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Dammreparatur läuft endlich

Frost und Schnee im März haben den Beginn der Arbeiten verzögert. Bei der Ortsbegehung war die Baustelle eine Station.

© André Braun

Von Heike Heisig

Roßwein/Ortsteile. Tieflader mit meterlangen Bauteilen begegnen den Otzdorfern in ihrem kleinen Ort im Moment häufiger. Die Brummi-Fahrer steuern die Dammbaustelle am Rande der Ortschaft an. Einen winkte Bürgermeister Veit Lindner (parteilos) am Mittwochvormittag die Straße Zum grünen Haus hinunter. Denn die schmale Straße, die kaum das Begegnen von zwei Autos zulässt, ist für die meisten nicht sofort als Baustellenzufahrt auszumachen. „Dabei habe ich extra einen Hinweis angebracht“, sagte Heinz Martin, ehemaliger Bürgermeister und Ortsvorsteher von Niederstriegis. In seiner Amtszeit war der Damm zum Schutz der Unterlieger vor Überschwemmungen gebaut worden. Kurz nach dem Jahreswechsel 2011 hielt die Anlage nicht mehr stand, der Damm brach. Seitdem wurde nicht nur Ursachenforschung betrieben, sondern auch der Wiederaufbau forciert. Der sollte nun endlich im Februar starten. Doch die dann einsetzende Witterung ermöglichte es der beauftragten Baufirma lediglich, die Grasnarbe zur Seite zu schieben und mit dem Anlegen von Baustraßen zu beginnen. Dann erforderte der Frost eine Zwangspause.

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Inzwischen rotiert der Bagger, werden die Vorbereitungen für den Einbau der bis zu sieben Meter in die Tiefe reichenden Spundwände getroffen. „Nächste Woche soll es damit losgehen“, informierte der Polier die Teilnehmer der Ortsbegehung. Heinz Martin hat sich am Mittwoch natürlich nicht zum ersten Mal auf der Baustelle umgesehen, sondern schon vorher immer mal wieder nachgeschaut, wie es läuft. „Alles reibungs- und problemlos“, lautete seine Einschätzung.

Die wetterbedingte Zwangspause hat die Baufirma schon ein wenig im Ablaufplan zurückgeworfen. „Wir brauchen jetzt viele Wochen schönes Wetter“, sagte der Polier. Davon hänge ab, ob der Verzug im Laufe der Monate herausgearbeitet werden kann. Laut Ausschreibung soll die Reparatur im November abgeschlossen sein. „Vorausschauend ist aber schon eine Verlängerung beantragt worden“, sagte Bauamtsleiterin Petra Steurer. Denn das Ende der Arbeiten vor Ort bedeute noch nicht, dass das Projekt erledigt ist. Dafür müssten noch Nachweise erbracht, alle Rechnungen gestellt und geprüft und Vermessungen erfolgt sein.

Im weiteren Verlauf der Tour am Mittwoch stellten die Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Otzdorf fest, dass sämtliche Brücken und die Straßen überall dort in Ordnung sind, wo ein Abwasserkanal verlegt worden ist, weil sich da auch der Ausbau der Straße anschloss. Teile des Bachlaufes müssen sich die Bauhofmitarbeiter vornehmen und an kritischen Stellen angeschwemmtes Material entfernen, damit es bei starken Regenfällen nicht zu Rückstau oder gar einer Überschwemmung der Straße kommt.

Im Grunau stellte sich Bürgermeister Veit Lindner als Testfahrer zur Verfügung. Dort gab es von Anwohnern des Bereiches Am Bahndamm Beschwerden über einen ihrer Meinung nach zu steilen Rettungsweg. Der wurde über den ehemaligen Bahndamm aufgeschüttet für den Fall, dass ein höherer Wasserstand die Straße unter der benachbarten Eisenbahnbrücke unpassierbar macht. Bisher fühlten sich die Anwohner sozusagen in der Falle. Die Überfahrt hat eine Firma als Rettungsweg aufgeschüttet. Bei einem angemessenen Fahrstil hat der Rathauschef nach dem Selbsttest keine Bedenken, dass dort Autos aufsitzen.

Erfreut zeigten sich Bürgermeister, der ehemalige Ortschef und die Bauamtsleiterin darüber, dass der alte Gasthof in Littdorf verschwunden ist. Das Grundstück hat vor einiger Zeit den Besitzer gewechselt. Die neuen Eigentümer haben vor, darauf ein Eigenheim zu errichten. Ein Teil der alten Immobilien ist verschwunden, ein Teil der Nebengelasse soll aber auch stehen bleiben. „Da können wir froh sein, dass sich hier jetzt etwas tut“, findet Heinz Martin. „Sonst wäre der alte Gasthof auch nur noch weiter verfallen und wir hätten einen weiteren Schandfleck gehabt.“