merken

Coswig hat einen neuen Sportplan

Die Stadt aktualisiert ihr Konzept für die Sportstätten. Eine Ausbaumöglichkeit gibt es noch für die 2600 Sportler im Verein.

© Arvid Müller

Von Uta Büttner

Coswig. Das Sportangebot in Coswig ist reich, sagt die Stadt. So gibt es acht öffentliche Freizeitsportplätze, acht Schulsporthallen und sechs Außensportanlagen an Coswigs Schulen. Zudem befinden sich die meisten Grundstücke der 19 Sportvereine im Besitz der Stadt, die von den Vereinen gepachtet und selbst unterhalten werden. Die dritte Säule der Angebote sind private Sporteinrichtungen. Doch reicht das aus? Auch in Zukunft? Diese Fragen werden in dem aktuellen Fachkonzept der Stadt Coswig beantwortet. „Die letzte Version des Konzeptes stammt aus dem Jahr 2006, nach zwölf Jahren ist eine Anpassung an den aktuellen Stand angebracht. Ein aktuelles Sportkonzept ist zudem für die Beantragung von Fördermitteln generell hilfreich und in manchen Fällen auch Voraussetzung dafür“, sagt Osman Nasr, Leiter der Wirtschaftsförderung.

Anzeige
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter
Die WOGENO sucht neue Mitarbeiter

Die Wohnungsgenossenschaft Zittau eG bietet für engagierte Bewerber ein attraktives und verlässliches Arbeitsumfeld.

© SZ/Grafik

Eine Aussage des Konzeptes ist, dass es nicht mehr Sportareale geben wird und laut Osman Nasr die Schaffung kommunaler Sportzentren unrealistisch und auch nicht erforderlich sei. „Mögliche Ergänzungen sollten im Sportareal an der Weinböhlaer Straße erfolgen, da es dort noch Flächen gibt, die genutzt werden könnten“, sagt der Wirtschaftsförderer. Dabei betont er, dass es dabei nur um kommunale Angebote und nicht um privatwirtschaftlich betriebene Sport- und Freizeitzentren geht. Grundlage für diese Entscheidung bildet die Prognose, wie hoch der Bedarf an Sportangeboten in Zukunft sein wird. Und diese besagt, dass keine weiteren Sportareale in Coswig benötigt werden.

Erweiterungen oder Ersatzbauten sollten auf bestehenden Flächen erfolgen. So biete sich laut Konzept das zentrumsnah gelegene Sportareal Weinböhlaer Straße an. Auf den anderen Sportarealen gibt es keine Möglichkeiten einer räumlichen Erweiterung. Sie sollen aber in der aktuellen Form erhalten bleiben. Schließungen, wie vor Jahren des Sportplatzes an der Neucoswiger Straße, sind laut Osman Nasr zukünftig nicht geplant. Sportler, die auf Hallen angewiesen sind, können sich freuen. Demnächst wird die Ein-Feld-Halle im Förderschulzentrum Peter Rosegger durch den Neubau einer Zwei-Feld-Halle ersetzt.

Derzeit sind rund 2 600 Sportler in Vereinen organisiert, unter ihnen etwa 1 000 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren und ebenso viele 19- bis 60-Jährige. Das sind insgesamt 12,5 Prozent der Coswiger Bevölkerung. Damit stellen laut Stadt die Sportvereine einen starken Träger der Jugend- und Sozialarbeit. Die Zahl der Vereinsmitglieder hat sich seit 2012 um rund 150 leicht erhöht. Und vor allem immer mehr Kinder und Jugendliche fanden den Weg zur sportlichen Betätigung. Vor sechs Jahren waren es rund 750 Aktive.

Im Zusammenhang mit der geplanten Reduzierung der Schulsportstunden und der eventuellen Auslagerung in Ganztagsangebote wollte die Sächsische Zeitung wissen, ob die damit verbundenen Anforderungen beim aktuellen Sportkonzept berücksichtigt werden. „Dieser Punkt wird nicht berücksichtigt, da ich nicht sehe, dass Vereine hoheitliche Aufgaben der Schule übernehmen können und sollten. Die Angebote der Vereine sind zusätzlich und für Schüler nicht verpflichtend. Die Verbesserung der Infrastruktur durch die Aufwertung der Sportanlagen und den geplanten Ersatz einer Ein-Feld-Sporthalle durch eine Zwei-Feld-Halle bietet die Möglichkeit, auf eine wachsende Nachfrage zu reagieren.“ Weitere Hallen könnten nicht angeboten werden, auch sei die Zahl der ehrenamtlichen Übungsleiter begrenzt“, sagt Osman Nasr.

Eine Prognose zu möglichen Trend-Sportarten in naher Zukunft wurde nicht im Konzept berücksichtigt. „Diese werden zunächst von Vereinen oder anderen Anbietern aufgegriffen. Es ist dazu nicht in allen Fällen erforderlich, eine kommunale Infrastruktur zu schaffen“, sagt Osman Nasr. Zudem seien kommunale und privatwirtschaftliche Belange zu trennen. „Beispielsweise werden Kletterhallen als gewerbliche Einrichtungen bewertet, eine kommunale Förderung wäre daher schwierig.“ Aber die Stadt sei mit den Vereinen in ständigem Austausch. Und es wurden keine entsprechenden Anfragen laut Osman Nasr gestellt.