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Dresdner Wohnhaus: 10 Delta-Fälle

Ein Massentest hat weitere Infektionen mit der Delta-Variante in der Dresdner Südvorstadt ans Licht gebracht. Was über den Ausbruch im Wohnhaus bekannt ist.

In der Dresdner Südvorstadt hat sich die Delta-Variante des Coronavirus weiter ausgebreitet.
In der Dresdner Südvorstadt hat sich die Delta-Variante des Coronavirus weiter ausgebreitet. © Sven Ellger

Dresden. Die Delta-Variante des Coronavirus breitet sich weiter aus. Bei 13 Bewohnern der Altenzeller Straße konnte die Mutante bereits in den vergangenen Tagen nachgewiesen werden. Ein Massentest am Montag hatte weitere Fälle ans Licht gebracht. Was über den Ausbruch in der Südvorstadt bekannt ist.

Wie viele neue Fälle gibt es?

An diesem Freitag teilt das Gesundheitsamt auf SZ-Anfrage mit, dass eine Vollgenomsequenzierung beauftragt wurde, das heißt, alle Proben werden auf die Corona-Varianten untersucht. Die Ergebnisse liegen dem Gesundheitsamt aber noch nicht vor. "Die variantenspezifische PCR ergab, dass von den 16 Positiven zehn mit Delta infiziert sind. Diese Ergebnisse sind sehr sicher", so das Rathaus. Die Betroffenen hätten teils keine, teils nur leichte Corona-Symptome. Das Gesundheitsamt telefoniere regelmäßig mit den Bewohnern im Rahmen der Nachsorge.

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Im Zusammenhang mit dem dortigen Infektionsgeschehen seien für Privatpersonen 46 Quarantäneverordnungen für den Zeitraum bis Ende dieser Woche ausgesprochen worden. "Nach derzeitigem Ermittlungsstand befinden oder befanden sich in diesem Zusammenhang 175 Personen in Quarantäne", so das Rathaus.

Das Gesundheitsamt hatte am Montag 137 Bewohner der Altenzeller Straße 1 sowie neun weitere Menschen testen lassen, die in benachbarten Gebäuden leben. Von den insgesamt 146 getesteten Personen sind drei Menschen infiziert, teilte das Gesundheitsamt am Dienstag mit. Varianten-spezifische PCR-Tests würden nahelegen, dass es sich in zwei Fällen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit um die Delta-Variante handele. Beide hätten Kontakt zu den Bewohnern gehabt, die sich ebenfalls mit der Delta-Variante angesteckt hatten. In dem dritten Fall handelt es sich um die in Dresden vorherrschende Alpha-Variante, früher besser bekannt als britische Variante. Insgesamt haben sich in dem Wohn-Hochhaus damit 15 Menschen mit der hochansteckenden Delta-Variante infiziert.

Weiß man, wie sich die Bewohner angesteckt habe?

Ja. Die Infektionsketten, erklärt das Gesundheitsamt, ließen sich einerseits auf Kontakte in Innenräumen zurückführen, unter anderem in den Wohnungen der Familien, aber auch in der Schule. Andererseits seien enge Kontakte in der Freizeit gepflegt worden. Das heißt auch, dass der Ausbruch nicht auf Reiserückkehrer aus Risikogebieten zurückgeht. Die Infektionen fanden allesamt in Dresden statt.

Gesundheitsbürgermeisterin Kristin Kaufmann (Linke) mahnt: "Das sommerliche Wetter und die niedrigen Infektionszahlen lassen viel zu, dürfen aber keinesfalls leichtsinnig machen. Der Coronavirus ist noch nicht überwunden. Das Tragen eines Mund-Nasenschutzes vor allem in Innenräumen ist nach wie vor – auch wenn es bei der Wärme sehr belastend sein kann – unerlässlich."

Muss mit weiteren Infektionen in dem Wohnhaus gerechnet werden?

Davon geht das Gesundheitsamt derzeit nicht aus. Die Tests am Montag und die weiteren Ermittlungen hätten ergeben, dass es im Wohnhaus an der Altenzeller Straße zu keinen weiteren Ansteckungen gekommen sei. Eine Infektionsgefahr geht damit nur noch von den Infizierten aus. Da sich diese in Quarantäne befinden und ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen, dürfte es auch zu keinen weiteren Ansteckungen in dem Haus kommen.

Eine kleine Unsicherheit lässt sich aus der Mitteilung der Stadt trotzdem heraushören. Demnach haben sich nicht alle Bewohner der Altenzeller Straße 1 testen lassen. Wenige hätten gefehlt, so das Gesundheitsamt.

Mussten sich die Bewohner testen lassen?

Für die Bewohner der Altenzeller Straße 1 hat das Gesundheitsamt die Tests angeordnet. Hier ließen sich 137 Menschen untersuchen. "Das Gesundheitsamt dankt den Bewohnerinnen und Bewohnern der betroffenen Häuser ausdrücklich, dass sie sehr verständnisvoll an der Testaktion teilgenommen haben", so die Stadt. "Alle waren sehr höflich. Viele haben sich für die Fürsorge bedankt."

Für die Bewohner der benachbarten Gebäude sind die Tests auf freiwilliger Basis angeboten worden. Neun Menschen nahmen dieses Angebot in Anspruch. Bei einem dieser neun Getesteten handelt es sich um die Person, bei der die Alpha-Variante entdeckt wurde.

Das Gesundheitsamt hat am Dienstag noch einmal den Umfang des Massentests verdeutlicht. Demnach waren mehrere Behörden und Hilfsorganisationen im Einsatz, um die Aktion möglich zu machen. "Erneut hat man im Gesundheitsamt das Wochenende durchgearbeitet, um Kontaktpersonen zu ermitteln und die groß angelegte Testung zu organisieren." Johanniter und das DKMS-Labor hätten dafür gesorgt, dass die Tests ohne Zeitverzug durchgeführt und die Ergebnisse ans Gesundheitsamt gemeldet werden konnten. Mitarbeiter des Ordnungsamtes hatten die Bewohner am Montag von ihrem Wohnhaus zur anderen Straßenseite zum Testzentrum an der Budapester Straße eskortiert. Die Hausmeister des Vermieters Vonovia hätten spontan Stühle und eine Toilette für die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes bereitgestellt, die mit den Ermittlungen beschäftigt waren.

Müssen jetzt weitere Menschen in Quarantäne?

Höchstwahrscheinlich, denn Personen, die zu den drei neuen Infizierten engen Kontakt hatten, könnten sich angesteckt haben. "Das Gesundheitsamt hat für diese Fälle die Kontaktermittlung aufgenommen und die notwendige Absonderung veranlasst", heißt es von der Stadtverwaltung. Als Absonderung wird die Isolation der Infizierten zu Hause bezeichnet. Wie viele Menschen sich neben den insgesamt 16 Infizierten noch in Quarantäne befinden, teilte die Stadt nicht mit.

Hilft die Corona-Schutzimpfung gegen die Delta-Variante?

Ja, die zugelassenen Impfstoffe schützen generell gut vor schweren Verläufen, egal mit welcher Variante man sich infiziert hat. Dennoch gibt es leichte Unterschiede. Wer vollständig geimpft ist und sich mit der Delta-Variante ansteckt, hat ein leicht höheres Risiko, trotzdem schwer zu erkranken. Darauf deuten zumindest erste Studien hin.

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Allgemein gilt: Wer geimpft ist, kann sich trotzdem infizieren und auch Symptome bekommen. Diese sollten aber - wenn sie denn auftreten - eher leicht ausfallen. Auch eine Übertragung der Virusvariante an andere Menschen ist möglich, wenn man geimpft ist. "Deshalb müssen auch Genesene und Geimpfte beim Nachweis dieser besorgniserregenden Variante in Quarantäne", so das Gesundheitsamt.

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