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DJ Happy Vibes' Sorge um Besuch im Pflegeheim

Der Kesselsdorfer fürchtete, seine Mutter wegen des Pflichttests nicht mehr besuchen zu können. Das Landratsamt hat aber eine Lösung fürs Problem.

Andreas Hofmann steht vor dem Seniorenheim in Wilsdruff, in dem seine Mutter untergebracht ist. Seit Montag gelten dort neue Regeln für Besucher.
Andreas Hofmann steht vor dem Seniorenheim in Wilsdruff, in dem seine Mutter untergebracht ist. Seit Montag gelten dort neue Regeln für Besucher. © Norbert Millauer

Diese Lektüre hat Andreas Hofmann geschockt. Als der Kesselsdorfer, der vielen eher als DJ Happy Vibes bekannt ist, die neuen Regelungen zum Besuch von Alterspflegeheimen gelesen hatte, war er erst einmal fassungslos. Denn seit Tagen gilt: Die Bewohner dürfen nur noch von Angehörigen und Bekannten besucht werden, wenn diese einen negativen Corona-Test vorlegen können, der nicht älter als 48 Stunden ist.

Das träfe auch ihn. Sein erster Gedanke. Er würde seine Mutter, die seit mehr als zwei Jahren im Wilsdruffer Pflegeheim "Katharinenhof am Schloss" wohnt, so schnell nicht mehr wiedersehen können. "Ich kann zwar zum Arzt gehen und mich dort testen lassen", sagt der Kesselsdorfer. Doch die Ärzte schicken die Tests an Labore. Und die brauchen ihre Zeit.

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"Meist schaffen sie es nicht, das Ergebnis in 48 Stunden zu liefern". Die Folge: Sollten sie es nicht schaffen, kann er den Besuch nicht antreten. Und: "Das Geld ist futsch." Das wäre nicht unerheblich. Ein Test kostet zwischen 50 und 150 Euro, hat er in Erfahrung gebracht.

Völlig unmöglich würde es für ihn werden, seine Mutter über die Weihnachtstage zu besuchen. Denn in den Praxen wird nicht getestet. Die einzige Möglichkeit, doch noch ins Heim zu kommen, wäre, wenn die Pflegeheime die Besucher testen. Doch kurz nach Bekanntgabe der neuen Regeln sah sich das Heim dazu außerstande, erzählt Hofmann. Er wendete sich verzweifelt an die Öffentlichkeit. Sächsische.de fragte nach.

Es darf keine soziale Isolation geben

Im Landratsamt Pirna wusste man schon von den Sorgen der Angehörigen. Doch diese sind unbegründet, sagt zumindest Kreissprecherin Karin Kerber. Den Pflegeheimen wird Testmaterial zur Verfügung gestellt, damit sie die Besucher von Bewohnern testen können. Die Tests in den Heimen erfolgen nach deren Hygieneplan.

"Mit den dort enthaltenen Regelungen muss sichergestellt werden, dass diese nicht zu einer vollständigen sozialen Isolation der Bewohnerinnen und Bewohner führen", erklärt Kerber. Die Einrichtungen seien verpflichtet, auf Wunsch der Besucher einen Antigentest durchzuführen. Dieser ist für die Besucher kostenfrei.

Die Einrichtungen legen die zeitlichen Abläufe und Modalitäten der Testungen allerdings selbstständig fest. "Besucher sollten sich darüber rechtzeitig informieren", rät Kerber. Im Fall von Andreas Hofmann ist das passiert. "Wir haben ihn informiert. Wir tun alles, um eine gute Lösung für unsere Bewohner zu finden - und auch für deren Angehörige", versichert die Leiterin des Katharinenhofes, Daniela Braune.

Ihr Heim bietet täglich zwei Besuchszeiten an, 10 und 15 Uhr. Jeder Besucher werde zu Beginn getestet. "Das Ergebnis liegt nach etwa 15 Minuten vor", ergänzt sie. Ist der Test negativ, kann er das Haus betreten.

Hofmann ist heilfroh, dass sich alles so schnell geregelt hat. Ausdrücklich lobt er die Mitarbeiter im Pflegeheim und im Landratsamt, die sich seines Problems annahmen und trotz seiner vielen Fragen sehr freundlich blieben.

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Er wisse, dass es schwierige Zeiten sind. Besonders gefreut habe ihn, dass die Pflegekräfte - trotz ihrer vielen Aufgaben - das Zimmer seiner Mutter weihnachtlich geschmückt haben. "In den Jahren zuvor habe ich das gemacht." Doch durch Corona war sei ihm das dieses Mal nicht möglich gewesen.

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