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Damit Familien bleiben

Die Nestbau-Zentrale hat in Mittelsachsen ihre Arbeit aufgenommen. Sie wirbt auch für attraktives Wohnen auf dem Land.

© PR

Von Tina Soltysiak

Mittelsachsen. Mittelsachsen schrumpft weiter. 313 000 Einwohner leben aktuell im Kreisgebiet, davon reichlich 64 000 im Altkreis Döbeln. Etwas mehr als 66 600 von ihnen sind junge Menschen, sprich nicht älter als 27 Jahre. Das geht aus Daten des Jugendhilfeausschusses hervor.

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Das Landratsamt möchte nicht nur junge Menschen zum Bleiben bewegen, sondern auch Abwanderer zur Rückkehr zu bewegen. Der Landkreis Mittelsachsen initiiert deshalb mit der Nestbau-Zentrale ein Pilotprojekt, das sich aktiv um die Erhöhung der Bleibebereitschaft junger Familien und den Zuzug von Rückkehrern bemüht. „Das Projekt ist Bestandteil des regionalen Zukunftskonzeptes, mit dem sich der Landkreis Mittelsachsen Anfang 2015 erfolgreich am Bundesprogramm „Land(auf)Schwung“ beteiligte“, teilte Kreissprecher André Kaiser am Mittwoch mit. Gleichzeitig werde mit der Nestbau-Zentrale mit Sitz in Döbeln eine Handlungsempfehlung aus dem Demografiekonzept des Landkreises umgesetzt, in dem Mittelsachsen ebenjener anhaltender Bevölkerungsverlust diagnostiziert wird.

Erste Anlaufstelle für Rückkehrer

Die Nestbau-Zentrale konzentriere sich auf die Umsetzung zweier wesentlicher Ziele. Zum einen gehe es um die Verstärkung des Standortmarketings. „Land(auf)Schwung bietet uns die einmalige Chance unsere Marketingaktivitäten nach innen und außen um ein Vielfaches zu steigern und eine hohe Aufmerksamkeit für den Arbeits- und Lebensstandort Mittelsachsen zu erzielen“, erklärte der 1. Beigeordnete des Landkreises Mittelsachsen, Lothar Beier.

Zum anderen solle ein Informations- und Serviceangebot entwickelt werden, das potenziellen Nestbauern schnelle und unkomplizierte Unterstützung gewährt, so Kaiser. „Bleibebereite, potenzielle Zuzügler und Rückkehrwillige erhalten gezielte Informationen zum Leben im Landkreis Mittelsachsen. Die Nestbau-Zentrale dient als erste Anlaufstelle und nimmt Interessenten bei ihren ersten Schritten im Landkreis an die Hand“, ergänzte André Kaiser.

Ende vergangenen Jahres wurden zunächst die Grundlagen erarbeitet, die einen Start der Nestbau-Zentrale ermöglichen. „Neben dem Zusammenstellen von Service-Informationen steht die Einbindung verschiedener Partner, darunter Unternehmen, Leader-Managements, Landkreis-Verwaltung und anderer Institutionen auf der Agenda“, ergänzte der Kreissprecher.

Der Verein Regionalentwicklung Klosterbezirk Altzella fungiere als Träger der Nestbau-Zentrale. „Das erfahrene Leader-Management um Managerin Steffi Möller sprach sich, neben den anderen fünf Leader-Regionen für das Projekt Nestbau-Zentrale aus und beteiligte sich aktiv an der Planung“, so André Kaiser.

„Wir sehen in der Nestbau-Zentrale eine Chance, um vor allem jungen Familien eine Bleibeperspektive zu eröffnen. Zukünftig werden wir uns um jeden Einwohner aktiv bemühen müssen, um den ländlichen Raum als Wohnstandort zu sichern“, stellte Veit Lindner, Bürgermeister der Stadt Roßwein und Vorsitzender des Vereins Klosterbezirk Altzella fest.

1,5 Millionen Euro vom Bund

„Mit der Umsetzung des Projektmanagements Nestbau-Zentrale wurde nach erfolgter Ausschreibung das Unternehmen M&M I Mediation & Marketing aus Oschatz beauftragt“, erklärte André Kaiser. Die Hauptaufgaben bestünden in der Vernetzung von Unternehmen, Gemeinden, Leader-Management, Ämtern und weiteren Akteuren sowie der Koordination von Serviceangeboten und dem Standortmarketing, ergänzte der Kreissprecher.

Ende vergangenen Jahres hatte der Kreis Fördermittel des Bundes in Höhe von 250 000 Euro über das Modellvorhaben „Land(auf)Schwung für Zukunft in ländlichen Regionen bekommen. Insgesamt sollen in den kommenden drei Jahren dafür Gelder in Höhe von 1,5 Millionen Euro fließen.