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Darauf steht alles 

Ein Holzbrett und ein Laminatboden haben nur noch ein paar Fasern gemeinsam. Warum wird dennoch nahezu jedes Laminat mit der Optik von Holz versehen? Dieser Bodenbelag kann doch viel mehr!

Für Parador entwickelte der Schweizer Designer Alfredo Häberli das Floor FieldsMuster fürs Laminat.
Für Parador entwickelte der Schweizer Designer Alfredo Häberli das Floor FieldsMuster fürs Laminat. © Bild: Parador

 Laminat heißt nicht zufällig wie Laminieren: Es besteht tatsächlich aus mehreren Schichten, die flächig miteinander verklebt sind. Auf eine Trägerplatte aus verpresstverleimten Holzfasern kommt ein Dekorpapier und darauf eine abriebfeste Deckschicht. Als die schwedische Firma Perstorp im Jahr 1977 das erste Laminat für Fußböden herstellte, ging es vor allem darum, eine preiswerte Alternative für Holz oder Fliesen anzubieten. Die Laminat-Komposition aus Melamin, Holzfasern, Vinyl- und Polyesterharzen tut an keiner Stelle so, als wäre sie ein natürlicher Baustoff. Doch das ist auch ihr größter Pluspunkt: Auf der Dekorschicht lässt sich grundsätzlich alles darstellen, was sich auch auf Papier drucken lässt. Parador, der nordrhein-westfälische Hersteller für Bodenbeläge und Paneele, nutzt diese Eigenschaft

Die gesunde Drittelstunde

Impfen lassen? Neue Therapien? Was zahlen Kassen? Fragen rund um das Thema Gesundheit: hier gibt es Antworten. Redakteur Jens Fritzsche im Gespräch mit Experten.

konsequent für seine Designer-Edition: Regelmäßig gestalten international renommierte Architekten und Designer ein eigenes Laminat. In den seltensten Fällen greifen sie dabei auf die omnipräsente Holzoptik zurück. Dafür nutzen sie die Chance dieses Werkstoffs breit aus: Zaha Hadid schuf ein schwarz-gelbes Wellenmuster und weiße Kristall-Zacken auf schwarzem Grund. Die Floor Fields von Alfredo Häberli (Foto) muntern Räume mit farbigen Punkten und Streifen auf. Der Architekt Hadi Teherani mischt Fehlfarben in eine Terrazzo-Optik, lehnt das Format des Laminats an Parkett-Schindeln an und ermöglicht damit eine Vielzahl von Verlegemustern. Wer hat eigentlich gesagt, dass Laminat immer nach Parkett aussehen muss Es kann nach so viel mehr aussehen als Holz!       

Warme Füße

Die Zutaten für Linoleum hören sich an, als würden sie aus der Bio-Abteilung des Baustoffhandels kommen: Leinöl, Kork- und Holzmehl, Kalkstein-Pulver und Farbpigmente – mehr braucht es nicht für die Linoleum-Grundmasse, die schließlich noch auf ein Jutenetz gepresst wird. Diese natürlichen Bestandteile sind auch für den gewaltigen Unterschied zu PVC-Böden zuständig. Letztere sind zwar preiswerter und können eine ganz ähnliche glatte, farbhomogene bis marmorierte Oberfläche aufweisen. Doch sie dünsten lange einen Cocktail aus Weichmachern, Stabilisatoren und Additiven aus. Zudem ziehen sie elektrostatisch Staubflusen an, und ihre geringe Wärmekapazität lässt die Füße auskühlen. Wer mit Linoleum zusammenlebt, liebt hingegen gerade das angenehm warme Gefühl unter den nackten Füßen und den matten Glanz . Denn ein Linoleumboden wirkt immer anheimelnd.

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Lehm in Form

Die Gewölbeziegel der Schützkapelle im Dresdner Schloss sind rau, schmal und breiter als eine Hand. So haften sie beim Über-KopfVermauern fest an der Decke. Klar, dass das Sächsische Immobilien Baumanagement als Bauherr diese Art Ziegel nicht auf handelsüblichen Baustoffmärkten ordern konnte. Es sind Spezialanfertigungen: Handstrichziegel, jeder einzelne in eine Form geschlagen. Aus dem Lehm einer sächsischen Grube, wie die Vorgänger von 1547 auch schon. Inhaber dieser Lehm- und Tongrube ist das Nossener Ziegelwerk Klaus Huber. „Lehm wird rötlich, Ton gelb“, sagt die Kundenbetreuerin Linda Hillig. „Außerdem gibt es Zuschlagstoffe wie Mangan, die die Platten und Ziegel braun bis schwärzlich verfärben.“ Zwischen diesen drei Grundfarben spielt sich alles ab, was aus der Ziegelei kommt: Ziegel, Klinker, Riemchen, Formsteine, Fußbodenplatten, Terrakotten. Eben alles, was nicht genormt genug ist fürs industrielle Bauen. Wer sich schon immer gefragt hat, warum die Terracotta-Fliesen im Baumarkt nicht so aussehen wie in Italien, bekommt hier eine Antwort: Erstens sind sie in Nossen tatsächlich aus gebranntem Ton und nicht aus Feinsteinzeug mit aufgedruckter Cottooptik. Zweitens erlaubt die Trocknung in Formen keine linealglatten Ränder. Si wird das Fugenbild breiter. Und drittens sind die Farbtöne zweier Fliesen nie identisch. Jede ist ein Unikat. Siiri Klose

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