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Sport

Das Dilemma der Volleyballerinnen des DSC

Die Dresdnerinnen bestreiten vor dem Pokalfinale ein wichtiges Heimspiel. Aber das könnte zum Experiment werden.

Trainer Alexander Waibl schwört sein Team auf die kommenden zwei Spiele ein. Das am Sonntag ist freilich wesentlich wichtiger als das Heimspiel am Mittwoch.
Trainer Alexander Waibl schwört sein Team auf die kommenden zwei Spiele ein. Das am Sonntag ist freilich wesentlich wichtiger als das Heimspiel am Mittwoch. © Lutz Hentschel

Kaum jemand würde es den Volleyballerinnen des Dresdner SC verdenken, wenn sie sich jetzt bereits auf den kommenden Sonntag konzentrieren. Dann steht nach dem sportlich eher unbedeutenden Supercup der erste wichtige Titel der Saison auf dem Spiel: Im Pokalfinale am 16. Februar in Mannheim trifft das Team von Trainer Alexander Waibl auf den deutschen Meister Stuttgart.

Doch zwischendrin ist da – und zwar für beide Finalisten – noch ein gedanklicher Stolperstein, eine sportliche Herausforderung. Der DSC empfängt am Mittwochabend, 19.10 Uhr, in der Margon-Arena den alten Rivalen aus Vilsbiburg. Zumindest tabellarisch keine unbedeutende Begegnung. Der DSC ist fünf Spieltage vor Ende der Hauptrunde mit 26 Zählern Tabellenvierter, die Roten Raben aus Niederbayern mit 22 Punkten und einem weniger absolvierten Spiel Siebenter. 

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Der Sportler des DSC ist genau da, wo er sein will.

Waibl will Konkurrenzkampf anstacheln

„Mich stört es keineswegs, dass wir jetzt am Mittwoch noch eine Herausforderung haben – und das gegen einen starken Gegner. Damit können wir gut umgehen“, sagt Waibl. „Zumal es für uns wieder ein Fernsehspiel ist.“ Spartensender Sport 1 überträgt die Partie deutschlandweit. Das generiert in erster Linie nationale Aufmerksamkeit.

Waibl kommt dieses Zwischenspiel vor dem Finale auch deshalb gelegen, weil er den Konkurrenzkampf innerhalb seiner Mannschaft am Mittwoch noch einmal anstacheln kann. „Ganz ehrlich“, sagt er, „ich habe derzeit zehn Spielerinnen im Kopf, die am Sonntag im Pokalfinale von Beginn an ran dürften“, betont der 51-Jährige. 

Zeitgleich können freilich nur sechs spielen. „Wir experimentieren derzeit sehr viel. Da sind einige dran, eine größere Rolle einzunehmen“, erklärt Waibl. Namen nennt er in dem Zusammenhang freilich nicht. Aber Piia Korhonen, Nikola Radosova oder Lena Stigrot erhielten zuletzt deutlich mehr Spielanteile.

Zwei Ex-Dresdnerinnen im Anmarsch

Waibl lässt sich nicht zuletzt wegen der angestiegenen Qualitätsdichte in seinem Kader offen, ob er am Mittwoch gegen Vilsbiburg weiter experimentiert oder den Sechser unter Wettkampfbedingungen einspielt, der am Sonntag den Pokal nach Dresden holen soll. Vilsbiburg kommt mit zuletzt zwei Niederlagen im Gepäck – 0:3 in Schwerin, 1:3 gegen Münster –, aber mit den Ex-Dresdnerinnen Myrthe Schoot und Lena Möllers an die Elbe. „Eine sehr unbequeme Mannschaft“, schätzt Waibl ein.

Allerdings auch eine bezwingbare. Schon aus psychologischer Sicht wird der fünffache deutsche Meister alles tun, um mit einem Erfolgserlebnis im Rücken die Reise nach Mannheim anzutreten.