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Dämpfer in Heilbronn

Die Lausitzer Füchse haben nach der Niederlage am Freitagabend wieder acht Zähler Rückstand auf Platz zehn.

© SZ-Archiv/Gunnar Schulze

Von Marcel Pochanke

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Heilbronn/Weißwasser. Die Lausitzer Füchse haben am Freitagabend das richtungsweisende Spiel bei den Heilbronner Falken mit 3:2 (1:0, 0:2, 2:0) verloren. Damit beträgt der Abstand auf den zehnten Platz, der zur Teilnahme an die Pre-play-offs berechtigt, acht Punkte. Den zehnten Platz haben mit den Heilbronner Falken die Gastgeber von Freitagabend inne. Sportlich läuft es bei den Badenern derzeit nicht rund, und entsprechend ernst nahm man den Gegner aus der Lausitz, der unbedingt auf Abstand gehalten werden sollte. Die Füchsefans hatten die „Attacke auf Platz zehn“ ausgerufen und durften zunächst einen neuen Spieler auf dem Eis begrüßen: David Kuchejda war unter der Woche aus Kassel gekommen. Er soll helfen, die Lücke zu füllen, die durch die Verletzung des Top-Scorers Anders Eriksson entstanden ist. Der Schwede fällt auf unbestimmte Zeit aus.

Mit der ausgerufenen „Attacke“ hatte der Auftakt der Füchse tatsächlich viel zu tun. Sofort suchten sie nach eigener Scheibeneroberung den Weg ins gegnerische Drittel. Keine Minute war gespielt, da fand Jeff Hayes bei einem Gegenstoß den links mitgelaufenen, völlig freien Roope Ranta. Sein Abschluss war zu unplatziert, das erste Zeichen aber gesetzt. Wenig später zeigte sich der Neuzugang David Kuchejda das erste Mal. Dem unvorsichtigen Marcus stibitzte er an der eigenen Blauen Linie den Puck und ging auf und davon. Im direkten Duell blieb Falken-Goalie Marcel Melichercik der Sieger. Heilbronn, zuletzt in einer argen Formkrise, wirkte verunsichert. Dazu kam die erste Überzahl der Füchse, die sie allerdings eher ungeordnet und daher harmlos bestritten. Zudem störte Heilbronn auffallend früh.

Das Weißwasseraner Powerplay war gerade vorbei, da setzte es die kalte Dusche. Einen schnellen Angriff über den auffälligen Ex-Fuchs Kevin Lavallée schloss Jordan Heywood eiskalt zur Heilbronner Führung ab. Da waren fünf Minuten gespielt, und es sollte eine ganze Zeit dauern, bis die Füchse sich offensiv wieder fanden. Zunächst hatte der Gastgeber das Heft in der Hand, Weißwasser schloss die Lücken ohne selbst wirklich gefährlich zu werden. Am Ende des Drittels wurden die Füchse wieder zielstrebiger und mit einer Zeitstrafe gegen Heilbronn belohnt, die sie kurz vor der Drittelpause herausholten.

Den Füchsen gelang aber aus diesem viel versprechendem Chance zum Beginn des Mitteldrittels wieder wenig Zwingendes, fanden nur selten die Lücke im aufmerksamen Abwehrriegel der Heilbronner. Auch die Lausitzer hielten mit viel körperlicher Präsenz dagegen, der Wille, hier etwas mitzunehmen, war ihnen anzumerken. Das Überraschungsmoment der ersten Minuten fehlte jetzt allerdings.

Dabei war es erst einmal eine gute Nachricht, dass es weiterhin nur 1:0 stand. Franzreb und seine Vorderleute blieben hochkonzentriert, und der Füchse-Goalie hatte einige gefährliche Geschosse zu entschärfen. Den Lohn für die Mühen ernteten die Füchse nach knapp einer halben Stunde. Wieder ging es nach einer Puckeroberung schnell, Ranta ging über rechts auf und davon und bediente Hayes mit einem perfekten Pass, der schloss mit all seiner Routine zum Ausgleich ab. Das 1:1 war sogleich wieder in Gefahr, weil die Lausitzer eine Unterzahl überstehen mussten. Und wie sie das taten. Erst vereitelte André Mücke eine Riesenchance, indem er sich in einen Heilbronner Schuss hechtete – das Tor wäre leer gewesen. Fast im Gegenzug gelang Ryan Warttig sogar die Führung. In Unterzahl hatte sich Boiarchinov auf den Weg gemacht und den Mitspieler mit einem tollen Querpass bedient. Heilbronn war sichtlich verunsichert, aber die Füchse verpassten mehrere gute Gelegenheiten, auf 1:3 zu stellen. Selten wurden die Falken jetzt gefährlich, nur bei Aldersons Schuss brauchte Weißwasser etwas Glück.

Das Schlussdrittel war geprägt von einem Hin und Her der Strafzeiten. Ganze viermal war Weißwasser in Überzahl, nur zweimal die Gastgeber. Doch die Gelegenheiten nutzten sie in Person ihres Top-Torjägers Justin Kirsch zu zwei Toren. Aus fast identischer Position traf er nach 45 Minuten ins linke, nach 50 Minuten ins rechte Eck – straff und platziert. Weißwasser suchte bei eigener Überzahl vergeblich nach der Lücke, hatte aber bisweilen auch Mühe, Struktur ins Spiel zu bekommen. Ranta setzte sich in der Schlussminute noch einmal durch, zielte aber drüber. Am Ende war es die Effizienz, die den Unterschied machte. Doch der Zug in Richtung Pre-play-offs ist noch nicht abgefahren. Am Sonntag, 17 Uhr, geht es erneut um drei Punkte. Dann kommt Ravensburg in den Fuchsbau nach Weißwasser.