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Wir müssen weiter unzufrieden sein

Warum die Impfkampagne in Deutschland immer noch kein Erfolg ist. Ein Kommentar von Gunnar Saft.

SZ-Redakteur Gunnar Saft
SZ-Redakteur Gunnar Saft © Christoph Schmidt/dpa

Würde diese Nachricht allein für sich stehen, wäre sie eine ausgesprochen gute Nachricht: Jeder dritte Bundesbürger hat inzwischen zumindest die erste Impfung zum Schutz gegen das weltweit grassierende Corona-Virus erhalten. Schaut man zurück ins vergangene Jahr, als noch keine Impfstoffe verfügbar waren, darf man sich darüber freuen.

Doch diese Freude sollte nicht zu lange währen, denn mit diesem Zwischenstand hinkt Deutschland vielen vergleichbar entwickelten Ländern arg hinterher. Gemessen an den eigenen Ansprüchen hat der angebliche Organisations-Weltmeister bei seiner Impfkampagne bisher versagt. Man wird sich nach der Pandemie die Zeit nehmen müssen, die genauen Gründe dafür herauszufinden sowie auch die Verantwortlichen konkret zu benennen. Ein zweites Mal darf es nicht zu solchen Fehlern kommen.

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Reine Freude ist zudem nicht angebracht, weil auf der anderen Seite immer noch eine beklemmende Zahl steht: Zwei Drittel der Deutschen – abgesehen von jenen, die sich aus unterschiedlichen Gründen nicht impfen lassen wollen – warten immer noch darauf, dass der Staat auch ihnen in Pandemiezeiten jenen Schutz bietet, den die Geimpften bereits genießen. Dazu kommt die fehlende Impfmöglichkeit für Kinder und Jugendliche, für die die Wissenschaft nach einer sicheren Schutzmethode sucht und hoffentlich bis zum Sommer eine Lösung findet.

Ein wichtiger nächster Schritt in einer solchen Situation des problematischen Zwischenstands und des zähen Vorankommens wäre ein einfacher. So sollte die anfangs notwendige Priorisierung sofort aufgehoben werden, damit jeder, der möchte und auch geimpft werden kann, einen Termin beantragen kann.

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Gleichzeitig muss es für die politisch Verantwortlichen in diesem Land jetzt einmal mehr heißen: klotzen und nochmals klotzen. Denn das eigentliche Dilemma der deutschen Impfmisere besteht weiter darin, dass es immer noch nicht genug Impfstoff für alle gibt. Jede noch so kleine Möglichkeit, daran schneller etwas zu ändern, zählt. Es ist also notwendig, dass wir unzufrieden bleiben, denn nur das sorgt für den dabei notwendigen Druck.

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