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Cottbus-Trainer schlägt Alarm

Der FC Energie muss erneut einen Anlauf in der Regionalliga nehmen. Doch die Vorzeichen sind alles andere als gut.

Der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz hält sein Team derzeit für zu schwach besetzt, um sich den Aufstieg als Ziel setzen zu können.
Der Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz hält sein Team derzeit für zu schwach besetzt, um sich den Aufstieg als Ziel setzen zu können. © dpa/Frank Hammerschmidt

Von Wolfgang von der Burg

Aufbruchstimmung sieht anders aus. Nach dem zweiten Absturz aus der 3. Fußball-Liga seit 2016 startet Energie Cottbus mit einem Rumpfkader in die Regionalliga-Saison. 16 Spieler stehen Trainer Claus-Dieter Wollitz vor dem Auftakt gegen die VSG Altglienicke am Samstag zur Verfügung, nach dem Abstieg verließen insgesamt 20 Akteure den Verein. „Wir müssen die Situation so annehmen, wie sie erst einmal ist“, sagt Wollitz trotzig. „Gleichzeitig haben jetzt natürlich die ganz jungen Spieler die Chance, sich zu beweisen und zu präsentieren.“

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Der Wunsch der Fans nach dem direkten Wiederaufstieg ist natürlich vorhanden, erscheint angesichts der dünnen Personaldecke allerdings zumindest aktuell eher illusorisch. „Ich würde gern sagen, dass wir der Favorit sind“, antwortete Wollitz bei mdr.de auf die Frage nach dem Saisonziel. „Das sind wir in dieser Spielzeit aber nicht. Im Moment sind wir Lichtjahre davon entfernt.“ Als Aufstiegskandidaten nennt er zuerst Nordhausen und Lok Leipzig, aber auch Erfurt und die Berliner Vereine Viktoria und AK könnten eine Rolle spielen. „Das wird kein Zuckerschlecken.“

Zuletzt schlug Wollitz aufgrund seines Kaders Alarm. „Uns sagen derzeit viele Spieler ab“, gestand der 54-Jährige im Gespräch mit der Lausitzer Rundschau. „Es ist deprimierend, wenn man immer wieder Absagen bekommt. Als Antwort heißt es dann immer: ,Man hört dies und das über Cottbus.‘ Das ist nicht gut. Es kostet viel Kraft, die Enttäuschung zu verarbeiten.“ Dabei scheitere es nicht am Etat, der sei ähnlich aufgestellt wie im Aufstiegsjahr 2017/18. Er wolle aber keine Spieler, für die Energie die letzte Alternative ist. „Wenn ich merke, dass die Überzeugung fehlt, macht es wenig Sinn.“

Neben Verteidiger Robert Müller, der allerdings gegen Altglienicke wegen Rückenbeschwerden ausfällt, steht mit Stürmer Dimitar Rangelov nur noch ein altgedienter Profi im derzeitigen Aufgebot. Mehr als ein halbes Dutzend Akteure kommen aus dem eigenen Nachwuchs des FC Energie. „Die Vorfreude hält sich in Grenzen“, gab Wollitz im Interview der Märkischen Allgemeinen Zeitung zu. „Dafür ist die Gesamtsituation zu unbefriedigend.“ Daran ändert auch die Vorfreude auf die Höhepunkte mit dem DFB-Pokal-Kracher gegen Bayern München in der ersten Runde am 12. August und dem Benefizspiel gegen Borussia Dortmund am 6. September wenig. (dpa, SZ)

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