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Leipzig

Sachsen muss "viel stärker" bremsen

Der Freistaat Sachsen gilt bundesweit als Corona-Brennpunkt. Ein Leipziger Epidemiologe nennt fünf Faktoren, warum das so ist - und was er vorschlägt.

Ein Schild weist auf die Maskenpflicht in der Leipziger Innenstadt hin. In Sachsen breitet sich zurzeit das Coronavirus besonders schnell aus. Daher gelten nun schärfere Maßnahmen, unter anderem Ausgangsbeschränkungen.
Ein Schild weist auf die Maskenpflicht in der Leipziger Innenstadt hin. In Sachsen breitet sich zurzeit das Coronavirus besonders schnell aus. Daher gelten nun schärfere Maßnahmen, unter anderem Ausgangsbeschränkungen. © Jan Woitas/dpa

Leipzig. Gegen das Infektionsgeschehen in Sachsen hilft aus Sicht des Leipziger Epidemiologen Markus Scholz möglicherweise nur ein kurzer vollständiger Lockdown. Angesichts des bestehenden "überexponentiellen" Trends bei den Fallzahlen müsse "viel stärker" gebremst werden, um wieder in einen normalen Bereich zu kommen, sagte der Universitätsprofessor am Donnerstag. "Je später man reagiert, je zögerlicher, desto härter muss man eingreifen."

Wenn sich in zwei Wochen kein Erfolg zeige, "dann ist die Frage, ob man nicht kurzzeitig härter bremsen sollte". Wenn die Zahlen gleichblieben und nur allmählich absinken, müssten die Maßnahmen ansonsten dauerhaft fortgesetzt werden, bis die Impfungen abgeschlossen seien.

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"Es wird zu wenig getestet"

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Scholz sieht fünf Faktoren, warum der Freistaat bundesweiter Hotspot ist. "Sachsen hat die älteste Bevölkerung aller Bundesländer und wir sehen, dass sich die Älteren schneller gegenseitig anstecken und sich die Inzidenz in dieser Gruppe zuerst verstärkte." Auch die Grenznähe einiger Regionen zu den Hochinzidenzländern Tschechien und Polen könne relevant sein. Dazu komme die wachsende Dunkelziffer, die sich jetzt in der hohen Test-Positivquote zeige und die das Infektionsgeschehen weiter anheize. "Im Prinzip wird für die Pandemielage zu wenig getestet", sagte er.

"Generell ist es so, wenn die Zahlen einmal hoch sind, wird die Bremswirkung der Maßnahmen schlechter", sagte Scholz unter Verweis darauf, dass die Kontaktnachverfolgung bei steigenden Zahlen weniger effizient ist. (dpa)

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