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Wie sich Biergärten auf Pfingsten vorbereiten

Im Rödertal öffnen manche komplett, andere haben pfiffige Ideen. Drei Beispiele.

Holger Zastrow bereitet mit seinen Mitarbeitern die Eröffnung des Biergartens Hofewiese vor. Gäste benötigen keinen negativen Corona-Test. Allerdings müssen sie sich am Eingang registrieren lassen, sagt er.
Holger Zastrow bereitet mit seinen Mitarbeitern die Eröffnung des Biergartens Hofewiese vor. Gäste benötigen keinen negativen Corona-Test. Allerdings müssen sie sich am Eingang registrieren lassen, sagt er. © René Meinig

Radeberg. Endlich wieder auf der Restaurant-Terrasse oder im Biergarten sitzen, sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und den Lieblingskaffee oder ein frisch Gezapftes bestellen. In einem Teil des Rödertales ist das ab Mittwoch möglich, im anderen Teil gelten weiterhin strenge Corona-Regeln.

Grund sind die unterschiedlichen Infektionszahlen. In Dresden liegt die Inzidenz seit Tagen konstant unter 100, im Landkreis Bautzen pendelt sie um die Hundertermarke. Erst wenn sie fünf Werktage hintereinander unter dem kritischen Wert verharrt, gibt es Lockerungen.

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Unter diesen ganz unterschiedlichen Vorzeichen bereiten sich Gastwirte auf das Pfingstwochenende vor. Auf dem Landgut Hofewiese herrscht schon vor der Eröffnung Hochbetrieb. Eigentümer Holger Zastrow und seine Mitarbeiter richten den Biergarten her. „Am Sonnabend geht es bei uns wieder los. Endlich“, sagt Zastrow. „Seit Oktober haben wir geschlossen. Wir hatten komplett runtergefahren. Das ist jetzt fast wie eine Neueröffnung.“

Jetzt gilt es, die Tische und Stühle wieder aus dem Lager hervorzuholen, zu reinigen und den Biergarten wieder auf Vordermann zu bringen. „Ich habe gestern Rasen gemäht, da muss ich noch einmal drüber gehen, das Gras war einfach zu hoch“, sagt der Dresdner. Außerdem werden noch einige Blumen gepflanzt.

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„Wenn das Wetter stimmt, kommen sicher viele Besucher. Die Landkreise Bautzen und Meißen haben noch geschlossen, da zieht es sicher etliche in die Landeshauptstadt und hoffentlich auch zu uns in die Heide.“ Der Ausflug dürfte sich lohnen. Angeboten wird genauso viel wie vor Corona. „Pommes, Schnitzel, Softeis und Waffeln. Neu im Programm haben wir Backfisch, also für jeden Geschmack etwas.“

Geöffnet ist von Sonnabend bis Montag 10 bis 19 Uhr. Dass die Corona -Pandemie noch nicht vorbei ist, werden Besucher am Eingang bemerken. „Zur Kontaktnachverfolgung muss sich am Eingang jeder registrieren. Da auf der Hofewiese das Funknetz immer mal wieder Lücken hat, kann das nicht mit einer App geschehen. Jeder muss ein Formular ausfüllen.“

Ein Negativtest ist für den Besuch des Biergartens nicht notwendig. Der muss nur vorgewiesen werden, wenn sich Personen unterschiedlicher Haushalte an einen Tisch setzen. „Termine müssen bei uns auch nicht gebucht werden. Erstens hätten wir nicht die Logistik, um das umzusetzen. Zweitens ist bei uns so viel Platz, dass der Abstand gewahrt werden kann. Die Tische werden weiter auseinander gestellt als sonst.“

Auf der anderen Seite der Inzidenz-Grenzlinie müssen sich Gastwirte gedulden. Biergärten bleiben über Pfingsten noch geschlossen. Allerdings sind die Inhaber mitunter kreativ, um den Gästen etwas Leckeres anbieten zu können, gleichzeitig aber die Corona-Regeln einzuhalten.

So bietet das Sportheim Radeberg am Sonnabend ab 17 Uhr ein Wohnmobil-Dinner an. Die Idee ist bestechend einfach, allerdings nur für wenige geeignet. „Wir laden alle, die ein solches Fahrzeug haben, zu uns auf das Gelände an der Schillerstraße in Radeberg ein“, sagt Marion Tatz, Chefin des Sportheims. Jedes Mobil erhält eine Nummer und wird eingewiesen. Dann wird den Insassen, wie in einem Restaurant auch, eine Speisekarte gereicht, und sie können auswählen. „Wir servieren dann alles im Wohnmobil“, sagt die Inhaberin.

Leckere Menüs bieten sie an, Spargel oder Gerichte mit Zunge. Bereits zu Ostern hatte das Sportheim zum Wohnmobil-Dinner eingeladen. 13 Fahrzeuge rollten an dem Tag auf den Hof. Für Sonnabend können Stellplätze reserviert werden. Wer kein Mobil hat, muss aufs Essen nicht verzichten. „Bei uns gibt es alles auch zum Mitnehmen“, sagt die Wirtin.

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Überhaupt bieten viele Gaststätten in Radeberg und Umgebung Speisen to go an, so unter anderem die „Zweite Heimat“ am Golfplatz Ullersdorf oder das Pilsfass in Radeberg. Immer näher rückt die Öffnung von Campingplätzen. In Dresden dürfen sie bereits Gäste empfangen, im Landkreis Bautzen muss die Inzidenz erst die besagten fünf Tage unter dem Wert von 100 liegen.

Auf diesen Moment bereitet sich die Luxoase vor. „Kleinere Baustellen stehen kurz vor dem Abschluss, wir haben in einigen Bereichen die Außenanlagen neu gestaltet, unter anderem wurde Pflaster neu verlegt. Dann läuft der Rasenmäher fast ununterbrochen. Wenn Besucher kommen, sollen sie eine ordentliche Anlage vorfinden“, sagt Mitinhaberin Dagmar Lux.

Viel Zeit nehmen die unzähligen Anfragen in Anspruch. „Zahlreiche Camper wollen buchen. Sie sind ganz verwundert, dass wir noch geschlossen haben. Es ist für sie unverständlich, dass in Dresden geöffnet wird, wir hier nur acht Kilometer von der Stadtgrenze das nicht dürfen. Dieser Flickenteppich ist für Urlauber immer schwerer zu durchschauen. Auch wenn es in der Luxoase derzeit noch ruhig ist, einige Gäste dürften die Atmosphäre auf dem mehrfach ausgezeichneten Platz aber doch genießen. „Dauercampern ist der Aufenthalt erlaubt. Wir freuen uns, dass wir wenigstens ihnen hier Erholung ermöglichen können“, sagt die Campingplatz-Betreiberin.

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