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CSD empfängt Anti-Homo-Bus

© Franziska Klemenz

Gegen „Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“ demonstrierte die „Demo für alle“ auf dem Neumarkt in Dresden. Auf der anderen Seite der Christopher Streetday Verein. Und ein Hund.

Schon wieder ein Bus auf dem Neumarkt. Diesmal aber nicht von einem Künstler, dafür in Signal-Orange. Dresden ist für den Bus die neunte von zehn Stationen. Die selbst ernannte „Demo für alle“ fuhr damit am Donnerstagnachmittag auf dem Neumarkt ein. EX-CDUlerin und Aktivistin Hedwig von Beverfoerde hat die konservative Deutschland-Tour organisiert, veranstaltet die Demonstration jeden Tag in einer anderen Stadt. Kurz nach 15 Uhr begann die Dresdner Ausgabe. Etwa 70 Menschen schlossen sich von Beverfoerdes Kundgebung vor der Frauenkirche an, knapp 100 Menschen demonstrierten vor der Moritzgasse unter dem Motto „Vielfalt statt Einfalt“ dagegen.

Die Dresdner Polizei sicherte beide Demonstrationen auf dem Neumarkt ab. © Franziska Klemenz
Einer Demonstrantin drohten Polizisten mit einem Platzverweis. Sie hatte bei der homophoben „Demo für alle“ dazwischen gerufen. © Franziska Klemenz
An der Moritzstraße versammelte sich die Gegendemonstration. Rechts im Bild: Ronald Zenker, Vorsitzender des Christopher Streetday Vereins Dresden. © Franziska Klemenz

Der Christopher Streetday Verein Dresden hatte zu der Gegendemo aufgerufen, kam mit einem Lautsprecherwagen, Musik und Regenbogenflaggen. Auch Grüne, Linke und SPD waren vor Ort. Die Grüne Jugend und die Jusos Dresden hatten im Internet dazu aufgerufen, sich der Demonstration anzuschließen.

Einige Teilnehmer wechselten die Seite und riefen bei der „Demo für alle“ dazwischen, die Polizei drohte mit Platzverweisen. Die Magdeburgerin Hedwig von Beverfoerde, die als enge Vertraute der AfDlerin Beatrix von Storch gilt, beklagte etwa den Beschluss des Bundestages, die Ehe für alle zu öffnen. Der Bus war am 6. September in München gestartet, am Freitag wird in Berlin die Abschlusskundgebung stattfinden. Mittendrin taperten einige Hunde durch den Nieselregen. Sie schienen unentschlossen, ob sie einer Seite angehören möchten. (fak/szo)