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Wird der Kreis zum Corona-Risikogebiet?

75 Neuinfizierte innerhalb von sieben Tagen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Wenn der Trend anhält, drohen Einschränkungen.

© Symbolbild: Sebastian Gollnow/dpa

Mit dem Erzgebirgskreis hat Sachsen ein erstes Corona-Risikogebiet. Am Montag lag dort die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage bei 67 pro 100.000 Einwohner. Ab einer Wocheninzidenz von 50 gilt eine Stadt oder ein Landkreis als Risikogebiet. Das bedeutet verschärfte Corona-Maßnahmen und Einschränkungen für die Einwohner. Eine davon ist, dass sie in den Ferien zum Beispiel nicht mehr nach Bayern, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder Schleswig-Holstein fahren und dort übernachten können - es sei denn, sie haben einen maximal 48 Stunden alten negativen Covid-19-Test. Im Gegensatz etwa zu Thüringen und Berlin haben diese Bundesländer ein Beherbergungsverbot erlassen. 

Erster Corona-Hotspot im Landkreis

Außerdem wird die Nachverfolgung von Kontakten etwa beim Besuch von Veranstaltungen, Restaurants, Hotels und Sportstätten vorgeschrieben. Im eigenen Haushalt dürfen maximal 25 Menschen gleichzeitig empfangen werden, für private Feiern gilt generell eine Obergrenze von 50 Personen. Ähnliche, teils noch strengere Vorschriften gelten bereits im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in der Stadt Altenberg. Dort dürfen sich selbst zu Feiern nicht mehr als 25 Leute treffen. Gemessen an der Einwohnerzahl ist die Stadt mit 22 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen weit über dem Schwellenwert von 50 angekommen und ein Corona-Hotspot. 

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Für das gesamte Kreisgebiet gilt das indes noch lange nicht. Nach Berechnung des Landratsamtes in Pirna liegt die Wocheninzidenz bei 30,56 - Stand Montag. Wenn jedoch der Trend anhält, könnte die gelbe Alarmgrenze in wenigen Tagen erreicht sein. Sie liegt bei 35 aktuellen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Ab dieser Zahl sind verschärfte Maßnahmen durchzusetzen, heißt es in der Sächsischen Corona-Schutzverordnung. 

Keine Spekulation zur Entwicklung der Corona-Lage

Die Beigeordnete des Landrates, Kati Kade (CDU), möchte aber nicht spekulieren, ob und wann der gesamte Landkreis die Schwellenwerte 35 und 50 erreicht. "Dies ist abhängig von der weiteren Lageentwicklung", teilt sie auf SZ-Anfrage mit. Zu verschärften Corona-Maßnahmen bei einer weiteren Zuspitzung der Lage heißt es: "Hierfür muss differenziert werden, ob es sich um ein lokales Ausbruchsgeschehen oder ein über den Landkreis verteiltes Lagebild handelt." Bei einem lokalen Ausbruch würde man analog zu Altenberg handeln, während bei einer "flächigen Lage" die Maßnahmen im ganzen Landkreis angewendet werden müssten. 

Gymnasium in Altenberg geschlossen

Sollten schärfere Vorschriften eingeführt werden, will aber der Landkreis nicht strenger sein, als das vom Freistaat vorgegeben wird. Auf die Frage, ob dies überhaupt vorstellbar sei, antwortete die Beigeordnete Kati Kade: "Aktuell ist das nicht geplant." 

Im Fall von Altenberg reagierte der Krisenstab im Landratsamt jedenfalls streng. Dort wurde nach dem Internat auch das Glück-Auf-Gymnasium geschlossen, wo sich mehrere Schüler und Lehrer infiziert hatten. Grundsätzlich, so das Landratsamt, könnten Kitas und Schulen trotz Corona-Infektionen geöffnet bleiben, wenn die Betroffenen in Quarantäne geschickt werden und genug Personal da sei, um den  Weiterbetrieb abzusichern. Am Gymnasium Altenberg hätten sich aber die Fälle gehäuft. Und auch vor dem Hintergrund der Gesamtentwicklung in der Stadt habe sich der Krisenstab dazu entschlossen, die Schule komplett zu schließen.

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