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Wie Schulen die Corona-Regeln umsetzen

Ab jetzt herrscht ab der 7. Klasse Maskenpflicht und Wechselunterricht ist vorgesehen. Die SZ hat sich in Radeberg und Umgebung umgehört.

Jetzt gelten an den Schulen im Landkreis Bautzen strengere Regeln. So müssen Schüler ab der 7. Klasse auch im Unterricht Masken tragen.
Jetzt gelten an den Schulen im Landkreis Bautzen strengere Regeln. So müssen Schüler ab der 7. Klasse auch im Unterricht Masken tragen. © Matthias Balk/dpa (Symbilbild)

Radeberg. An Schulen gelten ab 1. Dezember neue Vorschriften. Schüler müssen teils in festen Gruppen lernen, ab der 7. Klasse ist die Maske auch im Unterricht Pflicht und bei Corona-Fällen ist Wechselunterricht geplant. Schulleitern, Lehrern und Schülern blieb nur wenig Zeit, sich darauf einzustellen. Wie ist die Situation an Grund- und Oberschulen sowie am Humboldt-Gymnasium Radeberg?

Feste Klassenräume: Grundschulen im Vorteil

In normalen Zeiten ist das ein gewohntes Bild an den Schulen: In den Pausen schnappen sich Mädchen und Jungen ihren Ranzen und ziehen in den nächsten Unterrichtsraum. In den Gängen herrscht dann oft ein großes Durcheinander. Jetzt soll eine allzu große Nähe von Schülern unterschiedlicher Klassen vermieden werden. Vorgesehen ist Unterricht in nur einem Raum.

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An der Grundschule Mitte in Radeberg klappt das gut, wie Schulleiterin Susanne Krohn sagt. "Die Kinder lernen nur in einem Zimmer und nur bei einem Lehrer. Auch in den Pausen achten wir darauf, dass Kinder verschiedener Klassen Abstand halten." An der Grundschule Arnsdorf ist ebenfalls eine strikte Trennung der Klassen vorgesehen. An der Schule lautet das Motto: Ein Unterrichtsraum pro Klasse und gestaffelte Pausen. "Bei uns sind derzeit mehrere Kinder in Quarantäne, so dass wir derzeit nur fünfeinhalb statt neun Klassen haben. Raumprobleme gibt es deshalb bei uns nicht. Die Pausen haben wir so geplant, dass sich die Kinder kaum begegnen", sagt Schulleiterin Christina Rochelt. Der Schulbeginn ist einheitlich, doch da die Garderoben der Kinder sich in unterschiedlichen Etagen befinden, kann der Abstand gewahrt werden.

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An der Oberschule in Ottendorf bleiben die Klassen ebenfalls zusammen. "Wir haben den Unterricht so organisiert, dass die Schüler den Tag weitestgehend in einem Raum verbringen. Bei Fachunterricht wie beispielsweise Chemie ist das manchmal schwierig. Plant der Lehrer ein Experiment, muss er dazu alles durch das Schulhaus tragen", sagt Schulleiterin Jana Noltemeier.

Maskenpflicht: Große Umstellung für Schüler und Lehrer

Die wohl gravierendste Neuerung ist die Maskenpflicht im Unterricht ab der 7. Klasse. "Das ist schon hart. Die Schüler müssen sich umstellen und lauter sprechen. Aber jeder, der das Bedürfnis hat, einmal richtig durchzuatmen, kann ans Fenster treten dort ohne Maske Luft holen", sagt Marion Hobohm, Schulleiterin der Pestalozzi-Oberschule Radeberg.

Nach Einschätzung von Jana Noltemeier akzeptieren die Jugendlichen die neue Regelung gut. "Mittlerweile ist die Maske zur Gewohnheit geworden. Dann sind wir als Lehrer Vorbild, in dem wir ja mit Maske vor ihnen stehen." Klar komme es immer wieder vor, dass Schülern die Maske unter die Nase rutscht. "Dann weisen wir sie darauf hin, und sie wird wieder richtig aufgesetzt", sagt die Schulleiterin.

An den Grundschulen müssen die Masken nur im Schulhaus getragen werden. "Wenn die Schüler zur Pause auf dem Schulhof sind können sie sie abnehmen, das Gleiche gilt in den Klassenräumen", sagt Susanne Krohn.

Wechselunterricht: Schüler lernen lieber in der Schule

Wenn Corona-Infektionen oder viele Quarantäne-Fälle an einer höheren Schule auftreten, soll Wechselunterricht eingeführt werden. Das heißt, immer nur die Hälfte der Klassen ist im Schulhaus und hat Unterricht. Der Wechsel kann tage- oder wochenweise erfolgen. "Wechselunterricht müssen wir glücklicherweise derzeit nicht vornehmen", sagt Andreas Känner, Direktor des Humboldt-Gymnasiums Radeberg.

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Allerdings bereitet sich die Schule darauf vor. "Es kann ja ganz schnell gehen, dass plötzlich Corona-Fälle bei uns auftreten. Dann werden wir wöchentlichen Wechselunterricht anbieten. Das heißt, eine Woche lernen die Schüler im Gymnasium, die nächste zuhause." Das sei nicht ganz einfach zu organisieren, da es für viele Klassen eine A- und eine B-Woche gibt. "Wir müssen aufpassen, dass ein Teil der Klassen nur A-Wochen haben und die Stunden der B-Woche immer zuhause absolviert werden."

Auch an der Oberschule in Ottendorf muss bisher kein Wechselunterricht stattfinden. "Bei uns ist das derzeit nicht notwendig", sagt Jana Noltemeier. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Kinder und Jugendlichen lieber in der Schule lernen als zuhause. "Ich habe erst heute mit einigen über das Thema gesprochen. An der Schule haben sie ihre Mitschüler um sich und können nachfragen, falls etwas unklar ist." Einen Vorteil der "Heimarbeit" gibt es offenbar doch: "Beim homeschooling können sie etwas länger schlafen, sagen sie. Die Vorzüge des Präsenzunterrichts wiegt das für sie aber nicht auf."

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