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Wird’s besser, wird’s schlechter?

Ginge es nach dem Willen von Redakteurinnen und Redakteuren der SZ, würde 2021 großartig. Denn wir wünschen uns …

Egal, wie die Prognosen für 2021 auch sind: Man darf ja immerhin davon träumen, dass alles besser wird.
Egal, wie die Prognosen für 2021 auch sind: Man darf ja immerhin davon träumen, dass alles besser wird. © www.imago-images.de

… dass Uwe Tellkamps neuer Roman „Lava“ endlich fertig wird und dann im Suhrkamp-Verlag erscheint.

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Bauen und Wohnen
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?
Wohnen Sie noch oder bauen Sie schon?

Hier finden Sie alles, was Sie fürs Sanieren, Renovieren oder Bauen Ihrer eigenen vier Wände brauchen.

… dass Schülerinnen und Schüler so schnell wie möglich wieder durcheinanderwuseln, Mathehausaufgaben voneinander abschauen und sich gegenseitig mit Papierkugeln bewerfen können.

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… dass es niemals nötig sein wird, Kunstwerke oder Museen von bewaffneten Polizisten bewachen zu lassen.

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… dass mein Enkel dem pi-pa-putzigen Igel, der in unserem Garten wohnt, immer wieder frisches Wasser hinstellt.

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… mehr Schnee (als in den vergangenen drei Jahren).

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… dass sich die Erkenntnis endlich allgemein durchsetzt: Die persönliche Freiheit des Menschen endet genau dort, wo die persönliche Freiheit und Unversehrtheit anderer Menschen beginnt.

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… dass alle Lehrerinnen und Lehrer des Landes zoomen, skypen und whatsappen lernen.

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… dass der Missbrauch des 13. Februar 1945 durch Opfer-Hochrechner, Geschichts-Relativierer und „No Tears For Krauts“-Schreier endlich aufhört.

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… Friedrich Merz als Bundeskanzler und Annalena Baerbock als Außenministerin.

Friedrich Merz for Bundeskanzler?
Friedrich Merz for Bundeskanzler? © Archiv/Kay Nietfeld/dpa

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… dass die Debatte über Rundfunkbeiträge und Einsparmöglichkeiten bei den Öffentlich-Rechtlichen endlich ehrlich, selbstschonungslos und ergebnisoffen geführt wird.

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… eine in Sachsen erfundene Mund-Nase-Bedeckung die Brillenbeschlagfreiheit garantiert.

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… dass Angela Merkel sich bei Twitter anmeldet.

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… dass sich Schneekanonen auch gegen Skifahrer richten lassen. Jedenfalls gegen solche, die trotz Lockdown meinen, über die Pisten brettern und sich wie andere gefährden zu müssen.

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… einen Podcast mit Harald Schmidt und Christian Drosten.

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… dass Menschen, die unser Land als „Diktatur“ bezeichnen, zum Pflichtbesuch in den Gedenkstätten Bautzen und Buchenwald verdonnert werden.

Eine Querdenken-Demonstrantin mit fragwürdiger Botschaft.
Eine Querdenken-Demonstrantin mit fragwürdiger Botschaft. © Sina Schuldt/dpa

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… statt einer documenta eine Weltkunstausstellung, in der die besten und kreativsten im Lockdown entstandenen Kunstwerke versammelt sind.

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… das Bundesverdienstkreuz für den Geraer Rentner Alfons Blum, der aus Verzweiflung über das Verbot, seine demente Gattin im Heim zu besuchen, auf einer Anti-Corona-Demo war, aber dort einem Verschwörer-Wirrkopf entgegenhielt: „Man muss doch vernünftig bleiben.“

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… ein vernünftiges Wachstum nach der Pandemie. Falls Wachstum und Vernunft zusammenpassen.

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… Regen.

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… dass die im Homeoffice zu Ruhm und Ehre gekommene Jogginghosenmode keinen Einzug in die Zivilisation findet.

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… dass noch mehr Menschen noch mehr Medienkompetenz lernen und zwischen Medien und „Medien“ unterscheiden können.

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… dass die 21 Jahre alte Heizung in unserem Haus durchhält, bis der Hersteller eine neue hergestellt hat und der Monteur einen Termin findet, um sie zu montieren.

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… dass sich die USA nach der Katastrophe der letzten vier Jahre wieder auf ihre wahre Größe besinnen. Wie sie es nach solchen Ausfällen immer schon getan haben.

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… dass die Gesinnungspolizisten in den sozialen Netzwerken begreifen, dass es Lisa Eckhart, Dieter Nuhr und Kollegen doch nur gut meinen mit dieser bösen Welt.

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… dass Angela Merkel doch noch für eine fünfte Amtszeit antreten darf. Denn hinter ihr ist nichts von auch nur annähernd ähnlichem Format in Sicht.

Mach's nochmal, Angela!
Mach's nochmal, Angela! © Michael Kappeler/dpa

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… dass nach „Der Apfelbaum“ und „Ada“ hoffentlich bald der dritte Roman von Christian Berkel erscheint.

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… dass nach all den teilmissglückten Hilfs- und Rettungspaketen der Bundesregierung mal jemand mit echtem Einfluss das Kreuz hat, sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen starkzumachen.

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… dass Dynamo Dresden den Tabellenplatz halten und somit tatsächlich nach nur einem Jahr 3. Liga wieder aufsteigen kann.

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… Theateraufführungen mit Blut, Schweiß und Tränen, aus nächster Nähe genossen, stundenlang.

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… dass das Dresdner Schloss so sicher ist wie Fort Knox, aber nicht wieder wie eine Festung geschlossen bleiben muss.

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… dass wir bald mal wieder positiv sein dürfen.

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… dass wir möglichst bald wieder mit möglichst vielen Freunden feiern können.

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… dass Renten künftig als Brutto-gleich-netto-Betrag überwiesen werden und ich es mir sparen kann, mich um die Steuererklärung meiner Mutter kümmern zu müssen.

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… dass sich die Energie derjenigen, die gegen ein Stück Stoff protestieren, gegen wirkliches Unrecht richtet.

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… eine gute Verdauung und stets ausreichend Klopapier.

Auf dass es immer genug Rollen davon gebe!
Auf dass es immer genug Rollen davon gebe! © Pixabay

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… dass sächsische Bühnen und Kulturveranstalter endlich Mittel und Wege finden, auch ohne Live-Zuschauer ihrem Publikum Interessantes zu bieten.

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… dass die Deutsche Bahn den neuen Berliner Flughafen im Stundentakt mit Dresden verbindet.

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… dass Chemnitz viele gute Ideen hat, um sich zu einer großartigen Kulturhauptstadt entwickeln zu können.

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… dass auf der B 96 die Reichkriegsflaggen eingeholt werden.

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… dass die Sächsische Zeitung ihren 75. Geburtstag gebührend feiern kann.

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… dass ARD und ZDF mal was anderes einfällt, als ihr Programm mit immer mehr Tatorten, Talkshows und Schirach-Verfilmungen zuzumüllen.

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... ein ganzjähriges Böllerverbot in Dresden.

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… dass Joe Biden wirklich ein besserer Präsident als sein Vorgänger wird.

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… besonders in diesen spaßreduzierten Zeiten einen entspannteren Blick der deutschen Exekutiv-Organe auf beflügelnde Räucherwaren.

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… dass eine verbindliche, vierwöchige Fastenzeit für die Nutzung sozialer Medien eingeführt wird.

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