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Ärger über Zettelwirtschaft im Spreebad

Am Eingang des Bautzener Freibades müssen Besucher wegen der Kontaktdatenerfassung zeitweise lange warten. Anderswo ist das eleganter gelöst.

Vorm Badespaß im Bautzener Spreebad muss am Einlass ein Zettel mit den Kontaktdaten ausgefüllt werden.
Vorm Badespaß im Bautzener Spreebad muss am Einlass ein Zettel mit den Kontaktdaten ausgefüllt werden. © Fotos: SZ/Uwe Soeder, Montage: SZ-Bildstelle

Bautzen. Das Wasser kommt an diesem Vormittag von oben. Das Tor zum Bautzener Spreebad ist verschlossen, ein Mitarbeiter der Beteiligungs- und Betriebsgesellschaft Bautzen (BBB) hält dennoch die Stellung. Ein Radfahrer mit Regenkutte kommt vorbei, sonst ist weit und breit kein Mensch zu sehen.

Das war an den Tagen zuvor ganz anders. Hochsommerliche Temperaturen lockten allein von Freitag bis Sonntag vergangener Woche mehr als 3.200 Badelustige ins kühle Nass. Am Eingang bildeten sich zeitweise zwei Schlangen. Eine an der Kasse - und eine an dem Tisch daneben. Dort liegen Zettel, auf denen alle Besucher ihre Kontaktdaten hinterlassen müssen - zur möglichen Nachverfolgung, falls die Corona-Zahlen wieder steigen sollten. Am Wochenende mussten "die Gäste mit längeren Wartezeiten in den Badbesuch starten", bestätigt BBB-Sprecherin Katharina Görnitz.

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Gerade am heißen Wochenende, als sich die Badelustigen am Einlass stauten, wurde da auch Kritik laut: Muss dieser Zettelkram sein? Ja und nein. Ja - die Kontakterfassung muss sein, noch. Nein - es geht auch anders als nur auf Papier.

Ab Juli fällt die Kontakterfassung weg

Der Pflicht zur Erfassung der Kontakte von Besuchern kommt nicht nur die BBB nach, sondern jeder Betreiber eines Freibades in Sachsen. So will es die aktuelle Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates. Demnach dürfen Freibäder ab einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 öffnen, aber eben unter einigen Bedingungen. Dazu gehören Höchstzahlen für Besucher. Im Bautzener Spreebad dürfen sich derzeit nicht mehr als 700 Badegäste gleichzeitig aufhalten. Und zu diesen Bedingungen gehört auch die Kontakterfassung.

Aber das ändert sich bald. Möglich macht das die neue Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen, welche die Regierung am Dienstag beschloss. Das Sozialministerium bestätigt auf Anfrage von Sächsische.de: Liegt die Corona-Inzidenz mindestens fünf Tage nacheinander unter zehn, entfallen "die meisten Beschränkungen, so auch die Pflicht zu Kontakterfassung in Freibädern". Und diese Voraussetzung ist im Landkreis gegeben - hier war die Inzidenz zuletzt am 16. Juni zweistellig.

Aber die neue Verordnung gilt erst ab 1. Juli. Das heißt, bis 30. Juni müssen noch von jedem Badegast die Kontakte erfasst werden.

Andernorts geht es ganz ohne Papier

Und das geht auch, ohne dass es dazu wie in Bautzen am Einlass eine Menschentraube an einem Tisch mit Formularen gibt. Die Stadt Großröhrsdorf macht vor, wie es auch gehen kann: Hier können sich Badelustige das Formular bequem zu Hause im Internet herunterladen, ausfüllen und dann einfach ins Masseneibad mitbringen. Diese Möglichkeit wird auch gut genutzt, berichtet Objektleiter Mario Gneuß: "Das spart schon Zeit, wenn die Leute das Formular schon ausgefüllt mitbringen." Ins Masseneibad dürfen gleichzeitig 1.000 Personen.

Ganz auf Papier verzichten können Besucher des Freibades in Freiberg zwischen Dresden und Chemnitz. Dort können die Gäste am Einlass mit einer Smartphone-App einen Code scannen und sind automatisch registriert. Beim Verlassen des Bades lässt sich mit der gleichen App wieder auschecken.

Grundsätzlich ginge das auch in Bautzen, sagt BBB-Sprecherin Katharina Görner. Aber "erfahrungsgemäß" würden nur wenige Badegäste die digitale Möglichkeit der Kontaktnachverfolgung nutzen - also bleibt es bei Papier. Bis nächsten Mittwoch.

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