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Daddy Cool

Roger Federer präsentiert sich bei den Australian Open bislang souverän – und möchte kein typischer Tennis-Papa werden.

Von Ulrike Weinrich

Im australischen Sommer dachte Roger Federer kurz an die schneebedeckten Berge in der Schweizer Heimat. Gezwungenermaßen allerdings. Denn als nach seinem glatten Zweitrundensieg in Melbourne plötzlich die Frage aufkam, in welcher Sportart er seine Kinder am liebsten sehen würde, antwortete Grand-Slam-Rekordsieger Federer eiskalt: „Es wäre aufregend, wenn sie super Skifahrer werden.“

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Keine Hoffnung auf eine neue Tennis-Generation aus dem Hause Federer? „Ich denke nicht, dass sie je Tennisprofis werden, die hier in der Rod-Laver-Arena spielen“, sagte der 34-Jährige nach dem überzeugenden Sieg gegen Alexander Dolgopolow (Ukraine) bei den Australian Open. So spricht kein typischer Tennis-Papa.

Die Zwillingspärchen Myla Rose/Charlene Riva (6) und Leo/Lenny (1) sind in diesen Tagen gemeinsam mit Mama Mirka im Melbourne Park vor Ort. Und Federer präsentierte sich auch bei seinem insgesamt 299. Sieg bei einem Major-Turnier als „Daddy Cool“. Gegen Dolgopolow schlug er 25 Asse, ließ keinen einzigen Breakpunkt zu. In der Box blickte Federers neuer Coach Ivan Ljubicic zufrieden. Der kroatische Ex-Profi ersetzt seit dieser Saison den Schweden Stefan Edberg.

Bei der Jagd auf seine 18. Major-Trophäe dient der Trainer-Wechsel Federer vor allem als Signal an den derzeit unschlagbar erscheinenden Novak Djokovic. Der Serbe, Titelverteidiger in „Down Under“, hat die Botschaft natürlich verstanden. „Bei der Verpflichtung wird sich Roger etwas gedacht haben. Ich glaube, es spielt schon eine Rolle, dass Ljubicic noch gegen mich gespielt hat“, meinte der fünfmalige Melbourne-Champion.

Mit einem Triumph bei den Australian Open 2016 könnte Federer zum ältesten Grand-Slam-Gewinner seit 1972 werden. Ljubicic soll ihm dabei helfen, und die beiden haben auch abseits des Courts genügend Gesprächsstoff. „Ivan hat selbst Familie und weiß, dass ich ein Familienmensch bin. Da ist man auf einer Wellenlänge“, erzählte Federer. Vielleicht kann Ljubicic seinen Chef ja auch davon überzeugen, dass ein Leben als Tennis-Papa auf der Tour gar nicht so verkehrt ist. (sid)