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Zittau

Darf der Tagebau Turow erweitert werden?

Am Donnerstag gibt es in Bogatynia einen öffentlichen Termin, an dem auch Zittaus Einwände erörtert werden. Zudem ist eine Demonstration geplant. 

Bereits im Frühjahr haben Braunkohle-Gegner gegen die Pläne des Turower Kraftwerksbetreiber PGE demonstiert.
Bereits im Frühjahr haben Braunkohle-Gegner gegen die Pläne des Turower Kraftwerksbetreiber PGE demonstiert. © Rafael Sampedro/Matthias Weber/SZ-Montage

Um über die Einwände gegen die Erweiterungspläne des Kraftwerks in Turow zu diskutieren, wird am Donnerstag ab 10 Uhr ein öffentlicher Erörterungstermin im Kino des Kulturcenters Bogatynia (Reichenau) stattfinden. Das teilt Horst Schiermeyer mit, Mitglied des Stadt- und Regionalverbandes der Grünen in Zittau. Zugleich hat eine polnische Umweltorganisation  eine Kundgebung davor angemeldet, die 8.30 Uhr beginnt.

Nach der trinationalen Demonstration rund um das Dreiländereck im April ist dies die zweite, zu der auch Einwohner der tschechischen Nachbarorte erwartet werden. Sie sind besonders von der befürchteten Absenkung des Grundwassers betroffen, sollte die Grube erweitert werden.

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Der Kraftwerksbetreiber PGE hat beantragt, die Betriebsgenehmigung um weitere 25 Jahre zu verlängern. Dieser konnte gerade einen neuen Block fertigstellen, für den laut Schiermeyer das Genehmigungsverfahren noch gar nicht abgeschlossen ist. Dieser soll bis 2045 laufen und dafür die bestehende Grube noch weiter vertieft und in Richtung Südost erweitert werden. Die bestehende Betriebsgenehmigung für den Tagebau läuft im kommenden Frühjahr aus. 

Aufgrund eines Abkommens zwischen Polen und Deutschland muss jedoch eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsprüfung gemacht werden. Eine Reihe von Zittauern wie Schiermeyer haben ihre Einwände vorgebracht. Von deutscher Seite gingen bis Mitte Juni 21 ein, auf tschechischer äußerten 4.933 Bürger ihre Bedenken gegen die Erweiterungspläne. 

Da Bogatynia wirtschaftlich stark von der Braunkohle abhängt, fordern die Bündnisgrünen, diesen Zipfel Polens in die EU-Programme für Kohleausstiegsregionen aufzunehmen. "Am besten für uns alle hier wäre es, wenn die Lausitz auch den polnischen Teil umfassen würde", so Schiermeyer.

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