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Wirtschaft

Volkswagen Sachsen beantragt Kurzarbeitergeld

Wenn die Arbeitszeitkonten leer sind, müssen viele Beschäftigte bei VW Sachsen und BMW weiter zu Hause bleiben. Doch es gibt Ausnahmen.

Blick auf das Accumotive-Werk in Kamenz
Blick auf das Accumotive-Werk in Kamenz © Archivbild: Matthias Schumann

Die aktuelle Verbreitung des Corona-Virus führt dazu, dass nun auch Volkswagen Sachsen für einen Großteil der Beschäftigten Kurzarbeit bei der Agentur für Arbeit angezeigt hat. Mit Genehmigung durch die Regionaldirektion Sachsen wird dann für die betroffenen und anspruchsberechtigten Beschäftigten Kurzarbeitergeld beantragt, teilte der Sprecher von VW Sachsen auf Nachfrage mit. Der Autobauer hat im Freistaat rund 10.000 Beschäftigte. Der Absatz von Fahrzeugen sowie die Materialversorgung aus vom Corona-Virus betroffenen Ländern und Regionen ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Infolgedessen kommt es in der Produktion und den angrenzenden Bereichen zu erheblichen Arbeitsausfällen, heißt es zur Begründung.

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Auch im Leipziger BMW-Werk müssen die Mitarbeitenden mit Kurzarbeit rechnen. „Wir planen, das Instrument der Kurzarbeit in Leipzig zum Einsatz zu bringen“, teilte ein Sprecher mit. Am sächsischen Standort sind 5 400 Mitarbeitende beschäftigt. Die Produktion ruht seit vergangenen Freitag. Ab wann die Kurzarbeit starten soll, konnte der Sprecher nicht sagen. „Das ist eine sehr individuelle Lösung“. Aber man stehe im engen Kontakt mit der Arbeitsagentur in Sachsen. Beim Nachbarn Porsche ist dagegen noch nicht entschieden ob Kurzarbeitergeld beantragt werden soll. Im Leipziger Porsche-Werk arbeiten rund 4.000 Menschen.

Daimler hatte bereits am Donnerstag mitgeteilt, wegen der Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie Kurzarbeit beantragt zu haben. Sie soll zunächst vom 6. bis zum 17. April gelten und einen Großteil der Produktion von Autos, Vans und Nutzfahrzeugen sowie ausgewählte Verwaltungsbereiche betreffen. Dringend benötigte Bereiche sowie die Arbeit an wichtigen Zukunftsprojekten blieben davon ausgenommen. 

Dazu gehören im Rahmen der Elektro-Offensive die Batteriefabriken in Kamenz. „Deshalb läuft der operative Betrieb im Werk Kamenz weiter“, sagte eine Daimler-Sprecherin auf Nachfrage von sächsische.de. Der Standort ist also von der Kurzarbeit nicht betroffen. Die Deutsche Accumotive produziert als 100-prozentige Tochter der Mercedes-Benz AG seit 2012 in Kamenz Antriebsbatterien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge von Mercedes-Benz und smart sowie Nutzfahrzeuge. 

Derzeit sind 1.300 Menschen in den zwei Batteriefabriken beschäftigt. Um sie vor Ansteckung zu schützen, seien in Abstimmung mit dem Betriebsrat zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen worden, betonte die Sprecherin. So erfolgt zum Beispiel eine vollständige Entkopplung der Schichten, sodass sich Mitarbeiter im Schichtwechsel nicht mehr begegnen. Die Schichtübergabe erfolgt digital. Es wird darauf geachtet, dass die Beschäftigten während der Arbeit einen Mindestabstand von 1,5 Metern einhalten. 

Da die Produktion in Kamenz hoch automatisiert ist, dürfte das einfacher möglich sein als in anderen Industriebetrieben. Zudem wurde eine flexible Schichtaufteilung für Beschäftigte mit Kindern sowie eine Entzerrung der Pausenzeiten. „Sofern es die Aufgabe zulässt, arbeiten auch unsere Beschäftigten in Kamenz mobil von zu Hause“, so die Sprecherin.

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