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Augusto

Die Geschichten in den Dingen

Heimatlosigkeit und neue Wurzeln sind die Themen der „Library of Exile“ im Japanischen Palais.

Imposant & vielschichtig: das Damaskuszimmer.
Imposant & vielschichtig: das Damaskuszimmer. © SKD / Oliver Killig

Von Siiri Klose

365 Tage für Patienten da

Die Dresdner City-Apotheken bieten mehr, als nur Medikamente zu verkaufen. Das hat auch mit besonderen Erfahrungen zu tun. Was, wenn Sonntagmorgen plötzlich der Kopf dröhnt oder die Jüngste Läuse mit nach Hause gebracht hat?

Das Damaskuszimmer ist der letzte Nagel, der das Dresdner Museum für Völkerkunde noch im Japanischen Palais hält. Seit 1997 wird es restauriert, 2020 soll es fertig werden. „Dann wird es den Besuchern zugänglich sein“, verspricht eine Infotafel in der aktuellen Ausstellung „Library of Exile“.

Unklare Zukunft des Dresdner Völkerkundemuseums

Unklar bleibt, welche Besucher welches Museums damit gemeint sind. Nachdem die ehemalige Direktorin Nanette Jacomijn Snoep mit der Prolog-Ausstellung vor gut zwei Jahren einen vielversprechenden Auftakt für eine neue Museumskonzeption setzte, halten sich die Staatlichen Kunstsammlungen beängstigend bedeckt zur weiteren Zukunft der Sammlung. Stattdessen wechseln sich Sonderausstellungen ab im Japanischen Palais. Die aktuelle „Library of Exile“ ist von der Völkerkunde gar nicht so weit entfernt: Der britische Künstler Edmund de Waal beschäftigt sich einerseits mit japanischer Töpferei, andererseits mit seiner jüdisch-ukrainisch-griechischen Familiengeschichte, zu der auch Verfolgung und Enteignung im Nationalsozialismus gehören. Im Erdgeschoss hat er eine Bibliothek des Exils mit circa 2 000 Büchern bestückt. Geordnet nach Ländern lässt sich ermessen, wie viele Schriftsteller zu allen Zeiten und in allen Erdteilen im Exil publizieren mussten – und wie ihnen diese biografischen Brüche auch zu spätem Ruhm verhalfen. Die Brüche im Meissener Porzellan aus der Sammlung Klemperer lässt De Waal sichtbar werden, indem er sie mit der japanischen Kintsugi-Technik kleben ließ.

Die Library of Exile kann man bis zum 16. Februar, Di-So 10-18 Uhr im Japanischen Palais in Dresden besuchen. Der Eintritt ist frei.