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Weihnachtsstadt Dresden soll gerettet werden

Die Stadt tut zu wenig für den inoffiziellen Titel, kritisiert ein Weihnachtsmarkt-Veranstalter. Er macht jetzt neue Vorschläge.

Von Christoph Springer
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Die Weihnachtsbeleuchtung in der Neustadt spiegelt sich in einem Autodach. Für die Beleuchtung sorgt eine Initiative aus der Neustadt selbst.
Die Weihnachtsbeleuchtung in der Neustadt spiegelt sich in einem Autodach. Für die Beleuchtung sorgt eine Initiative aus der Neustadt selbst. © Sven Ellger

Dresden. So kann es nicht weitergehen, will Dresden seinen inoffiziellen Titel als Weihnachtshauptstadt behalten. In der Stadt sei viel zu wenig von Weihnachten zu sehen, das Rathaus müsse viel mehr tun, ist Holger Zastrow (FDP) überzeugt. Der Fraktionschef im Stadtrat und Weihnachtsmarkt-Veranstalter von der Hauptstraße bescheinigt der Verwaltung zwar, „wirklich gekämpft“ zu haben für die Weihnachtsmärkte in diesem Jahr. Doch sie müsse mehr tun.

Zastrow wünscht sie eine Debatte darüber, wie der inoffizielle Titel verteidigt werden kann, und was dafür verbessert werden muss. Einen Vorschlag macht er gleich selbst. Abgesehen von wenigen Orten wie der Hauptstraße, den Straßen der Äußeren Neustadt und Teilen des Zentrums sei es in der Stadt trotz Weihnachtszeit „finster wie im Affenarsch“, sagt er, nicht ohne ein „Verzeihung“ hinterherzuschicken.

Er findet, es muss mehr Licht her. Weihnachtsbeleuchtung an vielen Orten, koordiniert von einer Arbeitsgruppe mit Mitarbeitern aus dem Rathaus und weiteren Menschen, die etwas vom Thema verstehen. 500.000 Euro müsse sich Dresden das wenigstens kosten lassen, meint Zastrow und berichtet von Städten, die er wegen des Ausfalls „seines“ Weihnachtsmarktes jetzt besuchen konnte: zum Beispiel Magdeburg und Breslau.

Schön, aber das kann nicht allein Sache von Dresdnern sein, meint die FDP. Die Stadt müsse mehr tun.
Schön, aber das kann nicht allein Sache von Dresdnern sein, meint die FDP. Die Stadt müsse mehr tun. © Sven Ellger

„Was sich da getan hat, da kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus“, berichtet er von seinen Eindrücken aus Polen. Zwar müsste in Breslau vielleicht „etwas mehr Ordnung“ in die Beleuchtungsarten gebracht werden, aber was dort auf die Beine gestellt wurde, habe ihn schwer beeindruckt. Und Magdeburg ebenso. Zastrow berichtet von der „Lichterwelt Magdeburg“, großen leuchtenden Installationen in der gesamten Stadt, die Besucher „auch an Stellen locken, wo man sonst nicht so schnell hinkommt". Eine davon sind die „Magdeburger Halbkugeln“, mit denen einst Otto von Guericke die Kraft des Vakuums gezeigt hat.

Weihnachten sei für Dresden wirtschaftlich so bedeutsam wie der Karneval für das Rheinland und das Oktoberfest für München, sagt Zastrow. „Wir verlieren echt den Anschluss“, fürchtet er, wenn nicht mehr für den Weihnachtshauptstadt-Titel getan werde. Deshalb regt er eine Initiative an, in der es um mehr offizielles Engagement für alle möglichen Aktivitäten zur "Titelverteidigung" geht. Um mehr Licht zum Beispiel.

Außerdem wird die FDP-Fraktion einen Antrag im Stadtrat einbringen, mit dem Werbegeld für die Dresden Marketing GmbH (DMG) gesichert werden soll. Es geht um 600.000 Euro, die den Tourismusfachleuten im Haushalt 2021/2022 zur Verfügung gestellt wurden. Damit nicht verwendetes Geld für diesen Zweck erhalten bleibt, soll der Stadtrat entscheiden, die übriggebliebene Summe ins nächste Jahr zu übertragen.