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Das „Fass“ feiert

Seit 20 Jahren gibt es das Geschäft am Marienplatz in Görlitz. Wie lange Chefin Regine Büttner es noch leitet, bleibt zum Jubiläum offen.

© Pawel Sosnowski

Von Matthias Klaus

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Frau Büttner hat Stress. „Momentemal“, sagt sie und greift zum Telefon. Das klingelt inzwischen ziemlich nervig. Ja, der Friseurtermin ist bestätigt, alles andere auch. Regine Büttner, Chefin des Geschäftes „Görlitzer Fass“ am Marienplatz drückt auf die rote Taste. Kurzes Durchatmen: „Worüber haben wir gerade gesprochen?“ Über das „Fass“. Am Sonnabend wird hier richtig gefeiert. Regine Büttner und ihre Kolleginnen begehen das 20. Jubiläum des Geschäftes. „Sie wissen ja gar nicht, was da für eine Vorbereitung dahinter steckt“, winkt die Chefin ab.

20 Jahre, sie seien wie im Flug vergangen, sagt Regine Büttner. Wirtschaftlich gehe es dem Geschäft gut. „Ich kann wirklich nicht klagen“, sagt die Chefin. 20 Jahre „Görlitzer Fass“, 20 Jahre, die für sie auch immer wieder Veränderungen mit sich gebracht haben. Umbauten beispielsweise. „Man muss eben schauen, was und wie die Kunden wirklich kaufen möchten“, sagt Regine Büttner, fährt deshalb zu Messen, lässt sich dort die neuesten Trends zeigen. Rund 120 Quadratmeter Verkaufsfläche hat das „Görlitzer Fass“. Geboten werden die unterschiedlichsten Spezialitäten, von Likör bis Schnaps, Feinkost, Besonderes, Delikatessen eben. „Manches hat in der Vergangenheit allerdings auch nicht funktioniert“, sagt Regine Büttner. Da war beispielsweise die Sache mit dem Schinken und dem Käse. „Serranoschinken, eine absolute Spezialität“, schwärmt sie heute noch. Verkaufte sich aber nicht wirklich gut, deshalb hat sie den Stand im Geschäft aufgegeben. „Vielleicht lag es ja an der Platzierung hier im Laden“, sinniert sie und schaut sich um. Dort drüben, sie deutet in eine Ecke, war der Stand für Schinken und Käse eingerichtet.

Egal. Regine Büttner macht weiter. Auf die nächsten 20 Jahre? „Nein, keinesfalls“, lacht sie. Ein paar Jahre werde sie dranhängen, wie viele genau, möchte sie nicht sagen. Vielleicht weiß sie es ja derzeit selbst noch nicht so genau. Der Laden läuft jedenfalls. Vier Mitarbeiterinnen stehen Regine Büttner zu Seite. „Auf meine Kolleginnen kann ich mich zu hundert Prozent verlassen“, sagt Regine Büttner. Es ist eine eingespielte Mannschaft, oder besser im heutigen Deutsch: Frauenschaft. „Ich bedanke mich bei meinem Team ganz besonders“, sagt die Chefin. Ihr Mann betreibt derweil die Kaffeerösterei an der Rauschwalder Straße.

Im vergangenen Jahr hatte Regine Büttner die Regie für die Naschallee übernommen. Sie habe eine Herausforderung gebraucht, sagte sie damals der SZ und hatte der Veranstaltung eine klare Struktur gegeben. Einfach war das mit allen Anträgen, Beschaffen von Genehmigungen aber nicht. Die erste Naschallee gab es 2014, die Idee stammt von Friedemann Dreßler vom Amt für Stadtentwicklung. Damals war die Naschallee der Görlitzer Beitrag im Städtewettbewerb „Ab in die Mitte“. Bis 2017 hatte die Stadtverwaltung Görlitz die Regie über die Veranstaltung inne.

In ihrem „Görlitzer Fass“ begrüßt Regine Büttner immer wieder Stammkunden. „So lange es Spaß macht, bleibe ich dem Geschäft auch erhalten“, orakelt sie über ihre berufliche Zukunft. Eigentlich ist ihr das „Fass“ von der Grundfläche her zu klein. Regine Büttner hat wohl noch weitere Verkaufsideen. „Aber so wie es jetzt ist, ist es sehr gut. Es gibt so viele schöne Sachen, die wir anbieten können“, sagt sie.

Das Thema Baustelle Postplatz ist für den Laden kein Problem. „Die Straßenbahn fährt, die Leute kommen zu uns. Die Baustelle beeinträchtigt das Unternehmen nicht.“ Zum Thema Marienplatz selbst, zu manchen Vorkommnissen, zu wiederkehrenden Polizeieinsätzen möchte sie sich lieber nicht äußern. Für das „Fass“ ist das kein Thema.

Regine Büttner freut sich derweil auf den heutigen Sonnabend. „Wir werden Proben unseres Sortimentes anbieten“, kündigt sie an. Es gebe von Herzhaftem bis Süßem eine breite Palette zum Kosten. Geöffnet ist am Sonnabend von 9 bis 14 Uhr.