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Corona: Wie das Gymnasium Lernlücken schließt

Die Bundesregierung gibt viel Geld für Nachhilfe nach Corona. Das alleine löst das Problem nicht. Schulleiter Volker Hegewald setzt da auf neue Wege.

Information für die Eltern. Hier nehmen v.l. Christian Bohner von Bidi, Moderator Ulf Hillig, Schulleiter Volker Hegewald und Ute Stark vom Studienkreis einen Podcast zum Thema Aufholen nach Corona auf.
Information für die Eltern. Hier nehmen v.l. Christian Bohner von Bidi, Moderator Ulf Hillig, Schulleiter Volker Hegewald und Ute Stark vom Studienkreis einen Podcast zum Thema Aufholen nach Corona auf. © Egbert Kamprath

Schulkinder haben in den vergangenen eineinhalb Jahren mit am meisten unter den Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gelitten. Mal mussten sie zu Hause bleiben und bekamen nur Fernunterricht, mal konnten sie zeitweise in die Schule. Ein geregelter Unterricht war eher die Ausnahme als die Regel in dieser Zeit. Das wird bei dem Einen und der Anderen Lücken im Schulwissen gerissen haben, die es sonst nicht gegeben hätte. Daher hat die Bundesregierung ein großes Programm aufgelegt unter dem Motto „Aufholen nach Corona“, das sie mit zwei Milliarden Euro ausgestattet hat.

Klassisches Angebot mit dem Studienkreis

Wie er das an den beiden Schulstandorten Altenberg und Dippoldiswalde umsetzen will, berichtet Volker Hegewald, der Leiter des Glückauf-Gymnasiums. Sein erstes Problem ist: „Ich brauche Menschen, die den Stoff vermitteln, der aufzuholen ist.“ Das können nicht die Lehrer machen. Die sind in dieser Zeit schon ausgelastet. Hegewald hat sich deswegen an den Studienkreis in Dippoldiswalde gewandt, der seit Jahren in der Stadt Nachhilfe anbietet.

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Dort verhandelte der Schulleiter mit dem Verantwortlichen für Ost-Deutschland. „Der war sehr aufgeschlossen“, sagt Hegewald. Aber auch dort sind die Kapazitäten knapp, sowohl was Räume als auch was Lehrkräfte angeht. Ein zweites Problem sieht Hegewald: „Unsere Schüler haben jetzt schon relativ lange Unterricht.“ Wer dann schon von der normalen Schule müde ist, kann auch nicht mehr viel aufholen. Aber Hegewald will einen Teil des Angebots über den Studienkreis organisieren.

Digitales Lernen mit dem Start-up aus Dresden

Außerdem hat er Kontakt zu einer Start-up-Firma namens Bidi Bildung Digital GmbH in Dresden aufgenommen. „Mit dem Geschäftsführer Christian Bohner hatte ich ein Online-Gespräch“, sagte Hegewald. Das Unternehmen bietet Online-Nachhilfe an und hat nach eigenen Angaben über 400 Lehrer. Das sind aber nicht alles ausgebildete Lehrkräfte, sondern beispielsweise auch ein Chemielaborant. „Das kann sehr flexibel gehandhabt werden, und das Online-Lernen haben unsere Schüler in den letzten 16 Monaten ja gelernt“, sagt der Schulleiter.

Informationen mit dem Schul-Podcast

Dabei will er dem Kind aber auch einen neuen Namen geben, einen Schritt weg vom Nachhilfe-Image gehen. Er will das „Learn on Top“ nennen und das Ganze als Lot abkürzen. „Das wäre ein zusätzliches Angebot, das aber helfen soll, Schüler an die Spitze zu bringen, also Top“, erklärt er.

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Hegewald will diese Möglichkeiten jetzt in seinem regelmäßigen Schulpodcast den Eltern vorstellen. Ein Podcast ist wie eine Radiosendung, die man sich im Internet herunterladen und bei Gelegenheit anhören kann. Diesen gestaltet Hegewald mithilfe von Ulf Hillig aus Reichstädt. Der Fachmann für Medientechnik hat selbst vor über zwanzig Jahren in Dippoldiswalde sein Abitur gemacht und jetzt besuchen seine Kinder die Schule. Er unterstützt die Schulleitung sowohl in technischer Hinsicht wie auch als Moderator des Podcasts. „Der Podcast ist inzwischen eine ganz wichtige Methode geworden für die Kommunikation der Schule mit den Eltern“, sagt Hegewald. Und jetzt soll er helfen, nach Corona aufzuholen.

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