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Das erste Jahr der Waldschlößchenbrücke

Immer mehr Autos, viele Fahrräder, die erste Hufeisennase – und noch immer unbezahlte Rechnungen.

© dpa

Von Peter Hilbert

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Während vor Gericht noch immer über die Rechtmäßigkeit der Baugenehmigung gestritten wird, fahren immer mehr Autos über die Dresdner Waldschlößchenbrücke. Derzeit sind es an Spitzentagen bis zu 35.000 Fahrzeuge, teilte Straßenbauamtschef Reinhard Koettnitz der SZ mit. Gebaut ist die Brücke für bis zu 45.000 Autos täglich.

Eine besondere Torte zum ersten Geburtstag hat Brückenbäcker Jürgen Otte (r.) von der Waldschlößchenstraße gebacken. Bei demBrückentreffen der SZ wird die Jubiläumstorte am Sonntag um 10 Uhr angeschnitten. Mit dabei ist auch SZ-“Brückenredakteur Peter Hil © Marco Klinger

Vor einem Jahr wurde die vierspurige Trasse mit einem großen Fest eröffnet. Zum 1. Geburtstag lädt die SZ am Sonntag ab 10 Uhr zu einer kleinen Feier ein, bei der eine Brückentorte angeschnitten wird.

Nachdem sie Ende August 2013 für den Verkehr freigegeben worden war, rollten wochentags zunächst lediglich rund 25 000 Fahrzeuge über die Brücke. Seit aber Ende Juli dieses Jahres die benachbarte Albertbrücke gesperrt wurde, weichen viele auf die neue Elbquerung aus. Koettnitz rechnet damit, dass dort nach den Sommerferien täglich 6.000 zusätzliche Fahrzeuge rollen.

Auch bei Radfahrern wird die lange umstrittene Brücke beliebter. Mittlerweile hat sie sich zur meist frequentierten in der Stadt entwickelt. Nach der Eröffnung fuhren im September 2013 fast 63.000 Radler darüber, im vergangenen Monat waren es 87.000. Kaum gesichtet wurde hingegen die berühmte Kleine Hufeisennase. Der Stadt sind nur zwei Fledermaus-Fälle bekannt.

Ein Jahr nach der Freigabe ist der Bau noch immer nicht komplett bezahlt. So streiten sich die Stadt Dresden und die Brückenbau-Arbeitsgemeinschaft (Arge) noch immer um zwölf Millionen Euro. Den Schaden haben auch kleine Firmen, die perfekte Arbeit geleistet haben. Dazu zählt das holländische Spezialmontage-Unternehmen Mammoet. Dessen Spezialisten hatten im Dezember 2010 den Brückenbogen über die Elbe bugsiert. Danach kamen sie wegen des Eisgangs und Hochwassers mit ihrer Technik nicht mehr dort weg. Für den Zusatzaufwand stellte Mammoet rund 108.000 Euro in Rechnung. Die Arge reichte diese an die Stadt weiter. „Das Geld wurde auch nach dreieinhalb Jahren noch nicht bezahlt“, resümiert Mammoet-Controller Dirk Jurkowski. „Wir verzichten sogar auf Zinsen. Es ist schlimm, dass wir noch auf unser Geld warten.“ Doch die Stadt verweist lediglich darauf, dass Mammoet Nachauftragnehmer der Arge ist.

Das Rathaus muss sich mit vielen solchen Zusatzforderungen herumschlagen und hat schon knapp 49 Millionen Euro dafür gezahlt. Die Kosten des Großprojekts wurden bisher mit rund 181 Millionen Euro angegeben. Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) kann nicht sagen, wie teuer die Brücke letztlich wird. „Die Prüfung der Schlussrechnung wird erst gegen Ende September abgeschlossen sein“, sagt er.