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Darmkrebs im frühen Stadium gut heilbar

Beim SZ-Gesundsheitsforum in Radeberg verwies Dr. med. habil. Steffen Pistorius auf aktuelle Studien.

© Bernd Goldammer

Von Bernd Goldammer

. RadebergIn Deutschland braucht kein Patient mehr an Darmkrebs sterben. Das sagte Privatdozent (PD) Dr. med. habil. Steffen Pistorius jetzt beim SZ-Gesundheitsforum in Radeberg. Allerdings müssen alle Vorsorgemöglichkeiten genutzt werden. Ab dem 55. Lebensjahr gibt es die Möglichkeit der Darmspiegelung. Die Kosten werden komplett von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Gutartige Vorstufen des Darmkrebses wie Darmpolypen werden bei der Darmspiegelung in der Regel entfernt und mikroskopisch untersucht. Ergibt sich der Befund eines Tumors, werden weitere Behandlungsschritte eingeleitet.

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Für die Früherkennung gibt es allerdings Besonderheiten. „Wissenschaftliche Studien ergaben, dass bei circa 20 Prozent aller Darmkrebserkrankungen ein familiär bedingtes Häufungsrisiko gibt. Bei circa fünf Prozent liegt eine Form des familiären Darmkrebses vor. Genetische Faktoren tragen also zur Entstehung von bösartigen Darmtumoren bei. „Wer diesbezügliche Erkrankungen in seiner Familie erlebt hat, muss seinen Hausarzt unbedingt informieren“, empfiehlt der erfahrene Spezialist.

Als leitender Arzt und Chefarzt-Stellvertreter von Prof. Dr. med. J. Weitz arbeitet Steffen Pistorius mit einem starken Team an einem effektiven Netzwerk von Qualitätsmedizin. Kapazitäten der Radeberger ASB-Asklepios Klinik und der Dresdner Universitätsklinik werden durch die enge Kooperation gebündelt und optimiert. Verringerung von Wartezeiten und Optimierung der Patientenversorgung ist das Ziel. Weil auf diesem Wege auch die Anschaffung von aktuellen Hightech Geräten abgesprochen wird, kann zielgenau investiert werden. Steffen Pistorius gehört zu den gefragten Experten der Darm- Krebsmedizin. Mit seinem Team operiert er in den Radeberger OP-Sälen. Er ist aber ebenso im Dresdner Universitätsklinikum verankert. „Kolorektales Karzinom“ ist der zusammengefasste Begriff für Dickdarm- und Mastdarmkrebs. Das ist eine besonders heimtückische Erkrankung, weil sie zunächst keine Schmerzen bereitet. Plötzlich treten Symptome wie beispielsweise Darmblutungen auf. Dann muss rasch gehandelt werden. Die komplette Entfernung des mit Tumor befallenen Darmstückes und der entsprechenden Lymphknoten ist das vorrangige Operationsziel.

Steffen Pistorius stellte beim Gesundheitsforum verschiedene Operationsverfahren vor und verwies dabei auch auf aktuellste wissenschaftliche Sichtweisen. Vier Stadien kennt die heutige Darmkrebs- Medizin. Darmkrebs im Stadium I ist die frühe Form von Darmkrebs. Die Heilungschancen sind exzellent. In der Regel können alle Patienten in diesem Stadium dauerhaft geheilt werden, wenn der noch kleine Tumor durch eine Operation am Darm restlos entfernt wird. Betrachtungsgrundlage ist die sogenannte Fünfjahres- Überlebensrate: Von den betroffenen Patienten mit Stadium I leben nach fünf Jahren noch 96 Prozent. Stadium II wird ebenfalls noch als frühes Stadium gesehen. Die Prognose ist ebenfalls sehr gut. Die Heilungschancen hängen auch von der Qualität der Operation, insbesondere der Radikalität der Lymphknotenentfernung ab.

Vier Stadien der Krebserkrankung

Dickdarm- und Mastdarmkrebs werden ab dem Stadium II und in höheren Stadien teilweise unterschiedlich behandelt. So wird Patienten mit fortgeschrittenem Mastdarmkrebs zusätzlich zur Operation eine vorgeschaltete Bestrahlung mit Chemotherapie empfohlen. Im Stadium III hat die Erkrankung bereits zu Tumorabsiedlungen in die umgebenden Lymphknoten geführt. Hier ist zur Operation eine zusätzliche Chemotherapie sinnvoll. Im vierten Stadium ist der Krebs weit fortgeschritten und hat zu Tumorabsiedlungen in anderen Organen, insbesondere in der Leber geführt. Dann wird eine dauerhafte Heilung schwierig. Genau deshalb ist Vorsorge wichtig. Es bleibt dabei: Niemand muss an Darmkrebs sterben, wenn alle vorhandenen Vorsorge-Möglichkeiten früh genutzt werden. Deshalb wirbt Steffen Pistorius so intensiv dafür.