigen Angeboten überraschen.

Eine Radebergerin hat das ebenfalls beobachtet. „In dem Netto-Markt, in dem ich immer einkaufen gehe, ist mir zuletzt kein Desinfektionsmittel mehr aufgefallen und das gerade jetzt, wo die Fallzahlen wieder steigen“, sagt sie. Ihren Namen will sie nicht in der Zeitung lesen.Eine kurze Stichprobe der SZ zeigte, dass die Mittel in den Geschäften nicht überall schnell zu finden sind. Etliche Kunden haben offenbar auch kein Bedürfnis mehr, sich die Hände zu desinfizieren. 

Über das Coronavirus informieren wir Sie laufend aktuell in unserem Newsblog.

Grundsätzlich sind Desinfektionsmittel allerdings in Geschäften und Läden aller Art vorgeschrieben: „Im Eingangsbereich sind Desinfektionsmittel für die Kunden zum Gebrauch bereitzustellen und auf deren Benutzung mittels Schildern hinzuweisen“, heißt es in der Allgemeinverfügung des Freistaates vom 29. September. Wurden die Desinfektionsmittel in den Märkten nur beiseite geräumt und werden deshalb von den Kunden übersehen, oder werden sie inzwischen weggelassen?

Die SZ hat nachgefragt: Der Discounter Lidl verweist auf ein einheitliches Hygiene- und Schutzmaßnahmenkonzept in allen Märkten im Bundesgebiet. „Dazu gehört unter anderem eine Servicestation mit Desinfektionsmittel in unmittelbarer Nähe der Einkaufswagen beziehungsweise im Eingangsbereich der Filiale – auch in Radeberg“, teilt Isabel Lehmann von Lidl Deutschland mit. Falls das Desinfektionsmittel einmal aufgebraucht sein sollte, würden die Mitarbeiter der Filiale es unverzüglich nachfüllen. „Kunden können sich dazu gerne an unsere Mitarbeiter wenden.“ 

Auch John Scheller, Inhaber des gleichnamigen Edeka-Marktes in Radeberg, erklärt ebenfalls, dass am Eingang en Spender mit Desinfektionsmittel steht. „Zusätzlich legen wir Tücher bereit, mit denen Kunden beispielsweise die Griffe der Einkaufswagen reinigen können.“

Landkreis Bautzen kurz vor der Vorwarnstufe

Allerdings achte jetzt kein Wachpersonal mehr darauf, dass jeder sich die Hände desinfiziere, wie das noch im Frühjahr der Fall war. Scheller sieht jetzt vielmehr jeden selbst in der Pflicht. „Inzwischen wissen die Kunden, worum es geht. Die meisten halten sich daran. Es gibt nur wenige, die die Maskenpflicht bei uns im Markt nicht einhalten. Wir weisen sie dann darauf hin. Leider kommt es manchmal auch zu Diskussionen.“

Einen laschen Umgang mit der Maskenpflicht hat die Radeberger SZ-Leserin ebenfalls bemerkt. „Ich habe vor einigen Tagen mit weiteren Gästen meinen Geburtstag in einem Café nachgefeiert. Eine Maskenpflicht gab es dort nicht. Jeder konnte es ohne Mund-Nasen-Schutz betreten, man musste sich nicht registrieren und ich glaube, Desinfektionsmittel gab es gar keins“, erzählt sie. 

Selbst die Bedienung am Tisch habe keine Maske getragen. In der jetzigen Zeit sei das absolut unverständlich, sagt sie. Dabei wird in der Allgemeinverfügung des Freistaates das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im unmittelbaren Kundenkontakt dringend empfohlen.

Meistgelesen zum Coronavirus:

Doch wer kontrolliert die Einhaltung der Corona-Vorschriften? Das übernehmen Mitarbeiter der Ordnungsämter der Kommunen und des Landkreises. „Die Kontrollen werden aufgrund von Beschwerden und auch prophylaktisch erledigt“, sagt Cynthia Thor, Mitarbeiterin des Landratsamtes. Bei Verstößen droht ihren Angaben zufolge ein Bußgeld in Höhe von 500 Euro für jeden Geschäfts- oder Betriebsverantwortlichen der sein Hygienekonzept nicht einhält.

Am Donnerstag hat das Gesundheitsamt weitere 26 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Aktuell sind 172 Personen mit dem Virus infiziert. Mit 103 Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen steht der Landkreis Bautzen kurz vor der vom Freistaat Sachsen festgelegten Vorwarnstufe.

Nachrichten und Hintergründe zum Coronavirus bekommen Sie von uns auch per E-Mail. Hier können Sie sich für unseren Newsletter zum Coronavirus anmelden.

Mehr Nachrichten aus Radeberg und dem Rödertal lesen Sie hier.

Mehr Nachrichten aus Dresden lesen Sie hier.

Mehr zum Thema Radeberg