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Dafür geben Kunden ihr Geld aus

Die Menschen in der Region rund um Kamenz haben immer mehr im Portemonnaie. Eine Händlergruppe profitiert besonders davon.

© Matthias Schumann

Von Nicole Preuß

Das Portemonnaie ist gefüllt. Kunden in der Region haben mehr Geld zum Einkaufen als früher. Und das nutzen sie auch. Angesichts historisch niedriger Sparzinsen bringen sie das Geld lieber unter die Leute. Die Händler in der Region profitieren davon im Wesentlichen, doch nicht alle gleichermaßen. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Dresden hat im Rahmen ihres Handelsatlasses die Kaufkraft in den verschiedenen Branchen des Einzelhandels dargestellt. Die SZ erlaubt einen Blick in den Einkaufskorb der Kunden und benennt Platz eins bis fünf des Geldausgebens. Doch Achtung: Nicht alle in der Region setzen dieselben Prioritäten. Zwischen den Städten gibt es durchaus Unterschiede.

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Platz 1: Lebensmittel

Die Supermärkte, Fleischer und Bäcker in der Region können sich freuen. Lebensmittel stehen auf der Topliste des Einkaufens immer noch ganz weit oben. Allein die Kamenzer gaben im Jahr 2015 rund 31 Millionen Euro nur fürs Essen aus. Das klingt erst einmal viel. Rechnet man das auf den Einzelnen herunter, ergibt sich jedoch ein anderes Bild. So investierten die Kamenzer in der Woche durchschnittlich 39 Euro in Lebensmittel. Das Geld, das sie beim Bäcker und beim Fleischer gelassen haben, ist da schon mitberechnet. Die Pulsnitzer, Großröhrsdorfer und die Königsbrücker kommen auf ähnliche Werte. Im Allgemeinen können sie aber mehr ausgeben als die Kamenzer. Die Pulsnitzer als Spitzenreiter investieren wöchentlich zwei Euro mehr in Lebensmittel.

Wo kommen die Daten her?

Die Kaufkraft wird monatlich und, wenn es sein muss, bis auf den Straßenzug genau ausgewertet.

Unternehmen und Händler nutzen die Daten, um zu entscheiden, ob sie sich ansiedeln oder nicht.

Basis der Daten sind aktuelle Daten zum Haushaltseinkommen und zu Konsumausgaben. Miete und andere feste Größen werden abgezogen. Statistiken helfen bei der Berechnung.

Die Gesellschaft für Konsumforschung erhebt die Daten zur Kaufkraft. Die Industrie- und Handelskammer kauft sie für den Handelsatlas zu.

Quelle: GFK, IHK

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Platz 2: Drogerieartikel und Medizin

Zahnpasta, Shampoo und Parfüm mögen im Einzelnen zwar nicht besonders teuer sein. Die Kamenzer, Königsbrücker, Pulsnitzer und Großröhrsdorfer geben aber einen großen Teil ihres Geldes dafür aus. 16 Prozent ihres Einkauf-Budjets fließt in die Warengruppe Drogerie, Apotheke und Sanitätshaus. Dabei geht es um das Geld, was die Kunden wirklich ausgeben. Zuzahlungen der Krankenkasse für beispielsweise Medizin sind nicht mitberechnet. Rund 17 Euro investieren die Menschen in der Region pro Woche in Drogerieartikel.

Platz 3: Baumarkt

Das Zimmer braucht einen neuen Anstrich und der Fußboden ein neues Parkett. Kunden in der Region lassen viel Geld in den Baumärkten. Und die gibt es in Kamenz, Königsbrück, Pulsnitz und Großröhrsdorf reichlich. Baumarktbedarf steht auf Platz 3 auf der Hitliste des Einkaufens. 456 Euro gibt ein Kamenzer im Schnitt jährlich in Baumärkten aus, 464 Euro investieren die Pulsnitzer, Großröhrsdorfer und Königsbrücker. Die Baumärkte honorieren das und breiten sich aus. So haben sich einzelne Märkte zum Beispiel erst vor ein paar Jahren deutlich erweitert. Der Baumarkt hat aber nicht in allen Städten diesen hohen Stellwert. Die Königsbrücker, Großröhrsdorfer und Pulsnitzer geben ungefähr genauso viel für Kleidung aus.

Platz 4: Kleidung

Die Kamenzer sind sparsamer als andere, wenn es um den Kauf von Kleidung geht. Sie geben für Jacken, Hosen, Kleider, Hemden und mehr durchschnittlich 430 Euro im Jahr aus. Die Pulsnitzer, Großröhrsdorfer und Königsbrücker investieren eine höhere Summe. Sie zahlen rund 470 Euro für Bekleidung im Jahr. Modegeschäfte müssten also in den Städten großen Zulauf haben. Doch es gibt auch viele Läden, die sich den Kuchen teilen müssen. In der Region gibt es im Allgemeinen nur mehr Verkaufsfläche für Lebensmittel, Baumarktsortiment, Möbel und Gartenbedarf. Dazu kommt, dass die Online-Konkurrenz und die Läden in Dresden den Händlern das Leben schwer machen. Übrigens: Schuhe zählen gar nicht zur Bekleidung. Die Kamenzer geben zum Beispiel pro Jahr noch mal 77 Euro für Schuhe aus.

Platz 5: Computer und Handy

Fernseher, Computer und Handy haben auch beim Geldausgeben einen hohen Stellenwert. 4,5 Millionen Euro investieren allein die Kamenzer in Unterhaltungselektronik und Computer. Jeder Einzelne gibt also im Jahr rund 293 Euro für diese Dinge aus. Die Kunden der anderen Städte der Region investieren sogar noch mehr. In welchen Geschäften sie das Geld lassen, bleibt jedoch ein Geheimnis. Denn die Verkaufsflächen in der Sparte sind relativ klein.