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Crystal-Welle auf dem Höhepunkt

465 Menschen haben im letzten Jahr die Hilfe der Suchtberatung in der Weißeritzregion gesucht.

© dpa

Dippoldiswalde/Freital. Alkoholprobleme stehen in der Arbeit der Suchtberatung Löwenzahn der Arbeiterwohlfahrt an erster Stelle. Die Hälfte aller Klienten kam wegen Alkoholabhängigkeit in die Beratungsstelle, wie aus dem Jahresbericht hervorgeht. Ein Drittel suchte Hilfe wegen einer illegalen Droge. Dabei geht es meistens um Crystal oder Cannabis. Die Crystal-Welle hat wohl ihren Höhepunkt erreicht. In der Suchtberatung haben im vergangenen Jahr 88 Menschen Hilfe gesucht wegen Problemen mit Metamphetaminen, die im Volksmund Crystal heißen. Nachdem diese Zahl in den vergangenen Jahren angestiegen ist, blieb sie von 2016 auf 2017 gleich. Die Welle hat ihren Höhepunkt erreicht und steigt nicht mehr an. „Es gibt jetzt ein Bewusstsein für die Gefährlichkeit der Droge“, sagt Suchtberaterin Jana Tempels. Wegen der Nähe zu Tschechien ist unsere Region nach wie vor gefährdet. Das Angebot auf dem Markt ist groß. Dafür nehmen die Probleme mit Cannabis zu. Diese Art von Drogen gelten oft als harmlos. „Manche sagen: So ein Chemiezeug nehme ich nicht, aber das ist ein Naturprodukt“, beobachtet Tempels. Cannabis wirkt auf das Gehirn und dabei kann schnell die Grenze zur Sucht überschritten werden, beobachtet die Beraterin.

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Die Beratungsstelle kann selbst Therapien anbieten oder die Süchtigen an andere Stellen vermitteln, wo ihnen geholfen werden kann. Bei Alkoholabhängigen gibt es sowohl die Möglichkeit, in eine Suchtklinik zu gehen – diese Möglichkeit haben 37 Klienten gewählt – als auch eine ambulante Kur zu machen. Das haben zehn gemacht. 17 Drogensüchtige wurden in eine stationäre Therapie vermittelt.

Einzelne Anfragen kamen auch wegen Glückspielsucht, exzessiver Nutzung von Medien, Essstörungen oder Medikamentensucht. Manche kommen freiwillig, weil sie erkennen, dass sie ein Problem haben. Andere werden beispielsweise vom Gericht geschickt, weil sie mit ihrem Suchtproblem bereits in die Kriminalität gerutscht sind. (SZ/fh)