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Wirte im Osterzgebirge fordern Öffnung

Der Wirtestammtisch hatte Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch zu Gast. Sie könnte sich Osterurlaub für Sachsen in Sachsen vorstellen.

Tisch ohne Stammgäste. Zumindest die Wirte haben sich jetzt getroffen und haben klare Forderungen.
Tisch ohne Stammgäste. Zumindest die Wirte haben sich jetzt getroffen und haben klare Forderungen. © Marko Förster

Sven Baumgart ist ein Typ, bei dem die Lachfalten nicht mehr aus dem Gesicht verschwinden, so tief eingegraben sind sie. Doch der Eindruck täuscht. Der Inhaber des Geisinger Ratskellers kann vor Sorgen nicht einschlafen: "Vor nachts 2 Uhr habe ich keine Chance. Der Kopf arbeitet, bis nichts mehr geht", sagt er beim Wirtestammtisch Osterzgebirge.

Sachsens Tourismusministerin Barbara Klepsch hört zu. Am Montag war sie zu Gast beim Wirtestammtisch Osterzgebirge, dem mittlerweile zwölf Hotel- und Gasthofbetreiber zwischen Holzhau und Dippoldiswalde angehören. Thomas Härtig, Gastgeber der März-Runde, betreibt den "Goldenen Stern" in Frauenstein. Das Thema "Stufenplan zur Wiedereröffnung" hatte er ganz oben auf die Tagesordnung gesetzt.

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Personal halten ist eins der größten Probleme

Jan Kempe, der den Gasthof Bärenfels betreibt, spricht von gemischten Gefühlen: "Unsere Mitarbeiter kommen an die Grenzen mit dem Kurzarbeitergeld", sagt er. Wenn Koch- und Servicekräfte von ihrem ohnehin nicht üppigen Gehalt über Monate nur 60 Prozent erhalten, würde ihnen gar nichts anderes übrig bleiben als sich eine andere Arbeit zu suchen: "Das Personal zu halten, damit wir dann, wenn es möglich ist, auch richtig öffnen können, ist derzeit unsere Hauptsorge." Zusammen mit dem Szenario, dass die Grenze noch zu ist, wenn wieder geöffnet wird: "Wir brauchen dann unser tschechisches Personal!"

Als die Geschäftsführerin der Tourismus Marketing Gesellschaft Sachsen, Veronika Hiebl, fragt, wie viel Vorlauf die Gastronomie und Hotelier für eine Wiedereröffnung bräuchten, antwortet Uwe Melzer vom Ahorn Waldhotel Schellerhau: "Wir sind in kürzester Zeit startklar." Zur Zeit sind es vielmehr urlaubswillige Gäste, die Vorlauf für ihre Planung bräuchten: "Wir selbst sind als Hotels vorbereitet mit Hygienekonzepten, haben mehr als genug Schnelltests auf Lager. Man könnte doch zumindest den Gästen eine Übernachtungsmöglichkeit geben, die geimpft sind?"

Vorsichtiges Öffnungsszenario in den nächsten Wochen?

Auch Barbara Klepsch sagt: "Die Hygienekonzepte gibt es, wir müssen das Rad nicht neu erfinden." Ein Öffnungsfahrplan müsste sich an den drei Punkten Testen, Impfen und die Auslastung der Krankenhäuser mit Coronapatienten orientieren. "Natürlich muss man dabei auch die tschechischen Arbeitskräfte im Blick behalten, die dann gebraucht werden."

Klepsch sprach von neuen Entwicklungen "in den nächsten Wochen". Derzeit würde in Augustusburg und Oberwiesenthal in einer Art Feldversuch beobachtet, ob und wie eine Öffnung bei Vorlage eines negativen Schnelltestes funktionieren kann. Zudem habe die Bundesregierung zugesagt, noch im März genügend Tests zur Verfügung zu stellen. "Zu Ostern wäre auch eine Strategie vorstellbar, den Sachsen einen Urlaub in Sachsen zu ermöglichen. Das könnte ein erster Schritt sein."

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