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Eberspächer arbeitet auf Zuruf

Im Wilsdruffer Werk des Unternehmens läuft es derzeit besser als beim ersten Lockdown. Der Normalzustand ist aber nicht erreicht.

Im Wilsdruffer Werk der Firma Eberspächer werden Abgasreinigungssysteme für Nutzfahrzeuge hergestellt.
Im Wilsdruffer Werk der Firma Eberspächer werden Abgasreinigungssysteme für Nutzfahrzeuge hergestellt. © Archiv/PR

Eberspächer gehört zu den großen Gewerbetreibenden in Wilsdruff. Die moderne Produktionsstätte auf der Hühndorfer Höhe sieht aus der Vogelperspektive wie ein Raumschiff aus, das dort gerade gelandet ist. Seit 2014 werden hier Abgasreinigungssysteme für Nutzfahrzeuge hergestellt, die europaweit verbaut werden. "Mittlerweile befinden sich in mehr als jedem Zweiten neuen Lkw in Europa Abgasreinigungssysteme von Eberspächer", sagt Unternehmenssprecherin Anja Kaufer. Die Anlagen fahren unter anderem in den Fahrzeugen von Daimler und Iveco mit.

So sieht das Wilsdruffer Werk von Eberspächer aus der Vogelperspektive aus.
So sieht das Wilsdruffer Werk von Eberspächer aus der Vogelperspektive aus. © Eberspächer

Bis Anfang 2020 lief das Werk nach Plan. Am Tag gingen rund 800 Abgasreinigungssysteme vom Band. Mit dem ersten Lockdown drosselten die Hersteller von Nutzfahrzeugen ihre Produktion. Eberspächer reagierte. "In Abstimmung mit den Arbeitnehmervertretern werden die Kapazitäten für alle deutschen Eberspächer-Standorte ab Montag, den 23. März 2020 auf ein Minimum reduziert", teilte das Unternehmen damals mit. Die Mitarbeiter bauten Arbeitszeitkonten ab, nahmen Urlaub und gingen in die Kurzarbeit. Die Produktion wurde für einige Wochen eingestellt, es wurden nur noch Ersatzteile gefertigt.

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Neue Strukturen im Wilsdruffer Werk

Im Frühsommer lief die Produktion an, allerdings auf niedrigem Niveau, weil die Zahl der Aufträge der Nutzfahrzeughersteller im Vergleich zu 2019 zurückgegangen war. "Das Werk hat neue Strukturen geschaffen, um auf niedrigeres Absatzniveau reagieren zu können. Flexible Linien ermöglichen kürzere Reaktionszeiten und entsprechen zudem dem Wunsch der Kunden nach kürzeren Anlaufphasen für neue Produkte", erklärt Anja Kaufer.

Im Vergleich zum ersten Lockdown sei die Produktion jetzt aber deutlich besser ausgelastet. Deshalb gab es auch keine Entlassungen, in bestimmten Bereich gibt es aber Kurzarbeit. Von einer Erholung des Gesamtmarktes könne noch keine Rede sein. Ihr Branchenverband geht davon aus, dass erst 2023 oder 2024 wieder so viele Nutzfahrzeuge produziert werden wie vor der Corona-Pandemie, so Kaufer.

Mitarbeiter tragen OP-Masken

Um die Produktion im Werk zu sichern und die Verbreitung des Coronavirus in der Firma zu vermeiden, hat das Wilsdruffer Werk harte Hygienevorschriften eingeführt, die entsprechend den Vorgaben der Staatsregierung angepasst werden. So tragen alle Mitarbeiter OP-Masken, die die Firma stellt. Für das Schichtsystem wurden feste Gruppen gebildet, um Kontakt zu minimieren. Da, wo es nötig war, wurden Trennwände aufgestellt, erläutert Unternehmenssprecherin Anja Kaufer.

Hintergrund

Das 2014 eröffnete Wilsdruffer Werk gehört zum weltweit agierenden Unternehmen Eberspächer, das rund 10.000 Mitarbeiter an 80 Standorten beschäftigt. Der Hauptsitz befindet sich in Esslingen (Baden-Württemberg).

In Wilsdruff arbeiten aktuell rund 480 Mitarbeiter. Sie produzieren Abgasanlagen für die Emissionsnorm Euro 6 für Nutzfahrzeuge. Das Werk Wilsdruff zählt zu den modernsten in der europäischen Automobilindustrie.

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Die in Wilsdruff produzierten Anlagen sind 170 Kilogramm schwer. Im Inneren sorgen SCR-Katalysatoren, Dieselpartikelfilter und Dieseloxidationskatalysatoren dafür, dass die geforderten Emissionswerte eingehalten werden. Rund 90 Prozent aller Schadstoffe werden durch die Anlagen herausgefiltert.

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