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Das einschwebende Klassenzimmer

Die Schiller-Gymnasiasten lernen jetzt teilweise in Containern. Das lindert die Platznot, beseitigt wird sie jedoch erst später.

© Andreas Weihs

Von Thomas Möckel

Pirna. Rund 850 Schüler lernen derzeit am Pirnaer Schiller-Gymnasium, vier neue fünfte Klassen hat die Bildungsstätte in diesem Schuljahr aufgenommen, künftig sollen es sogar sechs sein. Doch schon jetzt hat das Schulhaus ein Platzproblem, Schulleiter Bernd Wenzel klagte schon vor geraumer Zeit über die Enge. Es fehlten Fachkabinette für die Schüler, bis vor Kurzem gab es nicht einmal ein Lehrerzimmer. Doch nun soll ein Interimsquartier vorläufig die Platznot lindern.

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Pirna lässt in dieser Woche die Schulcontainer vom Herder-Gymnasium in Copitz ans Schiller-Gymnasium an der Seminarstraße umsetzen. Auf den Parkplätzen entlang des Zaunes, der das Schulgrundstück von dem der Sportschwimmhalle trennt, wird das Übergangsdomizil einstweilen stehen. Insgesamt 28 Einzelmodule montieren die Handwerker zu fünf Klassenräumen, zwei Kursräumen, dazugehörigen Sanitäranlagen sowie einem Haustechnikraum zusammen. Rund 500 Quadratmeter Nutzfläche wird das Zusatzquartier haben. Der eingeschossige Bau steht auf vorbereiteten Fertigteilfundamenten, Wasser und Strom kommen von den im Schulhaus und auf dem Grundstück vorhandenen Anschlüssen. Im Winter werden die Container mit einer Elektroheizung beheizt. Möbliert werden die Räume nach Auskunft der Stadt mit vorhandenem Mobiliar aus Pirnaer Schulen. Rund 560 000 Euro muss die Stadt aufbringen, um die Schulcontainer umzusetzen und vorerst bis 2019 zu mieten.

Auf das Übergangsquartier greift Pirna zurück, weil der Platz in der Schule an sich schon knapp ist, zudem fielen jetzt weitere Unterrichtsräume weg. Das Rathaus ließ in den zurückliegenden Sommerferien insgesamt zwölf Klassenzimmer zu vier zusätzlich benötigten Fachkabinetten, Vorbereitungsräumen sowie einem Lehrerzimmer umbauen. Die Container sollen nun zunächst die aufgrund des Umbaus verlorengegangenen Zimmer kompensieren.

Die mobilen Klassenzimmer hatte die Stadt bereits 2014 gemietet, um ein Platzproblem am Herder-Gymnasium für die Schuljahre 2014/15 bis 2016/17 zu beseitigen – weil es galt, eine Menge zusätzliche Schüler unterzubringen. Nach Aussage der Stadt haben diese geburtenstarken Jahrgänge die Schule aber inzwischen verlassen, weswegen die Anlage am Herder-Gymnasium nicht mehr benötigt wird.

Nun verrichtet sie weiter Dienst am Schiller-Gymnasium, das Platzproblem endgültig löst aber erst ein weiteres Projekt: Pirna plant, im Park hinter der Bildungsstätte einen Neubau in Form eines Pavillons zu errichten. Das Gebäude wird jetzt schon so geplant, dass es gegebenenfalls ein weiteres Mal aufgestockt werden kann. Ein Glasgang verbindet später einmal den Alt- mit dem Neubau. Das Vorhaben kostet rund 7,3 Millionen Euro. Sofern die Fördermittel rechtzeitig bewilligt werden, will Pirna Ende 2018 mit dem Neubau beginnen, etwa ein Jahr später soll das Gebäude fertig sein. Wenzel hofft sehr, dass dieser Zeitplan aufgeht. „Denn erst wenn der Neubau steht“, sagt der Schulleiter, „wird sich die Platzsituation vollständig entspannen.“