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Dachdecker eröffnet Ladencafé

Peter Höhnel will in Glashütte Speisen, Getränke und ganz eigene Produkte verkaufen. Und das sind keine Uhren.

© Frank Baldauf

Von Franz Herz

Glashütte. Vom Dachdecker zum Café-Betreiber, das ist kein alltäglicher Schritt. Aber das, was Peter Höhnel jetzt vorantreibt, hat seine Logik. Und deren Schluss ist, dass er mit seinem künftigen Serviceleiter Michael Görgl angemietete Räume in der Schillerstraße in Glashütte umbaut. Diese sind den meisten Glashüttern bekannt, denn bis 2013 war darin die Postagentur untergebracht.

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Peter Höhnel zeigt Schieferschmuck aus seiner eigenen Herstellung. Um diesen besser zu verkaufen, richtet er in Glashütte ein Ladencafé ein. Der Standort liegt direkt gegenüber vom Uhrenmuseum in den Räumen, in denen sich früher die Postagentur befand.
Peter Höhnel zeigt Schieferschmuck aus seiner eigenen Herstellung. Um diesen besser zu verkaufen, richtet er in Glashütte ein Ladencafé ein. Der Standort liegt direkt gegenüber vom Uhrenmuseum in den Räumen, in denen sich früher die Postagentur befand. © Frank Baldauf

Nun bereitet Peter Höhnel hier ein Ladencafé vor. Einen Chefkoch hat Höhnel über persönliche Beziehungen schon gefunden. Christoph Pech hat bisher den Partwitzer Hof am Senftenberger See geführt und will jetzt den Betrieb in Glashütte mit aufbauen. Einen weiteren Koch sucht der Betreiber aber händeringend. Insgesamt will er das Ladencafé mit acht Mitarbeitern betreiben.

Derzeit ist das künftige Café noch eine Baustelle. Höhnel will im September eröffnen. Es ist schwierig, Firmen zu bekommen. Einen Teil der Arbeiten können er und Görgl selbst erledigen. „Wir sind ja beide Handwerker“, sagt sein künftiger Serviceleiter. Aber auch die Lieferzeiten für Material und Geräte sind außergewöhnlich lang. Doch Höhnel ist optimistisch. Schließlich stehen erste Reservierungen für Feiern und Klassentreffen im Kalender.

Seit rund eineinhalb Jahren feilt er an dem Konzept dafür und hat sich mehrere Standbeine überlegt. Es soll eine Tagesgaststätte werden, die aber auch am Wochenende geöffnet hat. Dafür sieht der angehende Café-Betreiber ausreichend Bedarf. Sein Café soll schon am Morgen ein Frühstücksangebot bereithalten, das sich an die Beschäftigten der verschiedenen Firmen in der Stadt wendet. „Wir wollen da mehr bieten als belegte Brötchen. Wir wollen leckeres, gesundes und regionales Essen kochen“, sagt Höhnel.

Mit dem Smartphone bestellen

Die schnelle Verpflegung für berufstätige Laufkundschaft steht auch um die Mittagszeit im Vordergrund. Hier hat sich Höhnel ein Onlinebestellsystem überlegt. Damit können die Kunden von ihrem Smartphone aus in die Tageskarte schauen, sich ihr Gericht bestellen und auch mit dem Handy bezahlen. Dann bekommen sie einen Code, den zeigen sie am Ausgabefenster vor und erhalten ihr Essen in die Hand.

Wer mehr Zeit als nur eine halbe Stunde Mittagspause hat, kann auch Platz nehmen im Café, von der Speisekarte bestellen und in Ruhe speisen. Das wird allerdings teurer als die Verpflegung zum Mitnehmen. Es sollte aber für die Besucher des Uhrenmuseums interessant sein, das direkt gegenüber liegt. Wegen der Museumsbesucher plant Höhnel auch schon die Freifläche vor dem Haus mit ein. Denn um einen ganzen Bus zu verköstigen, ist das Café zu klein. Wenn aber auch noch Besucher im Freien sitzen, kann es reichen.

Und zum Ladencafé gehört auch ein Laden. Der war Ausgangspunkt des ganzen Projekts und schafft die Verbindung vom Dachdecker zum Café-Betreiber. Um das zu erklären, erzählt Höhnel von seiner Hochzeit. Damals hat er als besonderen Tischschmuck Herzen aus Schiefer gestaltet, mit den Namen der Gäste versehen und als Platzkarten eingesetzt. Das kam sehr gut an. „Ich habe sogar gesehen, dass manche sich die zu Hause an die Wand gehängt haben“, erzählt er. Das hat ihn auf eine Geschäftsidee gebracht. 2012 hat er in der Hauptstraße in Glashütte die Schieferei gegründet. Die produziert Schmuck und Dekoartikel aus Schiefer und verkauft diese über das Internet. Das läuft. Höhnel hat inzwischen fünf Mitarbeiter. Aber das Internetgeschäft wird immer härter. Höhnel ist nicht wohl bei dem Gedanken, so stark von den großen Handelsplattformen abhängig zu sein, die das Geschäft im Netz beherrschen.

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Darum kam ihm der Gedanke, seine Produkte auch über einen klassischen Laden zu vertreiben. Der Standort am Uhrenmuseum wäre dafür ja günstig. Aber ein spezieller Laden allein nur für Schieferprodukte würde sich in Glashütte auch nicht tragen. Daher ergab sich der Schritt, diesen Laden mit einem weiteren Angebot zu ergänzen. Das ist die Logik, die den Dachdecker zum Ladencafé führt.