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Wie Pirna die Schulen für die Grippezeit rüstet

Lüften ist noch immer das effektivste Mittel gegen Viren und Ansteckung. Dafür gibt es jetzt eine spezielle technische Hilfe - preiswerter als Lüfter.

Von Thomas Möckel
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CO2-Ampel in einem Klassenzimmer. Sie zeigt an, wann gelüftet werden sollte.
CO2-Ampel in einem Klassenzimmer. Sie zeigt an, wann gelüftet werden sollte. © Symbolfoto: dpa

Pirna sieht sich vor allem angesichts der noch immer anhaltenden Corona-Lage gut gerüstet für die bevorstehende Grippezeit. Beim Kampf gegen Viren und eine mögliche Ansteckungsgefahr setzt die Stadt jetzt auf technische Hilfe und hat die Schulen mit entsprechenden Geräten ausgestattet. Sie signalisieren, wann in den Räumen gelüftet werden muss.

In den vergangenen Monaten hat die Stadt zunächst geprüft, inwiefern zusätzliche Lüftungstechnik in mobiler oder fest verbauter Form in den Schulen zum Einsatz kommen sollte. Nach Aussage des Rathauses sei aber der Einbau von fest verbauten Lüftungsanlagen technisch aufwendig und zeitnah nicht umzusetzen.

Mobile Lüfter seien hingegen schneller zu beschaffen. Allerdings müsse deren Wirksamkeit hinterfragt werden, die noch mit vielen unbekannten Größen verbunden sei. Nach Auskunft der Stadt sei davon auszugehen, dass der Einsatz mobiler Lüfter, die die Luft im Raum lediglich umwälzen und filtern, aber nicht austauschen, das regelmäßige Lüften in den Klassenräumen nicht ersetzen kann.

Schwierig, an Geld zu kommen

Gleichwohl eruierte das Rathaus Möglichkeiten, ob es finanzielle Zuschüsse für mobile Lüfter gibt. An Geld zu kommen, erweist sich aber als schwierig. Laut der Stadt habe der Bund zwar die Fördermöglichkeiten erneut erweitert, aber die Zuschüsse an ganz bestimmte Kriterien geknüpft.

So gibt es beispielsweise Zuschüsse nur für Räume, in denen eingeschränkt gelüftet werden kann – indem sich die Fenster nur kippen lassen oder nur Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt vorhanden sind. In derartigen Räumen wird allerdings an den Pirnaer Schulen nicht unterrichtet.

Zudem richten sich Antragsverfahren und konkrete Förderung nach den Bestimmungen der einzelnen Bundesländer. Für den Freistaat Sachsen ist aber eine solche Förderrichtlinie erst noch in Arbeit.

Lüften statt Lüfter

Doch selbst wenn eine Förderung in Anspruch genommen werden könnte, so müsste Pirna einen Eigenanteil beisteuern, der bei einer großen Anzahl von Lüftern nicht unerheblich und bei der derzeitigen Finanzsituation kaum aufzubringen sein dürfte.

Hinzu kommt: Zahlreiche Veröffentlichungen, unter anderem vom Bundesumweltamt, verweisen nach Aussage des Rathauses darauf, dass das effektivste Mittel das Lüften sei, was durch sogenannte CO2-Ampeln unterstützt werden kann.

Diese Messgeräte zeigen in Ampelfarben an, wann der CO2-Gehalt im Raum zu hoch ist und demzufolge die Fenster geöffnet werden sollten, um die Luft auszutauschen - damit die Schüler gerade im Herbst und im Winter nicht bei ständig geöffneten Fenstern im Klassenzimmer sitzen müssen. Das Rathaus hat aus diesem Grund den Bedarf an den städtischen Schulen abgefragt und die Bildungsstätten mit insgesamt 100 dieser CO2-Ampeln ausgestattet. Dafür stellt die Stadt 10.000 Euro Eigenmittel aus dem Haushalt bereit.