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„Wir sind und bleiben Frohnaturen – trotz Corona“

Rosenmontag ist der Höhepunkt der Karnevalssaison. Die SZ sprach mit Robert Krause, Präsident des Lomnitzer Carnevals Clubs.

Robert Krause ist Präsident des Lomnitzer Carnevals Clubs.
Robert Krause ist Präsident des Lomnitzer Carnevals Clubs. © Archivfoto: Thorsten Eckert

Herr Krause, pandemiebedingt geht auch im Karneval derzeit nichts. Was machen Sie denn in diesem Jahr am Rosenmontag?

Ich werde mich am Abend vor den Fernseher setzen, mal schauen, was medial so in Sachen Karneval geboten wird. Ist für mich das erste Mal, das ich überhaupt am Rosenmontag zu Hause bin und fernsehe.

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Wie haben Sie zu Vor-Corona-Zeiten diesen Tag verbracht?

Ich habe mir da jedes Mal ein paar Tage freigenommen, von Rosenmontag bis Aschermittwoch. Montags haben wir unseren Umzugswagen abgebaut, mit dem wir am Wochenende zuvor bei den Umzügen in Radeburg und Königsbrück dabei waren. Das Abbauen machte immer viel Spaß und abends sind wir zu befreundeten Vereinen gefahren, etwa nach Langebrück, um dort zu feiern.

Fällt ja dieses Mal flach. Wie ist derzeit die Stimmung im Verein?

Salopp gesagt, sind wir alle schon etwas traurig, dass wir nicht feiern dürfen. Unsere erste offizielle Veranstaltung hätte Ende Januar stattfinden sollen, stattdessen haben wir einige lustige Beiträge in den Sozialen Medien gepostet. Kam gut an und wollen das bis zum Saisonende fortsetzen. Wir wollten so zeigen, dass wir noch da sind.

Ziemlich trübe Zeiten sind das für Sie und Ihre Zunftkollegen?

Kann mal wohl sagen. Aber wir sind alle Frohnaturen, wenn ich das mal so sagen darf, und wir lassen uns von nichts unterkriegen. Außerdem haben wir als Karnevalisten einen Auftrag zu erfüllen, sozusagen eine Mission.

Hoffentlich keine „Mission impossible“.

(Lacht) Nein, nein. Karneval gehört zur Brauchtumspflege, und dazu gehört, dass wir die Menschen in der närrischen Zeit aufmuntern, sie vom Alltag ablenken, auf andere Gedanken bringen. Das ist gerade in dieser schwierigen Zeit wichtig. Da muss man sich also um Sie, um den LCC keine Sorgen machen.

In dieser trüben Corona-Zeit neigen ja viele Menschen zu Depressionen. Sind Karnevalisten dagegen gefeit?

Ich will das nicht verallgemeinern, weil die Situation jeden ganz unterschiedlich trifft. Aber man kann schon sagen, dass wir Karnevalisten lebenslustige Menschen sind und auch bleiben, trotz Corona. Diese Fünfte Jahreszeit wäre für den LCC eine besondere gewesen: Es ist die 45. Session. Ihre Galaveranstaltung mussten sie leider absagen.

Werden Sie dieses Jubiläum im Laufe dieses Jahres noch nachfeiern?

Kann ich noch nicht sagen, ist alles offen. Hoffe sehr, dass der LCC im Herbst wieder da sein wird, und das nicht nur virtuell.

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