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Cyberkriminalität: Spezialeinheit in Sachsen nimmt Arbeit auf

Die Täter agieren weltweit und sind nur schwer zu fassen. Bei Cybercrime ist der Computer die eigentliche Tatwaffe. Experten sehen darin ein großes Sicherheitsproblem für die moderne Gesellschaft.

Dresden Sachsen rüstet sich für ein weiteres Anwachsen der Kriminalität im Internet. „Wir haben es mit einem sich schnell entwickelnden, dynamischen Deliktbereich zu tun“, sagte Jörg Michaelis, Chef des Landeskriminalamtes (LKA), am Dienstag in Dresden. 2013 wurden in Sachsen 11.663 Fälle registriert, bei denen das Internet eine Rolle spielte (2009: 7631). 2295 Straftaten davon betrafen Cybercrime im engeren Sinne - hier wurde der Computer beispielsweise beim Ausspähen von Daten oder zum Manipulieren beim Online-Banking genutzt. Experten gehen jedoch von einer hohen Dunkelziffer aus, da betrogene Firmen oder Privatleute oft keine Anzeige erstatten.

Im LKA nahm am Dienstag eine Spezialeinheit für Internet-Kriminalität die Arbeit auf. 67 Spezialisten widmen sich fortan ausschließlich diesem Thema. Zwei Informatiker und ein Ingenieur wurden für das Cybercrime Competence Center Sachsen - so der offizielle Name - neu eingestellt. Der Rest der Mannschaft stammt aus Polizeidirektionen, die sich bislang dezentral mit Internet-Kriminalität befassten. Landespolizeipräsident Rainer Kann sprach von einem der „wichtigsten Sicherheitsprobleme unserer Zeit“: „Niemand ist vor solchen Angriffen sicher.“ Man könne sie zwar nicht komplett verhindern: „Wir wollen es den Cyberganoven aber deutlich schwerer machen.“

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Zwei Experten des LKA simulierten am Dienstag bei einem „Hacking“, wie schnell sich ein Server knacken lässt. Das Problem der Ermittler: Auch wenn der Server in Russland oder Kanada steht, sitzt der Täter womöglich im Nachbarhaus. Michaelis und Kann kündigten für die Spezialeinheit angemessene Technik und regelmäßige Weiterbildung an. Zugleich appellierten sie an die Politik, die Vorratsdatenspeicherung und die sogenannte Quellen-TKÜ - die Überwachung von Telekommunikationsvorgängen und -inhalten - zu ermöglichen. (dpa)