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Wieder Stillstand in Roßweins Wäscherei

Das Unternehmen im Roßweiner Gewerbegebiet trifft die Corona-Krise hart. Erneut sind alle Mitarbeiter in Kurzarbeit.

Von solchen Wäschebergen können die Mitarbeiter des Roßweiner Betriebsteils des Textil-Service Chemnitz derzeit nur träumen. Wegen Corona stehen die Maschinen still.
Von solchen Wäschebergen können die Mitarbeiter des Roßweiner Betriebsteils des Textil-Service Chemnitz derzeit nur träumen. Wegen Corona stehen die Maschinen still. © Dietmar Thomas

Roßwein. Mitte Juni vergangenen Jahres war Marcel Gruner, Geschäftsführer der Firma Textil-Service Chemnitz, zu dem die Wäscherei im Roßweiner Gewerbegebiet gehört, noch optimistisch, dass alles wieder gut wird.

Mittlerweile stehen die Waschmaschinen und Trockner in der großen Halle wieder komplett still. Die zweite Corona-Welle hat den Betrieb abermals hart getroffen. „Alle zwölf Mitarbeiter musste ich in die Kurzarbeit schicken“, sagt Marcel Gruner.

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Die Reisebeschränkungen und die damit verbundene minimale Auslastung der Hotels schlägt voll auf den Roßweiner Betriebsteil zurück. In der Muldenstadt wird ausschließlich Wäsche aus Hotels, vorrangig aus den Großstädten Dresden, Leipzig und Chemnitz, gewaschen. Und die sind schon im ersten Lockdown und auch jetzt wieder die Ersten gewesen, die schließen mussten.

Durch Corona nur wenig Hotelwäsche

Nur ganz wenig Bettlaken, Hand- und Badetücher und Duschvorleger werden hin und wieder abgeholt und im Hauptbetrieb in Mittelbach bei Chemnitz mit gereinigt. „Einige Hotels haben Monteure als Übernachtungsgäste. Touristen gibt es derzeit gar keine“, sagt Marcel Gruner. Für die wenige Wäsche die Maschinen in Roßwein hochzufahren, lohne sich aber überhaupt nicht. „Wir müssen derzeit von Woche zu Woche neu entscheiden.“

Viel Hoffnung, dass sich die Situation vor April entspannen könnte, hat Gruner nicht. „Ich denke, wenn es Lockerungen gibt, werden es auch diesmal zuletzt die Hotels sein, die für Touristen wieder öffnen dürfen“, so der Geschäftsführer.

Die Hoffnung, dass sich alles wieder zum Guten wendet, gibt Marcel Gruner trotzdem nicht auf. „Vor etwa eineinhalb Wochen ist das erste Geld für die Überbrückungshilfe eingegangen. Das hilft erstmal ein Stück weiter“, sagt er. Vergleichbar mit den Einnahmen während des normalen Betriebs sei das aber keineswegs.

Roßweiner Betrieb muss Gürtel enger schnallen

Gruner hofft trotz allem, dass der Roßweiner Betriebsteil die Krise übersteht. „Sicher werden wir den Gürtel enger schnallen müssen, aber wenn die Hotels wieder Wäsche liefern, wird es auch bei uns wieder aufwärtsgehen“, gibt sich der Wäscherei-Chef optimistisch.

Durch die Überbrückungshilfe wird ein Teil der Fixkosten abgedeckt. Dazu zählen für das Roßweiner Unternehmen beispielsweise die Miete sowie die Leasingraten für die Fahrzeuge, mit denen die Wäsche von den Geschäftskunden abgeholt und wieder ausgeliefert wird.

Abschreibungen für den Maschinenpark gehören hingegen nicht dazu. Und das sei eben gerade ein Großteil der Kosten, die trotz ruhender Produktion auf dem Unternehmen lasten. „Ich hoffe, dass es mit der Überbrückungshilfe III, die derzeit verhandelt wird, Regelungen gibt, die uns da weiterhelfen“, so Gruner.

Nicht ganz so extrem machen sich die Kosten für Strom und Wasser bemerkbar. Marcel Gruner hat mit den Versorgern Verträge abgeschlossen, die keine Abschlagszahlungen vorsehen. Die Abschläge könnte er zwar wiederum als Fixkosten geltend machen. „Aber wenn die Produktion ruht, benötige ich fast keinen Strom und kein Wasser“, so Gruner. „So zahle ich derzeit nur die tatsächlich anfallenden Gebühren.“

Ungewissheit zehrt an den Nerven

Es ist besonders die Ungewissheit, die Marcel Gruner zu schaffen macht. „Keiner weiß so richtig, wie und wann es weitergeht“, sagt er.

Die nervliche Belastung sei groß. Seinen Geschäftskunden, die größtenteils Stammkunden sind, will er trotzdem in der Krise entgegenkommen, auch wenn sie jetzt nur wenig Wäsche liefern können. „Ich hoffe, es kommen wieder bessere Zeiten“, so Marcel Gruner.

Anfang 2018 hat Marcel Gruner die vorherige Omnitex Wäscherei in Roßwein übernommen und nach seinen Anforderungen umgebaut und eingerichtet. Mehr als eine halbe Million Euro sind in das Unternehmen geflossen, insbesondere in den modernen Maschinenpark. Ende 2018 lief die Produktion an.

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Dem Geschäftsführer gefallen am Standort Roßwein besonders die zentrale Lage und die gute Anbindung zu den Autobahnen A14 und A4. Normalerweise werden in dem Betrieb rund sechs bis sieben Tonnen Wäsche täglich behandelt. Davor wird diese von den Hotels abgeholt und nach der Reinigung wieder ausgeliefert.

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