merken
PLUS Pirna

Pirna: Zahlreiche Todesfälle in Seniorenheim

Insgesamt 61 Personen sind verstorben. Sie waren mit Corona infiziert. Es gilt ein genereller Besuchsstopp.

Das Seniorenzentrum Sächsische Schweiz in Pirna verzeichnet 61 Corona-Tote.
Das Seniorenzentrum Sächsische Schweiz in Pirna verzeichnet 61 Corona-Tote. © Archivbild: Norbert Millauer

61 Bewohner des Seniorenwohnheims Sächsische Schweiz in Pirna sind in den Monaten November und Dezember verstorben. Das bestätigt Geschäftsführer Jan Fritsche auf Anfrage von Sächsische.de. Bei den Toten lag eine Corona-Infektion vor. Jedoch sei die Todesursache nicht zwingend auf das Virus zurück zu führen, sondern die Bewohner seien "mit einer Corona-Infektion" verstorben, betont Fritsche. Die Gesamtzahl der infizierten Bewohner in diesem Zeitraum gibt er mit circa 300 an. Die Betreuungskapazität der Einrichtung liegt bei 440 Bewohnern.

Aktuell leben in der Pirnaer Einrichtung 23 als infiziert geltende Bewohner. 15 Mitarbeiter befinden sich in Quarantäne. "Damit hat ein Großteil der Bewohner die Infektion überstanden und gilt als geheilt", so der Geschäftsführer. Er betont, dass derzeit generell die Sterberaten bei Infektionsausbrüchen in Seniorenpflegeeinrichtungen über den normalen Werten lägen. "Wir beobachten aktuell Sterberaten von bis zu 30 Prozent während eines Infektionsgeschehens", sagt Fritsche. Das Heim gehört zu der Burchard-Führer-Gruppe, die noch weitere Einrichtungen bundesweit betreibt.

Anzeige
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA
Unschlagbare Schnäppchen bei NORMA

Ab dem 18. Januar gibt es bei NORMA wieder zahlreiche Rabattaktionen. Hier finden Sie die besten Angebote und Aktionsprodukte aus dem aktuellen Prospekt.

Unterstützung für das Pflegepersonal in Pirna kam von der Bundeswehr. Zeitweilig waren in der Einrichtung bis zu 13 Soldaten im Einsatz.

Isolation im Heim wird ausgeweitet

Bereits Anfang November hatte das Pirnaer Seniorenwohnheim Sächsische Schweiz einen Corona-Ausbruch bestätigt. 26 Bewohner und vier Mitarbeiter wurden positiv getestet. Trotz sofortiger Isolierung der Betroffenen konnte ein Übergreifen des Infektionsgeschehens innerhalb der Einrichtung nicht aufgehalten werden.

Vorwürfe will sich die Geschäftsleitung indes nicht machen lassen. "Wir haben uns jederzeit eng mit dem Landratsamt abgestimmt", sagt Fritsche. Schon früh seien Schnelltests zum Einsatz gekommen. Ausreichende Schutzausrüstungen, strikte Umsetzung aller gesetzlichen Vorgaben, stetige Aktualisierung der Pandemiepläne sowie ständiges Tragen von FFP2 Masken aller Mitarbeiter waren einige der getroffenen Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens. Die Isolation wurde ausgedehnt.

Besucher werden nicht eingelassen

Weiterführende Artikel

Kaputter Aufzug bereitet Dresdner Senioren Sorgen

Kaputter Aufzug bereitet Dresdner Senioren Sorgen

In einem Betreuten Wohnen in Weißig können die Bewohner den Fahrstuhl seit vier Wochen nicht mehr benutzen. Und eine schnelle Lösung lässt auf sich warten.

Ab dem 11. Dezember gilt ein genereller Besuchsstopp. "Zwischenzeitlich werden, in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt, intensive Desinfektionsmaßnahmen in einzelnen Wohnbereichen durchgeführt", sagt Jan Fritsche. Man sei optimistisch, dass ab kommender Woche einige Bereiche wieder für Besuche öffnen können. Staatsanwaltliche Ermittlungsverfahren gegen das Seniorenwohnheim Sächsische Schweiz habe es nicht gegeben. Anfang Dezember berichtete Sächsische .de, dass der Landkreis einige Pflegeheime wegen eklatanter Verstöße gegen Corona-Regeln angezeigt habe.

Mehr Nachrichten aus Pirna lesen Sie hier.

Den täglichen kostenlosen Newsletter können Sie hier bestellen.

Mehr zum Thema Pirna