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Wo der Tod sich stapelt

Neun von zehn sächsischen Krematorien arbeiten am Limit. Die Särge stapeln sich, die Öfen laufen ununterbrochen. Wie lange geht das noch gut?

Von Tobias Wolf & Ulrich Wolf
 10 Min.
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In der Feierhalle des Krematoriums Döbeln nehmen sonst Angehörige Abschied von ihren Verstorbenen. Derzeit aber dient der Raum als Zusatzlager für Särge.
In der Feierhalle des Krematoriums Döbeln nehmen sonst Angehörige Abschied von ihren Verstorbenen. Derzeit aber dient der Raum als Zusatzlager für Särge. © Thomas Kretschel/kairospress

Der auberginefarbene VW-Bus mit den grau-gerafften Vorhängen und Kennzeichen aus Flöha rollt aus, dann geht der Motor aus. Behutsam ziehen Fahrer und Beifahrer die hölzerne Fracht aus dem Wagen, tragen sie durch ein Holztor. Gemessenen Schrittes, aber zügig. Der nächste Leichenwagen wartet, ein silbergrauer Bus aus Leipzig. Auch diese Bestatter gehen mit dem Sarg direkt in die Halle. Dann rollt ein Mercedes aus Freiberg heran. Kurz darauf stehen drei Busse vor der Tür: Manchmal kommen die Fahrzeuge im Minutentakt.

„So eine dramatische Situation hat das Krematorium in seiner Geschichte noch nicht erlebt“, sagt Gerold Münster. Der 47-Jährige ist Geschäftsführer der Krematorium Döbeln GmbH. Die einzige privat betriebene Einäscherungsanlage Sachsens gehört zur Jakob- Becker-Gruppe, einem Entsorgungskonzern aus Rheinland-Pfalz.

Das, was in Krematorien wie in Döbeln geschieht, will die Gesellschaft am liebsten verdrängen. Doch mit der Pandemie wird die Vergänglichkeit bewusst.
Das, was in Krematorien wie in Döbeln geschieht, will die Gesellschaft am liebsten verdrängen. Doch mit der Pandemie wird die Vergänglichkeit bewusst. © Thomas Kretschel/kairospress
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