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Damit Orte nicht abgehängt werden

Das Bündnis Zukunft Oberlausitz hat eine Internet-Petition gestartet, damit auch künftig noch Züge an kleineren Bahnhöfen halten.

© Matthias Weber

Von Anja Beutler

Oberlausitz. Das Anliegen im Internet klingt gut: Eine Neuplanung des künftigen Bahnverkehrs der Oberlausitz soll her. Großes Ziel dabei sollte sein, die stündlichen Bahnverbindungen im ländlichen Raum zu erhalten. So würden auf den Verbindungen von Görlitz über Löbau nach Dresden oder auch aus Zittau in die Landeshauptstadt künftig kleine Haltepunkte wie Zoblitz kurz vor Löbau oder auch Oderwitz mit all seinen Haltemöglichkeiten weiter attraktiv bleiben.

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Hinter der Online-Petition steckt das Bündnis Zukunft Oberlausitz, dessen Gesichter unter anderem Franziska Schubert und Maik Hosang sind. Sie ist Landtagsabgeordnete der Grünen, er Professur für Kulturphilosophie und Transformationsforschung an der Hochschule Zittau/Görlitz. Dass dieses Thema gerade jetzt wieder aktuell wird, liegt auch an den politischen Entwicklungen der letzten Monate: Sowohl die neue sächsische Landesregierung als auch der Bund haben deutlich gemacht, dass sie die Verkehrsanbindung im ländlichen Raum verbessern wollen. Und genau daran knüpft die Unterschriftensammlung im Internet nun an. Bislang, so argumentieren die Einreicher, sei die Verkehrsplanung eher aus Sicht der größeren Städte gemacht worden, denen mit Blick auf die Pendler schnelle Verbindungen in die größeren Orte wichtig sind.

Auch im Zvon, dem Verkehrsverbund, der den Landkreis Görlitz und Teile des Bautzener Kreises mitbedient, hat es Planungen in dieser Richtung gegeben. So geht es beispielsweise darum, die Strecke von Zittau nach Dresden attraktiver zu machen, indem mehr weniger sogenannte Bummelzüge und mehr schnellere Verbindungen angeboten werden. Das lehnen aber vor allem auch die Bürgermeister der kleineren Gemeinden ab, die ohnehin schon seit Jahren um ihre kleineren Haltepunkte kämpfen.

Der Herrnhuter Michael Cleve, der als Vertreter des Bahnkundenverbandes in der Region und auch als Grüner diese Themen seit Jahren begleitet, begrüßt die Petition per se durchaus. Er sieht aber auch genau diesen „Zielkonflikt“: Gibt es mehr Bummelzüge, werden die Verbindungen für Pendler weniger attraktiv. Halten die Züge nur noch alle zwei Stunden in den kleineren Orten, brechen dort die Nutzerzahlen ein, weil das Auto dann doch bequemer ist. „Das Beste wäre, Bund und Land nehmen gemeinsam das Geld für beides in die Hand: für einen schnellen Stundentakt in die größeren Städte und eine stündlich verkehrende Verbindung mit Halt in vielen kleinen Orten“, sagt er.

www.szlink.de/PetitionBahnverkehr