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Damit das Rollo nicht unten bleibt

Sieghard Beegs Firma für Licht- und Sonnenschutz läuft – aber er sucht händeringend nach etwas Entscheidendem für die Zukunft.

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© Claudia Hübschmann

Von Udo Lemke

Miltitz. Überall auf dem Vierseithof in Miltitz kann Sieghard Beeg seinen Kunden zeigen, was seine Firma anzubieten hat. Da sind Fenster aus Holz oder Aluminium zu besichtigen, beleuchtete Markisen fahren auf Knopfdruck aus und Rolltore lassen sich öffnen und schließen. Die meisten Anlagen zum Licht- und Sonnenschutz bekommt Sieghard Beeg geliefert, aber es gibt auch eine Werkstatt auf dem Hof. „Rollladen, Insektenschutzrollos und kleinere Rolltore stellen wir selber her.“

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Wir, das sind drei Monteure, eine Sekretärin und der Chef selbst. Und die Mitarbeiter sind das größte Problem für Sieghard Beeg. Nicht die, die er hat, sondern die, die er nicht hat. „Wir sind auf Suche, ich komme nicht weiter, neue Mitarbeiter oder Lehrlinge zu finden.“ Sieghard Beeg, der seine Firma am 1. Oktober 1988 gegründet hat, rechnet vor. Er ist jetzt 58, einen Lehrling auszubilden, braucht drei Jahre, den Meister zu machen weitere zwei, und um alles in der Firma gut zum Laufen zu bringen, noch einmal zwei Jahre. Das macht insgesamt sieben Jahre – genauso lange, wie er noch bis zur Rente hat.

Sieghard Beeg würde die Firma gern übergeben. Aber seine beiden Töchter kommen nicht infrage, sie haben Lehramt studiert, und einen Mitarbeiter, der in seine Fußstapfen treten möchte, hat er noch nicht gefunden. Dabei gibt es Arbeit genug. Nicht nur in Form von neuen Aufträgen, sondern auch durch die Wartungsverträge für installierte Anlagen. Denn Fenster, Türen und Tore brauchen heute nicht nur Holz, Metall, Plastic und Glas, sondern auch eine ganze Menge Elektrik – von Antriebs- bis zu Steuerungselementen. „Allein ein Fenster ist heute eine hoch komplexe Angelegenheit“, sagt Sieghard Beeg und zählt zwei Dutzend verschiedene Typen auf.

Doch diese Vielfalt ist ja nicht nur ein Problem, sie macht auch den Reiz des Berufes aus. Tischlerarbeiten sind genauso gefragt wie Schlosser- und Putzarbeiten und wie gesagt, ziemlich viel Elektrik kommt noch hinzu. Die Miltitzer Firma hat nicht nur zahllose Eigenheime ausgestattet, sondern, „wir haben in den letzten Jahren auch eine ganze Reihe Großobjekte gemacht“. In Jena wurde ein Uni-Institut mit innenliegendem Sonnenschutz ausgestattet, ebenso der Neubau des Staatsarchivs in Dresden, und allein für das Abendgymnasium in Chemnitz mussten 300 Fenster eingebaut werden.

In der Vergangenheit hat Sieghard Beeg regelmäßig Hausmessen auf seinem Hof veranstaltet. Nicht nur, um den Kunden die Produkte vorzustellen, sondern auch in der Hoffnung, den einen oder anderen jungen Menschen für das Handwerk interessieren zu können.

Zwei Lehrlinge hat er bereits ausgebildet, doch nun fehlt der Nachwuchs. Er überlegt, eventuell im Frühjahr wieder eine Messe zu machen – vielleicht ist ihm ja dann das Glück hold.