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Das etwas andere Hindernisspringen

Das Kaninhop-Turnier lockt Teilnehmer aus dem Ausland ins Lok-Stadion. Dabei wird auch der Ursprung des Sports erläutert.

© André Braun

Von Helene Krause

Döbeln. Ein Kaninchen hoppelt über kleine Hürden, die auf einem grünen Läufer aufgestellt sind. Was nach Spaß klingt, war am Sonnabend ein ernster Wettkampf im Döbelner Lok-Stadion.

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23 Teilnehmer mit 103 Tieren waren zum neunten Kaninhop-Turnier gekommen, das auch in diesem Jahr vom Kaninchenzuchtverein Döbeln-Pommlitz veranstaltet wurde.

Mit dabei war unter anderem Othmar Möllmann aus Salzwedel, der mit einer Jugendgruppe von sieben Teilnehmern anreiste. Zum Kaninhop kam der 69-jährige durch seine Enkelin Vanessa. Die war zweieinhalb Jahre alt und hatte Kaninchen im Hühnerauslauf. „Sie lief hinter den Tieren her und sah, wie eines über ein Brett sprang“, sagt Möllmann. Das Kaninhop entstand. Etwa ein dreiviertel Jahr spielte die Enkelin allein auf der Terrasse mit den Tieren. „Dann kam die Presse und machte Werbung, dass wir das erfunden hätten“, so Othmar Möllmann. „Doch erfunden wurde es in Schweden. In Deutschland kannte es kein Mensch.“

Der Vereinsvorsitzende des Kaninchenzuchtvereins Salzwedel kam auf Möllmann zu. Er bat ihn, eine Gruppe Kaninhop aufzubauen. Othmar Möllmann trat in den Zuchtverein ein. Dass er über zehn Jahre Fußballtrainer war und die Lizenz für die Jugendarbeit hatte, kam ihm dabei zu gute. Er gründete er mit drei Kindern die Kaninhop-Gruppe Salzwedel.

Nach Döbeln war Möllmann mit seiner Enkelin Vanessa sowie den Kaninchen Sonnenschein und Amira gekommen. „Die Besten sind mit dabei“, so Möllmann. Mit seiner Kaninhop-Gruppe tritt er auch auf Veranstaltungen in Kindergärten, in Seniorenheimen und auf Ausstellungen auf. Dann lassen sie ihre Kaninchen nicht nur über Hürden, sondern auch durch Reifen springen.

Die Kaninchen, die beim Kaninhop mitmachen, sind größtenteils Kurzhaarkaninchen der Rasse Rexe, aber auch Zwergwidder. Gestartet wird in drei Kategorien: Leichte, mittelschwere und schwere Klasse. In den Klassen geht es nicht ums Gewicht, sondern um den Leistungsstand der Kaninchen. Bei der leichten Klasse sind die Hürden niedriger. Ein höheres Hindernis ist eine höhere Klasse.

Das Kaninhop wurde in Döbeln von der ehemaligen Züchterin Annett Gruhl ins Leben gerufen. Sie ergriff die Initiative zu den Turnieren. Seit zwei Jahren gibt es sie im Lockstadion. Mit dabei sind beim Döbelner Kaninhop nicht nur Kaninchenzüchter aus Deutschland, sondern auch aus Tschechien.

Sieger wurden in diesem Jahr in den Klassen leicht und schwer Barbora Zackova aus Tschechien mit ihren Kaninchen Paris und Conderella. In der mittelschweren Klasse gewann Marco Szillies mit Skippi.