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Wird in Mittelsachsen bald mobil geimpft?

Die Terminvergabe im Impfzentrum Mittweida soll sich Ende Februar verbessern. Das DRK plant einen Impfbus.

Apothekerin Antje Walther gehört zu den Freiwilligen, die sich im Impfzentrum Mittweida um die Impfwilligen kümmern.
Apothekerin Antje Walther gehört zu den Freiwilligen, die sich im Impfzentrum Mittweida um die Impfwilligen kümmern. © Dietmar Thomas

Mittelsachsen. In Sachsen stehen für alle 13 Impfzentren 17.700 Termine für die Erstimpfung zur Verfügung – so die Information des Gesundheitsministeriums am späten Montagnachmittag.

Der Run auf die Termine ist ungebrochen groß. Am Dienstagmittag waren noch knapp 1.000 Termine übrig, teilt Kai Kranich, Sprecher des Landesverbandes Sachsen des DRK, auf Nachfrage von Sächsische.de mit.

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Wie viele Impfungen sind bisher im Impfzentrum Mittweida erfolgt?

Bis zum Dienstagmittag wurden in Mittweida 11.104 Impfdosen ausgegeben. Davon waren 3.730 Erst- und 1.852 Zweitimpfungen, die im Impfzentrum verabreicht wurden. Zudem stehen beim mobilen Impfteam 3.513 Erst- und 1.547 Zweitimpfungen zu Buche. Für alle kommt der Impfstoff von der Firma Biontech.

„Dazu kommen 422 Erstimpfungen mit Impfstoff von Moderna und 40 Personen, die mit Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurden“, so Kranich. Seit dem 1. Februar erfolgen im Impfzentrum die Zweitimpfungen parallel zu den Erstimpfungen.

Was passiert mit Impfdosen, die am Ende eines Tages übrig bleiben?

Zwar betreffe das nur eine bis fünf Impfdosen pro Tag, trotzdem sei der Umgang mit den Restimpfstoffdosen ein Balanceakt und eine große Herausforderung. „Denn es soll kein Impfstoff weggeworfen, aber im Moment auch nur Personen mit der Priorität 1 geimpft werden“, so der DRK-Sprecher. Gelöst werde das Problem mit einer Notliste, die mit den Kommunen und der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) abgesprochen sei.

Auf der Liste sind Personen – zum Beispiel Mitarbeiter in Arztpraxen – verzeichnet, die kurzfristig angerufen werden können. „Das erfolgt, wenn sich am Nachmittag herauskristallisiert, dass Impfdosen übrig bleiben,“ sagt Kranich.

Hat sich die Chance auf einen Termin durch jetzt drei Impfstoffe verbessert?

AstraZeneca steht flächendeckend in allen Impfzentren zur Verfügung. Für Menschen im Alter unter 65 Jahren gibt es damit noch einige Termine. „Sie müssen aber zur Prioritätengruppe 1 gehören, also zum Beispiel Pflegekräfte, Mitarbeiter von Rettungsdiensten oder Artpraxen.“

Es sei zwar schwierig, die drei derzeit zugelassenen unterschiedlichen Impfstoffe zu händeln. Aber es sei eine Entspannung der Impflage in Sicht. Ziel sei es, etwa 13.000 Menschen pro Tag zu impfen. Dann müsse aber auch das Personal in den Impfzentren aufgestockt werden.

Werden mobile Teams künftig auch außerhalb von Pflegeheimen eingesetzt?

„Wir bereiten gerade die Anpassung der mobilen Impfstrategie für den Zeitpunkt vor, wenn die Impfteams ihre Arbeit in den Pflegeheimen abgeschlossen haben“, erklärt Kai Kranich. Die Erstimpfung sei in den nächsten Tagen beendet, die Zweitimpfung nach jetzigem Stand voraussichtlich Mitte März. Für das mobile Impfen gebe es verschiedene Modelle.

Das DRK Döbeln-Hainichen hat auf seiner Facebook-Seite einen Bus als rollendes Impfzentrum vorgestellt. Dazu heißt es: „In wenigen Tagen werden wir mit unserem rollenden Impfzentrum im Landkreis unterwegs sein und die Corona-Schutzimpfung auch in die Fläche bringen.

Gemeinsam mit dem Landkreis und den Kommunalverwaltungen werden gerade die notwendigen Vorbereitungen getroffen.“ Kai Kranich sieht den Bus als eine mobile Variante und meint: „Wie, wann und wo dieser zum Einsatz kommt, kann ich heute noch nicht sagen.“

Welche Möglichkeiten gibt es, im Impfzentrum einen Termin zu erhalten?

Impftermine können im Internet unter sachsen.impfterminvergabe.de, aber auch unter der Telefonnummer 0800 0899089 vereinbart werden. Es gibt derzeit kontinuierlich, aber nicht immer so viele neue Termine wie am Montag. Sobald Impfstoff verfügbar ist, werden neue Termine ins System eingespeist, die dann vergeben werden können.

Wie läuft das Anschreiben der Über-80-Jährigen?

„In Größenordnungen werden wir ab Ende Februar/Anfang März wieder Termine vergeben können“, meint der DRK-Sprecher. Deshalb mache es derzeit auch keinen Sinn, ältere Menschen anzuschreiben. Ohne eine größere Anzahl von Impfterminen sei ein solches Schreiben nur frustrationssteigernd.

Auch wenn es in der Zukunft ein solches Schreiben geben sollte, müsse eine Anmeldung zum Impfen über das Buchungsportal oder die Hotline erfolgen. Nur so lasse sich gewährleisten, dass der Impfwillige seinen gewünschten Tag, das passende Impfzentrum und die Uhrzeit aussuchen kann. Außerdem könnten so auch Partnerbuchungen vorgenommen werden– wenn der Partner zu einer Impfung berechtigt ist.

Gibt es für die Fahrt zum Impfzentrum einen Fahrtkostenzuschuss?

Nein. Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen habe den Krankenkassen jedoch empfohlen, in Fällen, in denen die Schutzimpfung nicht durch ein mobiles Impfteam oder Ähnliches erfolgen kann, Fahrtkosten für das medizinisch notwendige Transportmittel für anspruchsberechtigte Versicherte bis zum nächst erreichbaren Impfzentrum zu übernehmen. Sollte ein Taxi oder ein Krankenfahrzeug nötig sein, bedarf es einer Verordnung einer Krankenbeförderung von dem sonst behandelnden Arzt.

Wie viele Parkplätze stehen am Impfzentrum Mittweida zur Verfügung?

Auf dem oberen Parkdeck, direkt vor dem Eingang zum Impfzentrum gibt es 95 Parkplätze. Diese können gebührenfrei genutzt werden, erklärt Mittweidas Oberbürgermeister Ralf Schreiber.

Wie ist das Impfzentrum mit Bus und Bahn erreichbar?

In Bezug auf die öffentlichen Verkehrsmittel verweist Michael Tanne, Geschäftsführer von Regiobus auf die Internetseiten vms.de und regiobus.com. „Dort können die Fahrgäste konkret eingeben, wann sie in Mittweida sein wollen und erhalten die entsprechende Verbindung. Über die geben aber auch die VMS-Zentralen Auskunft“, so Tanne.

Von Döbeln aus empfiehlt er die Fahrt mit dem Zug nach Mittweida. Vom Bahnhof aus fahren die Stadtbusse der Linien A und C zum Impfzentrum. Die nächstgelegene Haltestelle am Lidl-Markt an der Bahnhofstraße ist etwa 200 Meter von diesem entfernt.

Nach Anfragen einzelner Kommunen habe Regiobus auch geprüft, ob aus den Städten Sammelbusse nach Mittweida fahren könnten. Grundsätzlich sei das machbar. Aber die Fahrt müsse finanzierbar sein, alle Fahrgäste müssten am selben Tag in einem bestimmten Zeitraum einen Impftermin haben und der Bus könne nicht an das Impfzentrum heranfahren, sondern nur kurz auf der Straße davor zum Aus- und Einsteigen halten. Bisher sei es auch bei der Anfrage geblieben.

Wie lange ist derzeit die Wartezeit im Impfzentrum?

Die Wartezeit an der Anmeldung beträgt laut DRK bis zu zehn Minuten. Insgesamt sollten die Impfwilligen 30 bis 45 Minuten einplanen. An allen Stationen gebe es Wartemöglichkeiten.

Gibt es ausreichend Toiletten und ein Behinderten-WC?

Es sind ausreichend Toiletten für Frauen und Männer vorhanden. Ein Behinderten WC ist gerade im Bau.

Stehen Getränke zur Verfügung und gibt es einen kleinen Imbiss?

Aus hygienischen Gründen gibt es kein Speise- und Getränkeangebot, jedoch ist für „Patientenwasser“ gesorgt, wenn es notwendig ist.

Wie gelangen Menschen im Rollstuhl und mit Rollator ins Obergeschoss?

Für mobilitätseingeschränkte Besucher sind Soldaten der Bundeswehr vor Ort. Sie bringen die Personen mit einem Tragestuhl oder einem Treppensteiger ins Obergeschoss.

Müssen sich Mittelsachsen zwingend in Mittweida impfen lassen?

Nein. Innerhalb des Freistaates können sich die Sachsen aussuchen, in welchem Impfzentrum, an welchem Tag und zu welcher Zeit sie sich impfen lassen. „Das ist ein Stück Flexibilität“, meint Kranich.

Es könne auch nicht passieren, dass sich beispielsweise ein Brandenburger in einem sächsischen Impfzentrum „dazwischen mogelt“. Denn die Adressen der Impfwilligen würden geprüft und notfalls mit den Einwohnermeldeämtern abgeglichen. (mit FP)

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