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Energie - Strom und Wärme in Sachsen

Darum werden Windräder immer größer

Die Zukunft der Windenergie liegt auf dem Meer.

Die neue SG-14-Anlage von Siemens Gamesa soll auf hoher See mit einer 14-Megawatt-Leistung
laufen. Bereits 2021 könnte ein Prototyp vor der englischen Küste ans Netz gehen. Eine
Serienfertigung ist für 2024 geplant.
Die neue SG-14-Anlage von Siemens Gamesa soll auf hoher See mit einer 14-Megawatt-Leistung laufen. Bereits 2021 könnte ein Prototyp vor der englischen Küste ans Netz gehen. Eine Serienfertigung ist für 2024 geplant. © Foto: Siemens Gamesa

Und „Offshore“ gibt es für die Dimension von Windrädern keine Grenzen. Bis 2030 könnte auf deutschen Seen eine Leistung bis zu 20 Gigawatt erreicht werden.

222 Meter lange Rotorenblätter, 14 Megawatt Leistung: 10 solcher Anlagen könnten es schaffen, eine 150.000-Einwohner-Stadt mit Strom zu versorgen. Siemens Gamesa hat mit dem SG 14-222 ein Windrad der neuesten Generation angekündigt, dass in den Punkten Größe und Leistung alle bisherigen Modelle übertrumpft. Vorgesehen ist das neue Windrad für den Offshore-Bereich, also auf dem Meer. 2024 könnten erste Modelle davon ans Netz gehen. Damit treibt der Technologie-Konzern die Entwicklung in diesem Sektor voran. Trotz aller Regulierungen und dem zunehmenden schlechten Image der Windindustrie ist diese Form der regenerativen Energie aus der Energiedebatte nicht wegzudenken. Denn das Prinzip ist simpel: Wind treibt eine Turbine an, es wird Strom erzeugt. Doch egal ob Umwelt bedenken, Kritik von Anwohnern oder Probleme beim Transport der Energie – Vor allem in Deutschland werden Aufbau und Betrieb von Windkraftanlagen oft zum Politikum. Aufgrund der mittlerweile wissenschaftlich nachgewiesenen Emissionen vieler Windräder in Form von Lärm und Schwingungen sowie der dichten Besiedlung hierzulande bleibt oft nur die Option Offshore- Windpark. Deshalb setzen Konzerne wie Siemens Gamesa genau dort an. „Offshore ist in unserer DNA“, sagt Andreas Nauen, CEO im Siemens-Gamesa-Offshore-Business. 

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Es gibt nur einen Weg: nach oben

Die Anlagen werden immer größer, immer höher, immer leistungsstärker. Bereits 2018 präsentieren der dänische Hersteller Vestas eine 10-Megawatt-Turbine, die Amerikaner in Form von GE sind seit 2019 mit ihrer 12-Megawatt-Anlage weltweit führend. Zum Vergleich: Eine Onshore- Anlage bringt je nach Modell eine Leistung von drei bis fünf Megawatt. Die neue SG-14-Anlage von Siemens Gamesa soll auf hoher See mit einer 14-Megawatt- Leistung laufen, sogar 15 sollen mit Feintuning möglich sein. Der erste Prototyp wird schon im nächsten Jahr fertiggestellt und soll 89 Kilometer vor der Küste von Yorkshire in England an den Start gehen. „Es ist die nächste Generation der Offshore-Windturbinen und eine Anlage für den Weltmarkt“, sagt Siemens- Gamesa-Geschäftsführer Pierre Bauer. Insgesamt drehen sich derzeit rund 5500 Windturbinen in den Weltmeeren, zwei Drittel davon in Europa. Entwickeln sich die Themen Energietransport und Netzausbau produktiv weiter, könnte Offshore-Windenergie innerhalb der kommenden 20 Jahre zur größten Stromquelle der Welt werden. Die Internationale Energieagentur prognostiziert in dieser Zeit ein Investitionsvolumen in Höhe von rund 1,3 Billionen US-Dollar. Deutschland ist nach Großbritannien der zweitgrößte Offshore-Markt. Eigentlich sollten laut einem Plan der Bundesregierung bis 2030 bislang 15 Gigawatt Windkraft auf dem Meer installiert werden (Zum Vergleich: Ein Atomkraftwerk kommt auf etwa 1,4 Gigawatt). Nun haben sich aber die Küstenländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Mecklenburg- Vorpommern und Schleswig-Holstein mit den Netzbetreibern und dem Bund auf eine Erweiterung der Ausbaugrenze auf 20 Gigawatt bis 2030 geeinigt. 

Von Adrian Leyser & Sebastian Burkhardt

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