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Das Ende des Fluchs

2 918 Tage müssen die deutschen Männer bei Winter-Paralympics auf eine Medaille warten. Dann ist Martin Fleig da und holt Gold.

© dpa

Von Holger Schmidt und Thomas Eßer

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Es stand 29:0 für die Frauen, und dann kam Martin Fleig. Am Dienstag hatte der Biathlet noch bittere Tränen der Enttäuschung vergossen. Drei Tage später beendete er den „Männer-Fluch“ und weinte dieses Mal vor Freude. „Ich habe immer noch nicht begriffen, was da passiert ist“, sagte der 28-Jährige, als er neun Stunden nach dem Zieleinlauf im „Alpenhaus“ kräftig gefeiert wurde.

Am Mittag hatte er in Pyeongchang Gold über 15 Kilometer in der sitzenden Kategorie gewonnen. Damit errang er als erster deutscher Para-Athlet seit acht Jahren oder 2 918 Tagen eine Medaille bei Winterspielen. „Ich fühle mich wie im falschen Film. Ich hoffe, ich wache nicht gleich auf und es ist alles nur ein Traum gewesen.“

„Jetzt ist der Männer-Fluch gebannt, und Gold ist das i-Tüpfelchen“, sagte der Chef de Mission, Karl Quade, der nach den Medaillen der Alpinen Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler am 20. März 2010 29 Medaillen der Frauen bejubeln durfte, aber keine eines Mannes. „Von uns haben sie sich nichts anhören müssen. Wir haben das nie zum Thema gemacht, aber es ist natürlich schön, dass jeder gesehen hat, dass es in Deutschland auch Männer gibt, die Gold gewinnen können.“

Die Frauen freuten sich für ihn mit. „Ich habe das natürlich mitbekommen“, sagte Fleig, der beinahe von Geburt an im Rollstuhl sitzt. „Das ist schon eine tolle Geste von den Mädels. Auch viele Jungs haben mich schon kontaktiert. Sie freuen sich für mich, weil sie wissen, wie lange ich schon dabei bin und weil wir die Ehre hochhalten müssen.“ Zu Hause wartet sein Job auf ihn. Der Verwaltungsfachangestellte arbeitet in der Führerscheinstelle des Landratsamtes Breisgau Hochschwarzwald. (dpa)